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20 Summertime-Veranstaltungen: Grandiose Summertime-Bilanz

Von Zwischendrin gab es wohl Gerüchte, dass die Vereine die Bewirtung nicht mehr stemmen können. Es scheinen aber wirklich nur Gerüchte zu sein – oder doch nicht?
Bilder > Foto: Hans Nietner
Eschborn. 

Im Süd-West-Park schaukeln die bunten Glühbirnen über voll besetzten Tischen und einer hin- und her wogenden Menschenmasse. Lichtreflexe kommen vom Wasser des Teiches, ein grünlicher Spot schimmert konstant darauf. Immer mehr Summertime-Besucher tanzen vor der Bühne. Wer es geschafft hat am Mittwoch Abend trotz des katastrophalen Parkplatzmangels rund um den Park eine Lücke für sein Auto zu finden, oder wer es ermöglichen konnte, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen, konnte das Finale der städtischen Summertime genießen.

Zwischendrin sind die Sportler der TuRa Niederhöchstadt Magnet des Geschehens. Die Handballer des Vereins sorgen für die Getränke, die Fußballer fürs Essen vom Grill. Die Handballerinnen sind mit ihren Tabletts in der Menge allgegenwärtig. 100 Helfer hat der Verein im Einsatz. Im Park drängten sich mindestens 1500 bis 2000 Besucher, so die Angabe der Veranstalter, und auch auf der Bühne war es voll.

In der Band „Soul & Gebläse“ haben sich zehn Musiker mit internationalen Hintergrund zusammengetan. Sängerin Tine Oppermann ist das weibliche Element. Soul-, Rhythm-and-Blues-Klassiker, aber auch Rock und Pop gehören zum Repertoire der Band mit Unterhaltungspotential.

20 Summertime-Veranstaltungen hat die Stadt zwischen dem 24. Juni und dem 26. August bei freiem Eintritt für das Publikum organisiert. Mit rund 2500 Besuchern war das Feuerwerktheater der „Pyromantiker Berlin“ am 21. August im Skulpturen-Park Niederhöchstadt sicherlich Spitzenreiter. Aber die zehn Summertime-Konzerte im ganzen Stadtgebiet sind das Herzstück der Reihe.

Nicht nur die Musik steht dabei im Mittelpunkt, sondern es ist auch die jährliche Kommunikationsbörse unter freiem Himmel bei Essen und Trinken in der Stadt. „Vom Wetter her war es für Open-Air das beste Jahr überhaupt“, sagt die städtische Kulturreferentin Johanna Kiesel. Die erfahrene Kulturmacherin hat in diesem Jahr ein Experiment gewagt, und für alle zehn Summertime-Konzerte komplett neue Musik-Gruppen engagiert. Außerdem wurden zwei Klassikkonzerte an der Galerie in der Stadtmitte ins Programm genommen. „Ich war selbst erstaunt, wie gut Beides ankam“, sagt sie. Lob vom Publikum ist der Gradmesser für sie. „Das war viel mehr als sonst“, sagt Kiesel.

In die Summertime-Phase mischten sich aber Gerüchte, dass die Bewirtung durch die Vereine auf der Kippe stehen könnte, weil manche Vereine dies nicht mehr ehrenamtlich stemmen können. „Von allen Vereine, die mitmachen, habe ich keinen Hinweis bekommen, dass ein Verein aussteigen will. Neue Vereine suchen wir immer für unseren Veranstaltungs-Pool. Der Rest ist Gerüchteküche“, sagt Johanna Kiesel.

„Ich habe große Hochachtung vor dem, was die Vereine ehrenamtlich leisten. Wenn es vereinzelt mal Besucher-Beschwerden gibt, etwa wegen Schlangen bei der Bewirtung, mache ich immer deutlich, dass kommerzielle Anbieter nur höhere Preise verlangen würden, ohne unbedingt besseren Service zu bieten. Außerdem fiele dann eine Einnahmequelle für die Vereine weg. Wir als Stadt planen nichts dergleichen“, sagt sie.

„Ohne Manpower, Logistik und Teamgeist sind solche Veranstaltungen wie die Summertime nicht zu bewältigen“, sagt der TuRa-Vorsitzender Alexander Seybold. „Selbst für uns als großen Verein fällt die Summertime in die Kategorie kleine Großveranstaltung“, sagt er. Er selbst stand am Mittwoch am Sekt- und Aperol-Stand. „Da macht jeder mit. Auch der Vorstand“, sagt er. Es gibt immer mehr Veranstaltungen mit immer mehr Besuchern, für die wir Vereine als ehrenamtliche Bewirter angefragt werden. Manchen wird das zu viel, ich verstehe das.“ Für die TuRa verspricht er: „Wir machen weiter Summertime.“

Von 15 bis rund 1 Uhr nachts war sein Team beim Summertimme-Finale am Mittwoch in Aktion. Planung, Einkauf und Ähnliches nicht mitgerechnet. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist gut, aber wir bekommen den Platz nackig“, sagt Seybold. Der Verein hat nicht nur bewirtet, sondern auch die 120 Sitzgarnituren gestellt und abgeräumt. Er hat weit über 1000 Essen vom Grill ausgegeben, weit über 1000 Liter Getränke ausgeschenkt. Aber: „Manche bringen ihren Proviant selbst mit. Das beobachten wir vermehrt“, sagt Seybold. Das findet nicht nur er unsozial.

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