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Keine "Hungerleider-Gagen" im Jazzclub

Die drohenden finanziellen Kürzungen belasten das ehrenamtliche Team vom Jazzclub. Auch Künstler und Besucher machen sich Sorgen.
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Hornau. 

Musiker wie Biber Herrmann haben im Jazzclub im Vereinshaus schon längst ihre eigene kleine, aber feine Fangemeinde. Der Gitarrist wäre als Künstler auf der Kulturbühne in Hornau von Kürzungen möglicherweise ebenfalls betroffen. Biber Hermann selbst sieht dem allerdings relativ gelassen entgegen. "Mir macht es nicht wirklich Angst, weil es immer einen Weg gibt", meint er. Allerdings veränderten die Streichungen von Zuschüssen in diesem Bereich die Szene. "Es könnte für manche existenziell werden", erzählt Hermann bei seinem Konzert.

Kritisch sehen auch viele Besucher die drohenden Budgetkürzungen, auch wenn bei der Veranstaltung mit Biber Herrmann noch nichts von drohenden Veränderungen im Jazzclub zu spüren ist. "Das wäre sehr traurig", sagt eine rege Besucherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, über ein möglicherweise abgespecktes Angebot. Wenn hier weniger Veranstaltungen stattfänden oder der Jazzclub ganz schließen müsste, wären sie und ihre Tischnachbarn, die ebenfalls anonym bleiben wollen, betrübt. Seit fünf Jahren kommen die Liederbacher regelmäßig hierher. Zwar, sagt einer, gebe es mittlerweile im Umkreis einige ähnliche Angebote und damit mehr Konkurrenz – doch bedauerlich fände er es schon, wenn der Jazzclub sogar schließen müsste.

"Natürlich bin ich stinksauer", sagt auch Horst Ackermann in der Pause. Klar ist für ihn nur: Wenn es weniger gibt, kann weniger verteilt werden. Verständnis für die Kürzungen der Stadt hat er nicht. Die Kulturgemeinde, zu der der Jazzclub zählt, organisiere mehr Veranstaltungen als das Referat für Kultur. Von der Auswahl der Künstler bis zum Kleben der Werbeplakate werde allerdings alles ehrenamtlich geleistet: "Ich habe keinen Bauhof, der das für mich macht", meint Ackermann bissig.

Er macht deutlich, dass der Jazzclub auch einiges investiert und unter anderem Stühle und Technik gekauft habe. Kürzen bei den Künstlern will er nicht. Die verdienten sowieso nicht üppig. "Ich kann keine Hungerleider-Gage zahlen." Ebenso wenig kommt für ihn eine weitere Erhöhung der Eintrittspreise infrage. Der Eintritt bei Biber Herrmann koste 10 Euro. Viel mehr würden die Leute für ein Konzert im Jazzclub sicher nicht zahlen. Immerhin: Der Veranstaltungsplan bis Herbst 2013 steht aber schon. Die Künstler müssten natürlich immer frühzeitig gebucht werden, so Ackermann.tay

(Melanie Taylor)
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