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Pelzige Preisträger: Kaninchenzucht: Pauline Schmidt ist die neue Kreisjugendmeisterin

Über hundert Kaninchen mussten bei der Kreisschau und Kreisjugendschau in der Kleintierzuchtanlage Bremthal den kritischen Blicken der Jury standhalten. Bei vielen Besitzern hat die Liebe zur Langohr-Zucht Familientradition. Auch die aktuellen Gewinner kamen über ihre Großeltern zum „tierischen“ Hobby.
Pauline Schmidt und Thomas Bayer vom Bremthaler Kleintierzuchtverein zeigen hier ein schwarzes Alaska-Kaninchen. Foto: Hans Nietner Pauline Schmidt und Thomas Bayer vom Bremthaler Kleintierzuchtverein zeigen hier ein schwarzes Alaska-Kaninchen.
Bremthal. 

Bei der Zucht von Kaninchen geht es um viel mehr als nur die klassische Stallhaltung. Neulinge und Züchter müssten vieles beachten. Auch geht es um eine Verantwortung des Menschen für das Tier. Gerd Dillenberger, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, ist im Organisationsteam der Kreisschau aktiv. Er sitzt mit dem Ausstellungsleiter und Vorsitzenden der Bremthaler Züchter, Jochen Schönian, im Vereinsheim und erzählt: „Früher hat man auch von Hasen und Kaninchen gelebt. Die Zucht war weit verbreitet, es war das Fleisch des kleinen Mannes.“ Fast jeder Haushalt hielt Kaninchen und schlachtete regelmäßig. Das habe sich längst geändert. Kaninchenfleisch werde zwar noch immer gegessen, doch im Vordergrund stehe das Hobby mit Zucht, Wettbewerb und Prämierung.

Familientradition

Schönian freut es, dass die Kaninchenzucht immer noch bei Alt und Jung beliebt ist. Die Tradition werde häufig innerhalb der Familie weitergeben. Kinder lernten vom Vater oder Großvater alles Wissenswerte und schnupperten so frühzeitig in das anspruchsvolle Hobby. Auch er sei über den Großvater zur Kaninchenzucht gekommen. Bei Dillenberger war dies ebenso.

14 Aussteller zeigen 120 Kaninchen verschiedenster Rassen

Jochen Schönian freute sich, dass der Kreisverband Main-Taunus zum wiederholten Mal den Zuchtverein Bremthal zum Veranstalter der Kreisschau und Kreisjugendschau ausgewählt hatte.

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Vor etwa drei Jahren hat sich auch die neunjährige Pauline Schmidt mit dem „Zuchtfieber“ infiziert. Wie Schönian und Dillenberger ist auch sie über die Großeltern an das Hobby der Pflege und Vermehrung der flauschigen Langohren herangeführt worden. Ihr Talent ist unbestreitbar. Innerhalb kürzester Zeit hat die kleine Bremthalerin einige Preise gewonnen. Auf der Kreisjugendschau hat sie sich gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt und ist mit 382 Punkten neue Kreisjugendmeisterin.

Pauline Schmidt freut sich sehr über ihren Pokal. „Das ist toll, dass mein Kaninchen gewonnen hat.“ Ihr pelziger Freund mit den schwarzen Löffeln wurde von ihr artgerecht gehalten, gehegt, gepflegt und gefüttert. „Einen Namen habe ich meinem Kaninchen aber nicht gegeben“, gibt sie zu. Denn sie weiß, dass es sich um ein Rassekaninchen handelt, das verkauft oder geschlachtet werden kann, und möchte die Bindung daher nicht zu eng werden lassen.

Ställe ausmisten

Paulines Oma, Ursula Schmidt erzählt: „Mein Mann hatte 70 Kaninchen. Die mussten wir abschaffen, da Paulines Papa allergisch war.“ Mit der Idee, eine Parzelle im Zuchtverein Bremthal zu übernehmen, ging man dem Problem schließlich aus dem Weg. Pauline investiert viel Freizeit in die Zucht, beschäftigt sich mit den Kaninchen, mistet natürlich auch regelmäßig die Ställe aus.

Thomas Bayer von der Zuchtgemeinschaft Bayer-Lauer ist schon derart lange dem tierischen Hobby verfallen, dass er nicht einmal mehr weiß, wann dies seinen Anfang nahm. Seine Tiere räumen regelmäßig Preise ab und sind auf Schauen beliebt. Erst vor zwei Wochen war er mit ihnen in Hamburg bei der überregionalen Alaska- und Havanna-Clubschau. Bei der Kreisschau in Bremthal gewinnt sein Zuchtbetrieb mit 387,5 Punkten die Hessische Preismünze in Bronze für die beste Zuchtgruppe.

Bayer streichelt seinen tierischen Freunden liebevoll über das tiefschwarze Fell und erklärt sich seinen Erfolg so: „Manche denken, sie könnten sich kurz vor den Wettbewerben um die Kaninchen kümmern. Das geht nicht. So eine Zucht fordert 365 Tage im Jahr Einsatz.“ Wer seine Tiere liebe und pflege, der habe auch Erfolg. Die Frage, wie viele Pokale er bereits gewonnen habe, kann er nur schätzungsweise beantworten: „Allein auf einer Show habe ich mal zwanzig Pokale gewonnen. Mittlerweile kann ich gar nicht mehr alle zählen. Mindestens drei Säcke lagern auf dem Speicher.“ Nur die wichtigsten und wertvollsten Auszeichnungen stelle er noch auf. Viele seiner Pokale hat er dem Nachwuchs gespendet. Und sagt lächelnd: „Die Kinder freuen sich ja immer, wenn sie einen Pokal bekommen. “

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