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Feuer in Hattersheim: Großbrand wird zur Herausforderung für 120 Feuerwehrleute

Von Ein Feuer, wie es Hattersheim bislang selten heimsuchte, hat in der Nacht zu Dienstag die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Aus bislang unbekannten Gründen fing ein Wohnmobil Feuer. Als der Brand dann auf das Flachdach ihres Bungalows übergriff, blieben alle Löschversuche der Besitzer vergebens.
Rund 120 Einsatzkräfte waren im Einsatz: 70 von ihnen trugen wegen der starken Rauchentwicklung Atemschutzgeräte beim Löschen. Bilder > Foto: Maik Reuß Rund 120 Einsatzkräfte waren im Einsatz: 70 von ihnen trugen wegen der starken Rauchentwicklung Atemschutzgeräte beim Löschen.
Hattersheim. 

Welch ein Drama: In der Nacht zu Dienstag haben zwei Hattersheimer Familien ihr Zuhause verloren. Die Ursache dafür war ein Wohnmobil, das aus bislang ungeklärten Gründen gegen 21 Uhr in Brand geraten war. Die Flammen sprangen dann auf ein Eckreihenhaus in der Straße „Im Lerchenfeld“ über. „Es war für uns ein sehr schwieriger Einsatz, eine richtige Materialschlacht“, sagt Stadtbrandinspektor David Tisold.

„Das Problem war, dass sich bereits bei der Anfahrt eine sehr starke Rauchentwicklung zeigte und dadurch die Sicht so stark eingeschränkt war, dass wir nur sehr schwer an den Brandherd herankommen konnten.“ Das Feuer habe im hinteren Teil des Wohnmobils begonnen und sei auf das Flachdach übergesprungen.

Ausbreitung verhindert

„Da das Dach an der Seite mit Schiefer verkleidet und obenauf mit schweren Bitumenbahnen belegt war, hatten wir wirklich unsere Schwierigkeiten, mit den Kettensägen ein Loch in das Dach zu kriegen, um zu löschen.“ Dies habe sogar mit zahlreichen Versuchen und ausgewechselten Sägeketten nur zu mäßigem Erfolg geführt. „Deshalb haben wir uns dann auf die Verhinderung der Brandausbreitung konzentriert.“

Der brennende Bungalow war durch das Flachdach mit weiteren sechs Wohneinheiten verbunden. Damit sich die Flammen nicht im gesamten Komplex ausbreiteten, schlugen die Feuerwehrleute eine Brandschneise in das Dach. „So konnte der Bereich, der noch nicht vom Feuer betroffen war, geschützt werden. Was schon brannte, war nicht mehr zu retten.“

Der gesamte Einsatz geschah unter schwersten Bedingungen für die Feuerwehrleute. „Wir mussten den Rauch immer genau beobachten: Wenn er von hell ins dunkel übergeht und beginnt zu pulsieren, kann es zu erneuten Durchzündungen kommen. Dazu kam es gestern mehrfach.“

120 Einsatzkräfte waren in Aktion, 70 davon mit Atemschutzgeräten. „Einige von ihnen mussten wir zweimal schicken. Die haben dann eine neue Sauerstoffflasche bekommen und haben weitergemacht“, so Tisold. Zwei spezielle Fahrzeuge, die nur mit Atemschutzausrüstungen bestückt sind, mussten angefordert werden. Eines auch aus Frankfurt. „Dieser Einsatz hat uns eine Menge Kraft gekostet. Die Truppen haben in Schichten gearbeitet, weil die Arbeit mit Atemschutz wirklich besonders anstrengend ist. Das zehrt an den Kräften.“

Mit Gartenschlauch

Bevor die Einsatzkräfte an das brennende Wohnmobil herankamen, hatten bereits die Anwohner versucht, das Fahrzeug zu löschen – es war vergebliche Mühe. „Es funktionierte zunächst ganz gut. Als die Flammen dann auf das Flachdach übergegriffen hatten, konnte man mit dem Gartenschlauch nicht mehr viel machen“, sagt der Stadtbrandinspektor.

Das Feuer machte ein älteres Ehepaar und vier weitere Anwohner obdachlos. Alle sechs Betroffenen hatten zunächst Unterschlupf auf der Feuerwehrwache gefunden und die Nacht laut Polizei in einem Hattersheimer Hotel verbracht.

Nicht nur die sechs direkt betroffenen Anwohner, auch 26 Nachbarn mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. „Wir konnten zunächst nicht einschätzen, wie weit sich das Feuer ausbreiten würde“, erklärt Tisold.

Die Rauchentwicklung war so stark, dass die Bewohner und Verkehrsteilnehmer per Radiomeldung gebeten wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie das Gebiet um den Brandort möglichst zu umfahren. Erst gegen 1 Uhr am Dienstag war das Feuer unter Kontrolle. Die drei Reihenhäuser brannten allerdings völlig aus.

Den Schaden schätzt die Polizei auf mehrere hunderttausend Euro. Bei dem Brand wurde niemand verletzt. Zur Ursache ist noch nichts bekannt. „Unsere Brandexperten ermitteln noch“, berichtet Polizeisprecher Johannes Neumann.

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