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Halle mitten im Wahlkampf

Von Erster Stadtrat Wolfgang Exner will sich für Kreismittel schon im Jahr 2014 stark machen – was die Grünen verwundert.
Wolfgang Exner. Wolfgang Exner.
Wallau. 

Der CDU-Vorsitzende Christian Vogt formulierte es so: "Jetzt wird die Halle billig in den Wahlkampf gezogen. Den Wallauern ist es egal, wo das Geld herkommt. Sie wollen eine Halle, keinen Wahlkampf." Dabei muss man wissen, dass Vogt selbst Wallauer ist.

Der Magistrat hatte auf Anfrage der Grünen eine Reihe von Fragen einer Großen Anfrage beantwortet. Unter anderem die, dass die Halle seit der Erstellung des sechs Jahre alten Gutachtens nicht besser und die damalige Kostenaufstellung für die Sanierung eher teurer geworden sei. Zudem hatte der Magistrat ausgeführt, dass die Vereine in den einzelnen Stadtteilen Eigentümer ihrer Turnhallen geworden seien und dazu eine Auflistung der Mitgliedszahlen und deren Beiträge aufgestellt. "Die Gemeinsamkeit dieser Projekte", stellt die Stadt in ihrer Antwort fest, "besteht in der prinzipiellen Art und Weise der Finanzierung und den damit verbundenen rechtlichen Voraussetzungen. Die Stadt Hofheim steuert einen festgelegten Beitrag zur Finanzierung dieser Projekte bei. Der daraus resultierende Restbetrag wird durch Zuschusszahlungen Dritter minimiert. Die dadurch übrig gebliebene Restsumme stellt den Vereinsanteil dar. Grundvoraussetzung für diese Vorgehensweise stellt die Übernahme des Bauwerks durch den Verein in das Vereinseigentum dar." Das sei überall in Hofheim so gewesen.

Dem FWG-Vorsitzenden Bodo Tadewald kam es in einer längeren Rede vor allem darauf an, nachzuweisen, dass die Basishalle, die zurzeit so heftig diskutiert wird und die zur kürzlichen Gründung der Initiative "Wallauer für Wallau" führte, niemals vom Parlament beschlossen worden sei. Er habe vielmehr erst Ende vorigen Jahres dafür gesorgt, dass die Kosten für alle Alternativen berechnet und danach im Sommer von den Stadtverordneten beschlossen wurden. Der Magistrat habe die Gespräche von der Kostenbeteiligung auf die Basislösung gebracht. Tadewald: "Das war eigenhändig, ohne die Stadtverordneten im Juni 2012. Der Magistrat hat drei Hauptamtliche, von denen zwei Bürgermeister werden wollen."

Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) stellte das gar nicht in Abrede. Die sogenannte Basishalle ist eine Dreifeldhalle mit Tribüne für 600 Zuschauer, die an die Schule angebaut wird und auch von der Schule mitgenutzt wird. Sie sei in einem Workshop im vorigen Jahr als das vorgestellt worden, was die Stadt mit Hilfe des Schulträgers Main-Taunus-Kreis ohne finanzielle Beteiligung der Wallauer bezahlen könne. Stang: "Das sollte die Diskussion einen Schritt voranbringen." Der TVW habe immer die Frage gestellt, was er von der Stadt erwarten könne. Die Basislösung sei die Antwort. Dabei bestritt sie auch nicht, dass diese Variante für Wallau viel zu wenig sei, das Parlament müsse aber für alle Vereine der Stadt entscheiden, und da gebe es nun mal keine Turnhalle ohne Beteiligung der Vereine des Stadtteils. Wozu die in der Lage seien, habe jüngst das kleine Wildsachsen bewiesen. Dort seien jetzt erst 50 000 Euro für das Gemeindezentrum gesammelt worden. Und auch der TV 1860 Hofheim sei ein gutes Beispiel dafür, zu was ein Verein in Eigenleistung fähig sei. Stang sagte abschließend: "Wir möchten jetzt eigentlich einen Architekten suchen und anfangen zu planen." Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), der andere Bürgermeisterkandidat neben Stang, erklärte: Tadewald wolle nur den Blick zurück in die Vergangenheit. "Das ist obsolet, das ist überflüssig." Wir haben jetzt eine Verhandlungsgrundlage." Er warte ergebnisoffen ab, im Sommer werde erst entschieden, erklärte daraufhin Tadewald. Das ist übrigens nach der Bürgermeisterwahl.

Zu einem offenen Disput kam es dann noch zwischen Exner und dem Grünen Daniel Philipp, der Mitglied im Kreisausschuss ist. Exner hatte zuvor erklärt, er werde als Mitglied einer der Regierungsfraktionen im Kreistag dafür sorgen, dass für 2014 die Mittel in den Kreisetat eingestellt würden, denn im Haushalt für dieses Jahr komme eine Halle in Wallau gar nicht vor. Philipp konterte: "Sie wissen doch, dass in der Prioritätenliste des Kreises bis 2016 dafür kein Geld vorgesehen ist." Exners Antwort: "Wir alle wissen, wie sich Prioritäten verschieben." Für Vogt war das der Anlass festzustellen, nun sei die Hallendiskussion im Wahlkampf angekommen.

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