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Junge Hessin hilft herrenlosen Tieren in Not

Die 19 Jahre alte Diedenbergerin freut sich, dass sie etwas Sinnvolles machen kann und dabei das Land und die Sprache kennenlernt.
Diedenbergen. 
Sofia Helfrich kümmert sich um Straßenhunde in Portugal. 	Foto: privat Bild-Zoom
Sofia Helfrich kümmert sich um Straßenhunde in Portugal. Foto: privat

Was Sofia Helfrich seit Anfang September in der Stadt Lousã im Herzen von Portugal im Rahmen ihres Europäischen Freiwilligendienstes ein Jahr lang macht, gleicht ein einem Kampf gegen Windmühlen. Denn der städtische Hundezwinger, in dem sich die Tierschutzorganisation Louzanimales engagiert, ist eigentlich nur für 20 Straßenhunde gebaut worden. Tatsächlich ist der Zwinger stets, wie viele andere Tierheime im Land, mit fast der doppelten Zahl von Vierbeinern überfüllt. Daran ändert auch das Landesgesetz nichts, dass eingefangene Straßenhunde nach acht Tagen entweder ein neues Zuhause gefunden haben müssen oder eingeschläfert werden dürfen.

 

Umdenken

 

Ähnlich wie in Griechenland oder Spanien gibt es so viele Straßenhunde, dass der Nachschub im Zwinger nie abreißt. Die Straßenhunde werden zwar auch von den Portugiesen als Plage empfunden. „Aber die Sterilisation und Kastration, die auch bei Straßenkatzen die Populationen eindämmen sollen, werden von einigen immer noch als Grausamkeit empfunden“, betonte jetzt die junge Frau während ihres Heimat-Urlaubs. „Mittlerweile gibt es aber ein Umdenken, weil sich auch in Portugal immer mehr Tierschutzorganisationen gegründet haben“, so Helfrich. Ziel solcher Freiwilligen-Organisationen wie Louzanimales, sei die Vermittlung der Straßenhunde innerhalb des Landes, was im Gegensatz zur Vermittlung nach Deutschland wesentlich weniger Zeit und Geld kostet. Dabei wird jede weitere ehrenamtliche Hilfe gerne angenommen.

Das war auch einer der Gründe, warum sich die junge Frau nach ihrem Abitur für diesen Europäischen Freiwilligendienst beworben hat, bei dem die Reisekosten bis zu einem bestimmten Budget übernommen werden und die Unterkunft gestellt wird. Außerdem gibt es Essens- und Taschengeld (in ihrem Fall insgesamt 210 Euro). „Der Europäische Freiwilligen Dienst ist im Gegensatz zum Freiwilligen Sozialen Jahr hier eine gute aber kaum bekannte Möglichkeit, ein neues Land kennenzulernen und dabei auch noch eine sinnvolle Arbeit zu machen.“ Außerdem will Sofia Portugiesisch lernen.

 

Füttern und Pflege

 

Dreimal pro Woche hilft die junge Frau zusammen mit einem türkischen Freiwilligen im städtischen Hundezwinger, der in enger Kooperation mit Louzanimales steht, beim Füttern und der Pflege der oft kranken und völlig verfilzten Tiere sowie beim Saubermachen. Die Diedenbergerin, deren Hobby die Fotografie ist, kümmert sich an den anderen Tagen um die professionelle Vermittlung der Straßenhunde via Internet. Dazu kommen Benefiz-Aktionen, um Tierfutterspenden oder Geld für Tierarztbehandlungen zu bekommen.

Sofia Helfrich fand es schrecklich, als einmal entschieden wurde, dass einige alte und kranke Tiere eingeschläfert werden sollten, um Platz für Neuankömmlinge schaffen zu können. Mittlerweile hat sie sich aber damit abgefunden. Denn die unheilbar kranken Straßenhunde haben praktisch keine Chance, vermittelt zu werden. „Es gab Phasen, in denen ich dachte, was machst du hier eigentlich, weil ich das Problem der Straßenhunde nicht lösen kann“, gibt sie zu. Aber jeder vermittelte Hund – wie die von ihr besonders geliebte Hündin Dory – ist für sie wie die anderen Engagierten ein Erfolg. „Deshalb geben wir nicht auf.“ In den nächsten acht Monaten ihres Freiwilligendienstes will sich Sofia Helfrich auch verstärkt um die Katzenkolonien in Louisã kümmern.

Es gibt viel zu tun. Deshalb hofft Sofia Helfrich auch auf Unterstützung für die Tierschutzorganisation. Infos unter www.louzanimales.blogspot.com.

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