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Junges Leben in sehr alten Mauern: "Haus der Jugend" feiert Umzug ins ehemalige Wasserschloss

Von Für 835 000 Euro wurde aus dem historischen, aber recht heruntergekommenen Küferhaus im Hof der einstigen Burg ein funktionales Schmuckstück. Hier schlägt nun das Herz der Jugendarbeit.
Samuel (16) ist seit November beim Städtischen Radioprojekt aktiv. Während die Besucher die neuen Räume erkunden, versucht er ein technisches Problem zu lösen. Foto: Knapp Samuel (16) ist seit November beim Städtischen Radioprojekt aktiv. Während die Besucher die neuen Räume erkunden, versucht er ein technisches Problem zu lösen.
Hofheim. 

„Es ist wirklich gelungen. Hier würde ich mich auch wohlfühlen, wenn ich jung wär’“. So urteilte gestern nicht nur Beate Ramrath-Adam nach einem ersten Rundgang durchs neue „Haus der Jugend“. Im historischen Wasserschloss hat es nun sein Domizil. „In einem der ältesten Gebäude der Stadt jetzt so eine junge Nutzung zu haben, das ist, glaube ich, die Bereicherung überhaupt“, befand eine strahlende Gisela Stang. Als Bürgermeisterin hat die Sozialdemokratin unter anderem die Zuständigkeit für die städtische Jugendarbeit – die lange unter politischem Beschuss stand.

Mit neuem Konzept

Der neue Kurs, der mit neuem Team eingeschlagen wurde, sei nicht unumstritten gewesen, erinnerte Stang denn auch gestern bei der offiziellen Eröffnungsfeier des „Haus der Jugend“, für das es im baufälligen und nicht barrierefreien Hof Ehry keine Zukunft gab. „Es war nicht ganz so einfach – ein langer Prozess.“ Am Ende habe sich aber die Auffassung durchgesetzt, dass „Jugendarbeit dort stattfindet, wo die Jugendlichen sind und nicht dort, wo die Alten glauben, dass sie sind“. Zudem, das habe unter anderem Professor Kurt Jacobs vom Beirat für Menschen mit Behinderungen ganz deutlich gemacht, müsse sie heute inklusiv gedacht werden. Deshalb sei es so wichtig gewesen, ein barrierefreies Gebäude zu haben.

Vom Innenhof führt eine Rampe zum niedriger gelegenen der beiden Eingänge des historischen Küferhauses. Dass es aus zwei Gebäudeteilen auf unterschiedlichem Höhenlevel besteht, war nur eine der vielen Herausforderungen, die Architekt Giovanni Santin zu meistern hatte. Im Inneren ist daher auch ein kleiner Aufzug nötig. Mit seiner Hilfe können Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte vom großen Raum mit Chill-Ecke und Sitz-Nische in der dicken Mauer, in dem größere Gruppen Platz für unterschiedlichste Aktivitäten finden, in den höher gelegenen Gebäudeteil gelangen, den alle anderen über eine Holztreppe erreichen. Hier ist ein abtrennbarer Raum etwa für die Hausaufgabenhilfe vorhanden. Außer den Sanitärräumen finden sich im hinteren Bereich die Büros der Mitarbeiter.

In dem tiefer gelegenen Gebäudeteil finden sich noch eine geräumige Küche, das Tonstudio, in dem das Projekt „Jugendradio Hofheim“ sein Herz hat, und eine „Zocker-Ecke“, in der ungestört Play-Station gespielt werden kann. „Die Zockerbude“, lautet denn auch die Antwort von Tarik und Nasim (beide 14) auf die Frage, was ihnen im neuen „Haus der Jugend“ besonders gut gefällt. Alnd (17) findet es im Vergleich zum Ehry-Hof auf jeden Fall „besser. Es ist zwar alt, aber schön neu gemacht und sauber“.

Endlich umgezogen

Smilla Schehler und Anwar Sabbagh vom Projekt Jugendradio, die die Eröffnungsfeier abgeklärt moderierten, machten deutlich, dass sie sich „am meisten freuen, dass wir nun endlich umgezogen sind – für uns Jugendliche und für die Mitarbeiter. „Sie kriegen uns hier auch nicht wieder raus“, habe Teamleiterin Carmen Weber dem Magistrat bei einer Vorabbesichtigung gesagt, verriet Bürgermeisterin Stang. Die Mitglieder des Teams, die sich den Einweihungsgästen vorstellten, waren sich entsprechend einig: „Wir alle finden es wunderschön und freuen uns richtig drüber.“

Das konnten auch die Nachbarn und die Vertreter sozialer Einrichtungen, der Kirchen und der Politik gut nachvollziehen, die sich in Haus und Hof umsahen. Dass der Denkmalschutz bei den Bauarbeiten in einem Gebäude, dessen älteste Bestandteile aus dem 14. Jahrhundert stammen, ein Wörtchen mitgeredet hat, aber kooperativ war, wurde auch lobend erwähnt.

Für viele aber besonders wichtig, was der FDP-Stadtverordnete Kilian Karger so formulierte: „Das Wasserschloss hat jetzt endlich eine richtige Nutzung. Das finde ich total schön.“ Das schöne Frühlingswetter erlaubte, auch im Hof zu feiern, mit einer Zumba-Vorführung, beim Tischtennis und vielen anderen Aktivitäten wurde das neue Domizil jugendgerecht in Beschlag genommen. Viel Leben im alten Gemäuer ist jetzt in jedem Fall garantiert.

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