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Eppsteiner Tierheim: Kein Geld für das Hundehaus

Von Eppstein wird sich in diesem Jahr nicht mehr an Investitionen im Tierheim Arboretum beteiligen. Der Tierschutzverein Bad Soden-Sulzbach hängt in der Luft.
Miles ist einer der Vierbeiner, die Sulzbacher Hundehaus leben. Miles ist einer der Vierbeiner, die Sulzbacher Hundehaus leben.
Eppstein. 

Nein, drohen wolle sie den Eppsteiner nicht, sagt Agnes Haßler, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Soden/Sulzbach und Umgebung. Denn die Zusammenarbeit mit der Burgstadt habe über all die Jahre ja gut funktioniert. Und wenn es nach dem Verein geht, soll sich daran nichts ändern.

Allerdings wäre da das Problem mit dem Hundehaus im Tierheim. Das ist so marode, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt. Ein Neubau aber würde, mit allen Nebenkosten, etwa 720 000 Euro kosten, alle Nebenkosten wie Erschließung und Außenanlagen mitgerechnet. 100 000 Euro soll jede Kommune beisteuern, aus der Fundtiere aufgenommen werden – das sind Hofheim, Sulzbach, Eschborn, Bad Soden, Schwalbach und eben auch Eppstein.

Die andern Kommunen haben sich bereit erklärt, die Mittel zur Verfügung zu stellen, Eppstein aber nicht. Wegen der angespannten Haushaltslage habe der Antrag des Vereins bei der Aufstellung des Haushalts 2015 keine Berücksichtigung gefunden, heißt es in einer Magistratsvorlage für den Haupt- und Finanzausschuss. Dass die Stadt daher in diesem Jahr keine Möglichkeit sieht, das Vorhaben zu unterstützen, das hat Bürgermeister Alexander Simon dem Verein unlängst mitgeteilt.

 

Grundsätzlich dafür

 

Ganz so einfach kann es sich die Stadt aber nicht machen. Denn sie ist verpflichtet, sich um Fundtiere zu kümmern. Mit dem Tierschutzverein Bad Soden/Sulzbach hat sie vereinbart, dass dies das Tierheim am Arboretum übernimmt, gegen Zahlung von derzeit 3300 Euro jährlich. Der Vertrag läuft allerdings im Jahre 2018 aus. Es müsse gefragt werden, ob der Vertrag verlängert werden könne, so Haßler unlängst im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Sulzbach. Wenn nicht, hat Eppstein natürlich ein Problem.

Der Bürgermeister stehe dem Projekt generell wohlwollend gegenüber, sagt Haßler aber auch. „Es wird gar nicht bestritten, dass es notwendig ist“, so Simon zum Kreisblatt. Aus dem laufenden Haushalt 100 000 Euro herauszuquetschen, das sei einfach nicht drin. Und 2016? Die Aufstellung des neuen Haushaltsplanes beginne im September, die Beratungen im Parlament im November, kündigt Simon an. Ob dann das Tierheim bedacht werden könne, sei offen.

„Das ist für uns unbefriedigend, wir hängen in der Luft“, kommentiert Agnes Haßler diesen Stand der Dinge. Der Eppsteiner Magistrat hat in seiner Vorlage selbst darauf hingewiesen, dass „dem Vernehmen nach“ die anderen Kommunen nur zahlen, wenn alle Kommunen zahlen. Ganz so ist es nicht, die Hofheimer Stadtverordnetenversammlung hat den Sperrvermerk aufgehoben, Sulzbach wenigstens die Hälfte des Geldes frei gegeben.

 

Eschborn zahlt auch nicht

 

Bei Soden und Schwalbach hofft der Verein, dass es nicht von der Eppsteiner Zusage abhängig gemacht wird, aber Eschborn hält an dieser Bedingung strikt fest. Der Tierschutzverein würde im Spätsommer oder im Herbst ganz gerne den Startschuss für die Bauarbeiten geben, aber so lange die Finanzierung mit so vielen Fragezeichen versehen ist, so lange geht das nicht.

Eventuell könnte Eppstein ja wenigstens einen Teilbetrag locker machen, hofft sie. 20 000 Euro etwa, das wäre ein Signal an die anderen Kommunen, und möglicherweise könnte man dann tatsächlich noch 2015 mit dem Bau beginnen. Umgekehrt steht für Haßler aber auch fest: „Das Projekt platzt, wenn Eppstein nicht mitmacht.“

Bürgermeister Simon lässt durchblicken, dass der Verein die Stadt nicht zwingen kann – die vertraglichen Vereinbarungen gäben das nicht her, und im vergangenen Jahr seien aus Eppstein gerade drei Hunde in dem Heim aufgenommen worden. An der Zahl der Tiere könne man dies nicht festmachen, argumentiert dagegen Haßler. Ihr geht es auch um eine gewisse Wertschätzung der Arbeit des Vereins. 365 Tage im Jahr in zwei Schichten seien ehrenamtliche Helfer da, um sich um die Tiere zu kümmern. Außer Sulzbach zahle auch keine der beteiligten Kommunen den vom Tierschutzbund empfohlenen Beitrag von einem Euro im Jahr – auch Eppstein lasse es bei 25 Cent pro Einwohner bewenden.

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