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Jetzt macht mal einen Punkt!

Von Was ist das Besondere an Nied? Die aktive Bürgerschaft – sagen zum Beispiel die Macher eines Projekts. Sie waren Gast beim 14. Stadtteil-Fest, das allein schon die Nieder Lebendigkeit belegt.
Valida Jahic (l). aus Höchst klebt einen Punkt auf einen ihrer Nieder Lieblingsorte. Projekt-Macherin Franziska Mucha sieht’s mit Freuden.	F: Reuß Foto: Maik Reuß Valida Jahic (l). aus Höchst klebt einen Punkt auf einen ihrer Nieder Lieblingsorte. Projekt-Macherin Franziska Mucha sieht’s mit Freuden. F: Reuß
Nied. 

Ist das Nieder „Wildwasser“ am früheren Wehr nun der schönste Ort im Stadtteil oder doch der Kinderspielplatz an der Wörthspitze? Frank (51) überlegt noch. Auf dem Stadtteilplan vor ihm markieren Klebepunkte die Stellen, die den Niedern am besten gefallen. Und die Orte, die allen am unangenehmsten sind. Da liegt der Nieder Bahnhof ganz vorne: „Ekelhaft. Die Bahndämme sind vermüllt, da gibt es Ratten“, haben die Mitarbeiter des Historischen Museums notiert.

Auf dem Hof der Niddaschule geht es ihnen darum, ein stimmiges Bild des Stadtteils zu erstellen. „Wir wollen herausfinden, was das Besondere an jedem Stadtteil ist“, erklärt Franziska Mucha. Zusammen mit ihrem Kollegen bittet sie die Besucher des 14. Nieder Stadtteilfests, Fragebogen auszufüllen, ihren Lieblingsort im Stadtteil zu benennen – und ihren persönlichen „Un-Ort“. Die Ergebnisse sollen in ein Frankfurt-Modell einfließen, dass ab 2017 im Neubau des Historischen Museums auf dem Römerberg zu sehen sein soll.

Es werde kein 1 : 1-Modell der Stadt, erklärt Franziska Mucha, die mit ihrem Kollegen in den nächsten Monaten auf Tour durch alle 43 Stadtteile Frankfurts geht. Das 70-Quadratmeter-Modell soll zeigen, was den Frankfurtern wichtig ist. Der niederländische Künstler Herman Helle hat bereits ein solches Modell für das Rotterdamer Maritim-Museum erstellt. Es wird freistehend sein; man kann darum herumlaufen und auch den Main als Mittelgang nutzen. „Frankfurt jetzt“ wird das Modell heißen.

Insider-Wissen sammeln

Außer in Nied war Franziska Mucha bereits in Höchst, Griesheim und gestern beim Unterliederbacher Parkfest dabei, um die Stadtteilmeinung zu erfragen. „Wir haben jetzt, nach nur einem Monat, schon 500 Fragebögen zusammen“, berichtet sie. Im Frankfurter Westen sei die Befragung vergleichsweise einfach: „Anderswo haben wir nicht eine so aktive Bürgerschaft“, ist ihr aufgefallen. Das Modell, das ab 2017 im Historischen Museum stehen wird, ist nicht auf das eigentliche Schaustück begrenzt, sondern wird mit Datenprojektionen, Fotos und Videos ständig erweitert. „Es ist eine Sammlung an Insider-Wissen, wie es sie sonst nirgends gibt“, sagt Franziska Mucha. Daran mitarbeiten kann jeder: Informationen und der Fragebogen sind unter www.mein-frankfurt-modell.de im Internet abrufbar.

Mit dem Chor der Niddaschule ist das 14. Stadtteilfest am Samstag auf dem Schulhof der Niddaschule eröffnet worden. Der organisierende Vereinsring Nied wurde 1955 gegründet, ist in diesem Jahr also 60 Jahre alt geworden. Helmut Grohmann, der Vorsitzende des Vereinsrings, begrüßte am Nachmittag die Gäste und warb für die Teilnahme an der Frankfurt-Modell-Aktion. Auch am Stand des Präventionsrats wurden die Nieder um ihre Meinung gebeten: Gibt es genügend Angebote für Kinder? Wie steht es um die persönliche Sicherheit, um die Sauberkeit im Stadtteil?

Vielfalt der Menschen

Während die „Panorama Dance Crew“ der Panoramaschule auf der Bühne tanzte, wurden fleißig Punkte vergeben. Die Stadtpolizei und die Landespolizei berieten; es wurden Fahrräder codiert und Tipps zum Zusammenleben im Stadtteil ausgetauscht. Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, stellte ihren Wirkungskreis vor. Gegen die Hitze hatte die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Nied einen Wasserschleier auf der Wiese zur Nidda aufgebaut. An insgesamt 21 Ständen stellten sich Vereine vor. „Zum ersten Mal ist ein ausländischer Verein beim Stadtteilfest dabei“, freute sich Helmut Grohmann: Der deutsch-pakistanische Kulturverein „Pak Bann“ nutzte die Gelegenheit, für sich zu werben. Der 1. Nieder Carneval-Club (NCC) bereicherte das Programm mit einem Tanz der „Little Diamonds“ und einem Solo-Auftritt von Chantal Birhane (11). Die Fränki-Elf, der VdK, die Awo, der Schachclub König, der Förderverein der Niddaschule, der Gewerbeverein, das Volkstheater, die katholische Pfarrgemeinde und der Heimat- und Geschichtsverein versorgten die Gäste.

Am Abend spielte der Musiker Kevin Henderson. Bei der Stadtmission ging es derweil um Identitätsbildung: „Bei der Fotoaktion ,Ich bin Nied‘ geht es darum, die Vielfalt der Menschen zu erkennen“, sagte Helmut Grohmann. „Wir sind nicht nur hier, um Essen und Trinken zu verkaufen.“

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