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Schatzjagd in Heimchen: Höfeflohmarkt in Unterliederbach feiert Teilnehmerrekord

Von Mit einem neuen Teilnehmerrekord lockte der diesjährige Flohmarkt im Heimchen in Unterliederbach: 40 Bewohner machten mit, verkauften Nippes, Klamotten oder Spielzeug in ihren Höfen und Einfahrten und luden damit zu einem Spaziergang durch die Siedlung mit ihren Häusern aus Klinkerfassaden ein.
Michael und Alexandra Stergiou sind aus Bornheim zum Höfeflohmarkt ins Heimchen gekommen – und haben ein altes Wählscheiben-Telefon ergattert. Bilder > Foto: Maik Reuß Michael und Alexandra Stergiou sind aus Bornheim zum Höfeflohmarkt ins Heimchen gekommen – und haben ein altes Wählscheiben-Telefon ergattert.
Unterliederbach. 

Michael Stergiou hat ein Stück Geschichte gekauft: Ein schwarzes Wählscheibentelefon aus den 50er Jahren. „Zehn Euro habe ich bezahlt“, erzählt der junge Familienvater. Zusammen mit seiner Frau Alexandra und seinem 13 Monate alten Sohn Angelus ist er an diesem Nachmittag Siedlung Heimchen unterwegs, stöbert auf dem Höfe-Flohmarkt und ist auf der Suche nach schönen Dingen. „Wir sind extra aus Bornheim hergefahren und zum ersten Mal auf dem Markt“, erzählt Alexandra Stergiou. Ihr Mann arbeite in Unterliederbach und habe von der Veranstaltung erfahren.

Ob das Telefon ein reines Deko-Objekt bleibt oder sogar angeschlossen wird, darüber möchte das Ehepaar nicht sofort eine Entscheidung treffen. „Ich fände es toll, wenn wir es wirklich als Telefon nutzen würden. Das ist mal etwas anderes als immer nur mit dem Handy zu telefonieren“, sagt sie.

Idee kam beim Grillen

Die Organisatoren des Flohmarkts heißen Alexander Liebig und Monica Hernandez. Die beiden sind Nachbarn und kamen, wie Hernandez erzählt, einst beim gemeinsamen Grillen auf die Flohmarkt-Idee. „In der Colonie in Zeilsheim gibt es ja schon seit langem einen Höfe-Flohmarkt, der sehr gut angenommen wird“, schildert Hernandez. „Wir dachten damals, warum soll das nicht auch bei uns in der Siedlung funktionieren.“ So sei die Idee umgesetzt worden.

Der Termin ist festgelegt, einmal im Jahr, immer am Samstag vor den Sommerferien, kann in den Höfen der Siedlung gefeilscht und gestöbert werden. „Wir machen den Flohmarkt jetzt zum achten Mal und haben in diesem Jahr sogar einen Teilnehmerrekord“, freut sich Hernandez. 40 Bewohner aus der Siedlung haben sich dieses Mal beteiligt. Ein Plan, der zum Mitnehmen ausliegt, zeigt den Besuchern, in welchen Straßen der Siedlung Bewohner ihre Türen für den Markt öffnen. „Hier fahren nur wenig Autos. Deswegen ist es gerade auch für Familien mit Kindern schön, über den Markt zu bummeln“, betont die Organisatorin.

Für einen guten Zweck

Hernandez hat gemeinsam mit ihrem Mann, den Töchtern und einer Freundin im Hof zu ihrem Haus mehrere Tische aufgestellt. „Die Familie sammelt immer das ganze Jahr über“, erzählt sie. Da komme einiges zusammen. Zudem gebe es auch Sachspenden von Freunden und Bekannten. Einen Teil des Verkaufserlöses spendet die Unterliederbacherin nämlich an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Auch die Freundin setzt sich für den guten Zweck ein und zwar für den Tierschutz. Dafür haben beide vor allem ihre Schränke ausgemistet. Zwei Kleiderständer sind gefüllt mit Jacken, Blusen, Hosen, Röcken und Kleidern. Eine Auswahl, die bei den Besucherinnen des Marktes gut ankommt. Viele bleiben stehen, probieren an und versuchen zu handeln. Nicht immer klappt es sofort mit dem Verkauf. Es ist vor allem der Spaß, der bei der ganzen Aktion im Vordergrund steht.

Hanne Eimann aus Unterliederbach findet bei Monica Hernandez eine Markenjacke, die sie vor allem wegen der Farbe – ein zartes Violett – sehr mag. Schnell sind sich die beiden einig und die Jacke hat eine neue Besitzerin. Eimann erzählt, dass sie schon voriges Jahr über den Flohmarkt im Heimchen geschlendert sei. „Ich finde es sehr schön, dass es alles von privat ist und keine Händler hier verkaufen“, sagt sie. Eimann mag Flohmärkte im Allgemeinen sehr gerne und fügt, bevor sie weitergeht, noch hinzu: „Man kann einfach etwas Schönes finden, über das man sich freut – und das nicht viel Geld kostet.“

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