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Gipfelstürmer auf dem Pausenhof

Das Kletterparadies haben sich die Kinder mit überwältigender Mehrheit gewünscht. Ein Aktivitätspfad könnte folgen.
Liederbach. 

Die Mädchen und Jungen lassen sich nicht lange bitten. Kaum haben die Arbeiter der Firma für Garten- und Landschaftsbau die ersten Zaunteile weggeräumt, erstürmen – oder besser: erklimmen – sie schon ihr neues Spielgerät. Vier Meter hoch ist die Seilpyramide, die seit gestern die große Attraktion im neuen Schulhof der Liederbachschule ist. Die Kinder können über die knallroten Taue nicht nur auf die Spitze klettern, sie dürfen an einigen Stellen auch schaukeln und schwingen.

"Gut" – schallt es aus rund 30 Kehlen, als die Mädchen und Jungen die Pyramide erstmals testen. Ihnen gefällt an ihrem Spielgerät einfach alles prächtig – doch natürlich haben sie noch weitere Wünsche für ihren umgestalteten Pausenhof. Einfache Dinge, aber auch Träume sind darunter: eine Eislaufbahn darf es sein, gerne ein Schwimmbad oder ein Kino. Da muss Schulleiterin Petra Dreusch-Engelmann erst einmal schmunzeln. Schon eher denkbar sei eine Schaukel, allerdings könnten da nur wenige Kinder gleichzeitig spielen, gibt sie zu bedenken. Da sei die Pyramide von großem Vorteil.

252 zu 36 Stimmen

Die Anschaffung ist das Ergebnis von gelebter Demokratie. Ende 2011 startete die Grundschule eine Umfrage unter den rund 360 Kindern, welches Spielgerät denn gewünscht sei: ein Klettergerüst oder eine Seilpyramide. 252 entschieden sich für die Pyramide, nur 36 fürs Gerüst und 44 war es egal. "Was lange währt, wird endlich wahr. Das ist ein supertolles Weihnachtsgeschenk für unsere Schule", freut sich Petra Dreusch-Engelmann über das Projekt, das von der Liederbacher Garten- und Landschaftsbaufirma "Grün und Stadtplanung" geplant und von den Kollegen des Betriebs Sixel umgesetzt wurde. Die Pyramide hat rund 14 000 Euro gekostet. Die gesamte Umgestaltung von Schulhof und Eingangsbereich der sanierten und erweiterten Schule schlägt mit etwa 160 000 Euro zu Buche.

Errichtet wurde nicht nur ein Spielgerät. Rund um einige Bäume wurden Sitzblöcke für die Kinder aufgestellt, zum Teil wurde der Hof auch neu gepflastert. Den Eingang haben die Arbeiter umgestaltet, samt einer Rampe für die Zufahrt. Ein Baum wurde gesetzt, zwei mussten dafür weichen. Allerdings haben die Experten das Areal pflegeleicht und duftend bepflanzt – mit Blumenzwiebeln, Sommerflieder und Chinesischem Flieder, Kartoffelrosen sowie Osterglocken.

Apropos Ostern: Petra Dreusch-Engelmann geht davon aus, dass die gesamte Schule irgendwann im Frühjahr vollendet sein wird. Zuerst sei der Kreis von Weihnachten ausgegangen, berichtet sie und freut sich nun immerhin über das rechtzeitige Klettergeschenk für die Kinder. Die anderen Wünsche "greifen wir noch einmal auf", verspricht sie. Bei den regelmäßigen Treffen mit den Sprechern der 3. und 4. Klassen werde der Schulhof sicher Thema sein. Zumal ein Teilbereich in Richtung Sportpark eher einem Urwald gleicht und dort noch Baumaterial lagert. Eine Idee für diese Fläche gibt es schon: Die Schulleiterin könnte sich gut einen Aktivitätspfad vorstellen mit etwas zum Balancieren. Denn mit dem Gleichgewicht "haben die Kinder heute immer mehr Schwierigkeiten", weiß sie. Hildegunde Henrich bringt noch ein Trampolin als schöne Spielmöglichkeit ins Gespräch.

Immerhin wurde auf dem Hof schon einiges getan. Es gibt inzwischen zwei Tischtennisplatten, einen Ballfänger, einen Kletterbogen und zwei Drehteller. Früher habe es nur eine Torwand gegeben, erinnert sich Landschaftsbauer Steffen Henrich an seine Schulzeit in Liederbach. Damals hatten die Eltern eine Hecke als Begrenzung zum Sportpark-Zaun gepflanzt. Die Mamas und Papas dürften auch im nächsten Jahr wieder gefragt sein, wenn der aktuell etwas verwahrloste Innenhof auf Vordermann gebracht werden soll. Es wäre das i-Tüpfelchen auf das neue Außenspiel-Paradies für die Liederbachschüler.wein

(Frank Weiner)
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