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Schwerpunkte der Feuerwehreinsätze: Hochwasser: B 8 gesperrt

Von Wenn das Wasser nach Starkregen in den Kellern steht, helfen sich die Feuerwehren gegenseitig. Die Einsätze am Samstag dauerten weit über sieben Stunden.
In dieser überfluteten Tiefgarage im Königsteiner Weg in Liederbach setzte die Feuerwehr gleich drei Pumpen ein. 	Fotos: Reuß, Geiß, Hofmann Bilder > In dieser überfluteten Tiefgarage im Königsteiner Weg in Liederbach setzte die Feuerwehr gleich drei Pumpen ein. Fotos: Reuß, Geiß, Hofmann
Main-Taunus/ Höchst. 

Um 15.19 lief bei der Feuerwehr in Liederbach der erste Hilferuf ein, dann ging es Schlag auf Schlag. Das Unwetter am Samstagnachmittag traf dieses Mal vor allem Liederbach und Sulzbach, alle anderen Kommunen im Kreis kamen, von einzelnen Wassereinbrüchen in Keller abgesehen, glimpflich davon. Allerdings gibt es noch kein Gesamtbild über die Einsätze und die Schäden, sagt Thomas Rieger, Chef der Main-Taunus-Leitstelle. Erst im Laufe der Woche werde die Berichte aller beteiligten Feuerwehren eintreffen.

Beteiligt an den Einsätzen sind nicht nur die Wehren der betroffenen Orte, auch die aus den Nachbarkommunen kommen regelmäßig zu Hilfe. Liederbachs Bürgermeisterin Eva Söllner, die am Samstag im Ort bei den Rettungskräften und Hochwasseropfern unterwegs war, sagt dazu: „Wir waren kürzlich erst in Hattersheim, jetzt sind wir dankbar, dass die Hattersheimer uns zu Hilfe gekommen sind.“ Auch die Feuerwehr aus Hofheim war nach Liederbach gefahren. 7 Stunden und 26 Minuten hat der Einsatz von 60 Feuerwehrleuten dort gedauert, verpflegt wurden sie von den Maltesern aus Kelkheim, mit Aufräumarbeiten war auch der Bauhof beschäftigt. Die erreichbaren Mitarbeiter hatte die Bürgermeisterin aus dem Wochenende geholt. Sie mussten unter anderen dafür sorgen, dass Gullis, die mit Laub verstopft waren, wieder freigelegt wurden. Das habe die Gemeinde zwar erst kurz zuvor gemacht. „Aber ein paar Windstöße, und die ganze Arbeit ist umsonst“, sagt die Bürgermeisterin.

Bilderstrecke Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller nach Unwetter in Frankfurt
Nachdem sich am Samstagnachmittag gleich zwei Gewitter über Frankfurt entladen haben, ist es aufgrund der Wassermassen zu zahlreichen überfluteten Straßen gekommen.

Fotos: Reuß, Geiss, DemelBetroffen waren vor allem die Stadtteile Höchst und Unterliederbach. Auch Sulzbach war betroffen.Die Zufahrtsstraßen zum Main-Taunus-Zentrum waren teilweise nicht mehr passierbar.

Gearbeitet wird nach einer Prioritätenliste. Einige Bürger, deren Keller nass waren, seien zwar ungeduldig gewesen, weil die Feuerwehr nicht sofort nach ihrem Hilferuf eintraf, erzählt die Liederbacher Bürgermeisterin von ihrer Runde durch die Gemeinde. Aber die Feuerwehren haben bestimmte Kriterien, nach denen sie vorgehen. Zuerst rücken sie an die Stellen aus, wo beispielsweise elektrische Anlagen gefährdet sind oder gefährliche Stoffe wie Heizöl auslaufen könnten. Erst danach kümmern sie sich um Keller, in denen Wasser steht. Und da sind auch zuerst die dran, in denen das Wasser am höchsten steht. Die Hofheimer Feuerwehr wies bei ihrem letzten Einsatz deutlich darauf hin, dass die Hausbesitzer wenige Zentimeter Wasser durchaus auch mit Aufnehmer und Eimern aus dem Keller befördern könnten, und zum Saubermachen und zur Schlammbeseitigung sei sie auch nicht da.

Mit vollgelaufenen Kellern hatte auch die Feuerwehr in Sulzbach zu tun, sie musste aber auch noch der Feuerwehr aus dem Frankfurter Westen helfen. In Sulzbach selbst gab es 15 Einsatzstellen, betroffen war vor allem das Gebiet Bahnstraße, Hauptstraße, Klippelgarten und die B 8. Die war, wie die Zufahrt zum Dorint Hotel und zum MTZ wegen Überflutung mehr als eine Stunde gesperrt. Eigentlich ist das der Zuständigkeitsbereich der Frankfurter Feuerwehr, aber die hatte in den westlichen Stadtteilen schon reichlich zu tun, so dass ein gemeinsamer Einsatz der Wehren aus Frankfurt und dem Main-Taunus-Kreis dort nötig war. Mitgeholfen haben auch die Feuerwehren aus Eschborn, Flörsheim, Bad Soden, Schwalbach und das DRK Sulzbach als Verpflegungseinheit. Dass der Straßentunnel der B 8 überflutet war, lag an einer dort fest installierten Pumpe, die ausgerechnet am Samstag ihren Dienst versagte. Entsprechend kam niemand mehr ins MTZ hinein oder hinaus. Mancher Wochenend-Einkaufsbummel geriet so plötzlich zur Zerreißprobe für die Nerven, denn es ging wirklich nichts mehr. Erschwert wurde die Arbeit der Feuerwehren in Kellern und auf Straßen aber auch durch Schlamm, der von Feldern gespült wurde, erklärte Thomas Rieger. Unser Fotograf, der versuchte, die B 8 über Feldwege zu erreichen, blieb nur deshalb nicht stecken, weil er mit einem Geländewagen mit Allradantrieb unterwegs war. „Die Schlammbrühe ist kniehoch auf mein Auto zugeschossen, normale Autos wären in der Brühe abgesoffen und weggespült worden“, erzählt Maik Reuß.

Die Frankfurter Feuerwehr hatte aber auch noch mit einigen Bachläufen zu kämpfen, die über die Ufer getreten waren. Die meisten der 80 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren aus allen westlichen Stadtteilen und der Berufsfeuerwehr betrafen aber mehr oder weniger vollgelaufene Keller. Überflutete Straßen gab es nach Angaben der Frankfurter Feuerwehr nur recht wenige.

Besonders ärgerlich für die Feuerwehr sind an solchen Tagen dann Alarmierungen wie die in Eschborn, wo ein Löschzug zum Panoramahochhaus geholt wurde, obwohl der Brand eines Grills längst gelöscht war.

Auch die Alarmmeldung eines automatischen Brandmelders in Hofheim erwies sich als Fehlalarm. Kein Feuer, sondern die Energie eines Blitzschlags hatte das Gerät ausgelöst.

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