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Norbert Altenkamp (CDU): "Ich bin ein eigenständiges Original"

Sechs Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Heinz Riesenhuber als Direktkandidat im Wahlkreis 181 (Main-Taunus-Kreis, Königstein, Kronberg, Steinbach). Das Höchster Kreisblatt stellt die Frauen und Männer vor. Dirk Müller-Kästner sprach mit Christdemokrat Norbert Altenkamp, den die Main-Taunus-CDU als Nachfolger von Bundestags-Dino Heinz Riesenhuber auserkoren hat. Ex-Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber tritt nach mehr als vier Jahrzehnten im Bundestag nicht mehr als Direktkandidat an.
Der CDU-Kandidat: Norbert Altenkamp im Gespräch mit Kreisblatt-Redakteur Dirk Müller-Kästner. Foto: Maik Reuß Der CDU-Kandidat: Norbert Altenkamp im Gespräch mit Kreisblatt-Redakteur Dirk Müller-Kästner.
Main-Taunus. 

Herr Altenkamp, was wird sich ändern, wenn Sie statt Heinz Riesenhuber in den Bundestag einziehen?

NORBERT ALTENKAMP: Die Leute schätzen Stabilität und Kontinuität. Da werde ich nicht viel ändern, sondern vieles ähnlich machen. Das ist auch so in meinem Wesenszug verortet. Professor Riesenhuber hat in bemerkenswerter Art und Weise die Bürgernähe gesucht und aufrechterhalten. Auch mein Prinzip ist Bürgernähe, ich werde immer ein Politiker zum Anfassen sein.

Von Recklingshausen nach Bad Soden

Norbert Altenkamp wurde im Jahr 2003 von der Bad Sodener CDU von Recklinghausen in den Taunus geholt. Er sollte Nachfolger von Kurt E.

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Sie sind also – so sie wie erwartet in den Bundestag gewählt werden – viel im Wahlkreis unterwegs?

ALTENKAMP: Selbstverständlich, wie es die Menschen auch von Professor Riesenhuber gewohnt waren.

Werden Sie andere Schwerpunkte setzen?

ALTENKAMP: Es heißt: Schuster bleib’ bei deinen Leisten. Ich bin Diplom-Volkswirt. Folglich würde ich neben der aktuell so bedeutenden Innenpolitik meinen Schwerpunkt auf das Thema Wirtschaft legen. Denn eine funktionierende Wirtschaft sichert die Basis für Wohlstand und Arbeitsplätze. Deshalb pflege ich einen engen Draht zu unserer Wirtschaft im Wahlkreis und habe bereits bei mehreren Firmenbesuchen wichtige Impulse erhalten.

Welche Themen nehmen Sie im Auftrag der Main-Taunus-Bürger mit nach Berlin?

ALTENKAMP: Ich stelle hier immer wieder ein hohes Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und Stabilität fest. Die Wahl Trumps in den USA aber auch die Entwicklung in Nachbarländern, Stichwort Brexit, war für viele Menschen ein Weckruf. Sie wollen, dass sie gerade hier in der Region, in der Arbeitslosigkeit nicht das beherrschende Thema ist, auch weiterhin gut und sicher leben können.

Wie viel werden Sie in Berlin sein?

ALTENKAMP: Im Terminkalender stehen erst mal 21 Sitzungswochen. Was daraus an zusätzlichen Herausforderungen erwächst, lasse ich auf mich zukommen.

Haben Sie schon eine Vorstellung, wie viele Aufsichtsratsposten Sie übernehmen werden? Heinz Riesenhuber gehört seit Jahren zu den Abgeordneten mit besonders vielen Aufsichtsratsmandaten.

ALTENKAMP: Da können Sie mal einen Haken dran machen. Ich werde allerdings weiterhin Kreispolitik machen und mein Kreistagsmandat im Sinne der Menschen, die mich gewählt haben wahrnehmen und natürlich auch die Aufgaben, die daraus folgen, zum Beispiel im Verwaltungsrat der Sparkasse oder in Beiräten.

Wenn Riesenhuber seine Aufsichtsratsposten nach und nach abgegeben hat, könnten Sie diese ja übernehmen.

ALTENKAMP: Ich kandidiere für den Bundestag und nicht für Aufsichtsratsmandate, daher stellt sich diese Frage nicht.

Die Chance, dass Sie nach Berlin kommen, wird als groß eingeschätzt. Ihr Kreistagsmandat wollen Sie dennoch behalten. Warum?

ALTENKAMP: Ja. So was ist nicht unüblich. Und ich habe schließlich einen Auftrag. Ich bin bei der Kommunalwahl 2016, bei der ich auf der CDU-Liste schon relativ weit oben stand, noch von Platz fünf auf Platz drei hoch kumuliert worden. Das ist ein Wählerauftrag, der schlicht und ergreifend auch auszufüllen ist.

Werden Sie dann auch bei der nächsten Kommunalwahl erneut antreten?

ALTENKAMP: Wenn sich abzeichnet, dass sich das mit dem Bundestagsmandat vereinbaren lässt, wohl schon. Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass ein Bundestagsabgeordneter kommunalpolitisch in seinem Wahlkreis verankert ist und damit das Ohr an den Menschen vor Ort hat.

Das bedeutet dann auch ohne Aufsichtsratsmandate eine Menge Arbeit.

ALTENKAMP: Wenn man Verantwortung übernehmen will, muss man auch bereit sein, das entsprechend auszufüllen.

Haben Sie sich schon bei anderen Bundestagsabgeordneten außerhalb Ihres Wahlkreises informiert?

ALTENKAMP: Kontakte zu anderen Kandidaten habe ich natürlich. Es ist einfach wichtig, dass sich die hessischen Abgeordneten eng vernetzen und mit einer Stimme sprechen. Deshalb treffen sie sich auch zu Beginn einer Sitzungswoche, um sich abzustimmen.

Haben Sie sich in Berlin schon eine Wohnung gesucht?

ALTENKAMP: Ich werde da keinen Schnellschuss machen. Das Thema Unterkunft ist für mich zunächst zweitrangig. Zumal ich auch einen Neffen in Berlin habe, der seinen Onkel sicherlich vorübergehend aufnehmen würde.

Haben Sie sich mit den anderen Kandidaten hier im Kreis abseits verschiedener Pflichttermine schon mal getroffen und ausgetauscht?

ALTENKAMP: Nein. Warum auch. Jeder muss sich zunächst selbst positionieren.

Was nimmt mehr Zeit in Anspruch: Ihr Bürgermeisteramt oder der Wahlkampf?

ALTENKAMP: Die eine Aufgabe darf unter der anderen nicht leiden. Ich erfülle natürlich meine Pflichten als Amtsinhaber zu 100 Prozent, bin aber auch zu 100 Prozent Wahlkämpfer.

. . . und Sie haben keine Zeit mehr für andere Dinge.

ALTENKAMP: Die Ruhepausen sind tatsächlich extrem eingedampft. Und in der heißen Wahlkampfphase nach den Sommerferien habe ich eigentlich keine Zeitfenster mehr frei.

Wie wird Ihr Wahlkampf in der heißen Phase noch aussehen?

ALTENKAMP: Ich werde weiterhin in allen unseren 15 Städten und Gemeinden unterwegs sein und mich den Fragen der Bürgerinnen und Bürgern stellen. Das bestimmende Element wird dabei der klassische Haustür-Wahlkampf. Ich will mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen.

Welcher Wahlkampf-Typ sind Sie?

ALTENKAMP: Ich bin ein klassischer CDU-Wahlkämpfer, aber die Elemente des klassischen Wahlkampfes, welche sich im Kern bewährt haben, werden durch den Block Soziale Medien ergänzt. Da habe ich ein engagiertes Team an meiner Seite.

Haben Sie ein Ziel, wie viele Hausbesuche Sie machen wollen?

ALTENKAMP: Ich weiß, dass es möglich ist, in vier Wochen an 5000 Haustüren persönlich vorbeizuschauen und mit den Menschen zu sprechen. Das ist physisch mit der Unterstützung meiner Parteifreunde vor Ort leistbar.

Welche Überraschungen haben Sie sich für den Wahlkampf noch aufgehoben?

ALTENKAMP: Wenn ich jetzt darüber rede, ist es keine Überraschung mehr. Auf jeden Fall gehe ich mit viel Engagement in den Wahlkampf, wie es die Menschen aus meinen bisherigen erfolgreichen drei Direktwahlkämpfen gewohnt sind. Nur der Einzugsbereich ist nun um ein Vielfaches größer.

Die Anonymität ebenfalls. . .

ALTENKAMP: Es ist völlig normal, dass der Grad der Anonymität steigt. Das Schöne ist aber, dass ich 15 starke Stadt- und Gemeindeverbände hinter mir weiß, die mich aus eigener Initiative heraus dabei unterstützen, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger persönlich kennen zu lernen. So fügt sich alles zu einer soliden Teamleistung.

Wenn Sie viel von Riesenhuber übernehmen: Fliege oder Krawatte?

ALTENKAMP: Ich bin da bei der Krawatte. Insofern wählen Sie am 24. September nicht nur inhaltlich, sondern auch modisch ein eigenständiges Original.

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