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Kein Treffen mit Vogler in Miami

Von Der Linke Bernd Hausmann fragt sich nun öffentlich, ob sich die Bürgermeisterin mit dem Rosenberg-Hotelier Vogler in Florida getroffen habe.
Von links nach rechts: Wolfgang Vater,  W. Winckler und Gisela Stang. Von links nach rechts: Wolfgang Vater, W. Winckler und Gisela Stang.
Hofheim. 

Bürgermeisterin Gisela Stang geht zum Gegenangriff über. Juristisch kann sie den Verdächtigungen, die der Linke Bernd Hausmann streut, nicht beikommen. Deshalb hat sie gestern in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärt: „Wie Sie alle wissen, verbringe ich seit 1999 alle meine Jahresurlaube gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Herrn Dr.  Rüdeger Schlaga auf seinem geerbten Boot (Baujahr 1976) auf den Bahamas. Jeder Urlaub, jeder Flug und jede Hotelübernachtung wurde und wird von mir selbst bezahlt.“

Stang weiter: „Wie viele wissen, weil ich dies u.a. im Haupt- und Finanzausschuss auch berichtet hatte, habe ich vor einigen Jahren, am 16.  Dezember 2005, auf dem Weg in den Urlaub einen mehrstündigen Zwischenstopp in Miami genutzt, um mir einen Eindruck von den dortigen Immobilienunternehmungen von Herrn Vogler zu verschaffen. Dabei wurde ich von Herrn Dr. Schlaga begleitet. Selbst da hatten wir weder Herrn noch Frau Vogler getroffen.“

Ein mir damals unbekannter Mitarbeiter, der jetzige Geschäftsführer Herr Stelter, habe sie vom Flughafen ab geholt. „Er bot uns nach dem Transatlantik-Flug Erfrischungen in einem Appartement an, führte uns dann durch die Büroräume der Fima des Herrn Vogler und zeigte uns Immobilienobjekte, die dieser entwickelt hatte. Mir ging es bei dem Besuch lediglich darum, mir ein Bild von den Unternehmungen eines Hofheimer Unternehmers, des Herrn Vogler, zu machen“, erklärt Stang. „Mit der Familie Vogler bzw. deren Angehörigen verbindet mich keine private Beziehung oder gar Freundschaft. Ich habe weder von der Familie Vogler noch von den Firmen des Herrn Vogler weder direkt noch indirekt Vorteile erhalten noch eingeräumt bekommen.“

In der Pressekonferenz wurde Stang begleitet von Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater und Stadtrat Wolfgang Winckler, der sich im Zusammenhang mit dem Hotel Rosenberg auch seit einiger Zeit Angriffen Hausmanns ausgesetzt fühlt. Der würde ihm unterschwellig immer wieder Untreue zu Lasten der Stadt vorwerfen, beklagt sich Winckler. Untreue ist bekanntermaßen strafbar.

Wolfgang Vater erklärt, was ihn an Hausmanns Vorgehen so ärgert. Der Linke hat für die kommende Stadtverordnetenversammlung eine Anfrage gestellt, die lautet: „Haben bzw. hatten hauptamtliche Mitglieder des Magistrats der Stadt Hofheim am Taunus über ihre dienstlichen Kontakte mit Herrn Hans-Josef Vogler hinausgehende private Kontakte zu dem Ehepaar Vogler? Insbesondere: Fanden solche Kontakte in Amerika statt?“ Zuvor aber, und das macht Vater so sauer, hatte Hausmann schon alle möglichen Stellen, unter anderem die örtlichen Journalisten und Zeitungen, mit Mails darüber informiert, das er Gerüchte kenne, nach denen sich Gisela Stang mit Vogler in einem Appartement in Miami getroffen habe. In diesem Zusammenhang war unter anderen auch von einer „Florida Connection“ die Rede.

Diese Verbreitung von Gerüchte liege unter der Strafbarkeitsgrenze, erklärte Vater, der von Beruf Rechtsanwalt ist. Hausmann verkünde ja nichts, er stelle nur Fragen - beispielsweise, ob es möglich sein könne, dass sich Stang mit Vogler getroffen habe. „Das ist eine Grauzone“, sagt Vater. Wolfgang Winckler, früher als Verwaltungsrichter tätig, hat deshalb bislang ebenfalls von Strafanzeigen gegen Hausmann abgesehen. „Der Vorwurf der Untreue trifft mich persönlich und ist gegen meine Ehre gerichtet“, sagt Winckler. Aber ein Gericht könne unter Umständen entscheiden, dass eine von Hausmann gewählte Frage oder Formulierung rechtens sei, auch wenn der Inhalt nicht stimme. Genau das will Winckler vermeiden. Auch Stang hat Hausmanns Äußerungen von mehreren Juristen prüfen lassen.

Stadtverordnetenvorsteher Vater verkündet, dass auch Hausmann die Regeln von „Transparency International“, der sich die Stadt verpflichtet hat, einzuhalten habe. Und zu den Regeln dieser Antikorruptions-Organisation gehöre es auch, Gerüchte nicht weiterzuverbreiten und die entsprechende Aufklärung zu betreiben. Das habe Hausmann nicht getan. Vater: „Es kann nicht sein, dass aufgrund von Gerüchten allein, die auch nicht bewiesen werden können, Personen unverschuldet in Misskredit gebracht werden. Dem gilt es frühstmöglich entgegenzutreten.“

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