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Bürger sind verärgert: Initiative gegen Raser und Lärm an der Limesspange

Von Die Lärm-Situation an der Limesspange habe sich in den letzten Jahren enorm verschlechtert, argumentieren die Anlieger, die sich zu einer Bürgerinitiative zusammen geschlossen haben. Raser und Autofahrer, die riskante Überholmanöver starten, sind ein weiterer Punkt, der die Anwohner besorgt und ärgert.
Jürgen Krieg steht an der Limesspange und hält sich die Ohren zu. Nicht nur wenn Lkw vorbeidonnern, wird es im Wohngebiet nebenan laut. Foto: Knapp Jürgen Krieg steht an der Limesspange und hält sich die Ohren zu. Nicht nur wenn Lkw vorbeidonnern, wird es im Wohngebiet nebenan laut.
Sulzbach. 

Wenn mehr als 17 000 Fahrzeuge und die S-Bahn mehr als 80 mal pro Tag keine 40 Meter am Wohnzimmer oder Garten vorbei donnern, kann dies schon mal das Kaffeegeschirr erschüttern oder das Würstchen auf dem Grill sich von selbst umdrehen. Dies erleben Sulzbacher Anlieger an der Limesspange (L 3014) Tag für Tag. Die Sulzbacher, die direkt an der Limesspange wohnen, wollen den Verkehrslärm nicht mehr hinnehmen. Sie haben eine Initiative gestartet, in der sie Kontakt zu den zuständigen Gemeindebehörden und deren Vertreter, Landesregierungspräsidien und Polizeidirektionen haben. Ziel ist es, finanzielle Mittel von Hessen Mobil für die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmreduktionsmaßnahmen bereitzustellen und diese schnellstens umzusetzen.

Bürgermeister will helfen

Im Namen zahlreicher Anwohner in der Straße „Unterm Waldweg“ und der Staufenstraße hat der Vorsitzende des Verwaltungsbeirates einer Wohnungseigentümergemeinschaft am „Unterm Waldweg“, Jürgen Krieg, die Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid angeschrieben und um Aufnahme in den Lärm-Aktionsplan Hessen gebeten. Er skizziert darin die Ursachen des Lärms und die Belastung. Er listet auf, wie Gegenmaßnahmen aussehen könnten. Die Bürgerkommentare und Vorschläge werden zurzeit bearbeitet. Sie sollen in den nächsten Wochen zur Stellungnahme an die Gemeinde Sulzbach gesandt werden.

Jürgen Krieg hat den Bürgermeister um Unterstützung gebeten. Er ist inzwischen gut informiert und weiß: „Ab bestimmten Dezibel-Grenzwerten sind Maßnahmen zur Verkehrslärmminderung- und Vermeidung gesetzlich vorgeschrieben.“ Er sei sicher, dass Lärmschutzwände, wie sie vor ein paar Jahren an der Ausfahrt der Bahnstraße zur alten B 8 installiert wurden, den Lärm wesentlich mindern würden. Den BI-Mitgliedern ist klar, dass sich die Verkehrssituation an der Limesspange wohl nicht mehr zurückdrehen lässt. Sehr wohl lässt sich ihrer Meinung nach die künftige Entwicklung aber anwohnerfreundlich gestalten.

120 Personen auf Liste

Jürgen Krieg, der mit seiner Familie seit 2015 in der Straße „Unterm Waldweg“ lebt, wusste, wohin er zieht. Allerdings habe sich die Lärmschutz-Situation in wenigen Jahren enorm verschlechtert. Nach Gesprächen mit den Nachbarn beschloss er, aktiv zu werden. Jürgen Kriegs Nachbar Thomas Rode wohnt seit 2006 dort. Er bestätigt, dass sich die Lärmbelästigung in den vergangenen zwölf Jahren erheblich verstärkt hat.

Auf der Liste haben Familien unterschrieben, die für 120 Personen stehen. Jürgen Krieg erinnert daran, dass in Unterliederbach und bei Niederhofheim fest installierte Geschwindigkeitsmesser erst nach tödlichen Unfällen eingerichtet wurden: „Muss es denn wirklich so weit kommen, bis etwas geschieht?“ Krieg weiter: „Wir wollen einerseits auf keinen Fall der Entwicklung der Gemeinde Sulzbach im Wege stehen, andererseits aber auch die erheblichen Nachteile durch die Verkehrslärmzunahme für Sulzbacher Bürger vermindern.“

Der Lärm ist eine Sache, Raser und riskante Überholvorgänge bilden nach Ansicht der Anwohner ein weiteres Problem. An der Limesspange beobachten sie häufig, dass besonders in den Abend- und Nachtstunden die Begrenzung auf Tempo 60 nicht eingehalten wird. Weiterhin seien gefährliche Überholvorgänge auf den Abbiegespuren und Beschleunigungen in der Gelbphase der Ampel zu verzeichnen. Hinzu kommen nach den Erlebnissen der Anwohner Raser, die unverhältnismäßig stark beschleunigen und dadurch unerträglichen Krach machen. Bei eigenen Messungen wurden Dezibel-Werte jenseits der 100 gemessen. Von der gedankenlosen Gefährdung der Fußgänger und Radfahrer auf und an der Kreuzung ganz zu schweigen.

Die Bürgerinitiative „Unterm Waldweg“ kann mit der Unterstützung der Gemeinde Sulzbach rechnen. Auch der Gemeindevorstand hat eine Stellungnahme zur Neuauflage des Lärmaktionsplans abgegeben. Bürgermeister Elmar Bociek äußerte sich auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir unterstützen die Initiative der Anwohnerinnen und Anwohner im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten.“ Dazu – so Bociek – zählen das Blitzen sowie die Weitergabe von Beobachtungen und Erfahrungen. Die geplanten Aktionen würden auch künftig von der Gemeinde flankiert.

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