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Projekt "Ferienforscher": Kinder experimentieren im Labor

Von Warum entzündet sich der Docht einer Kerze wie von Geisterhand? Warum kann ein Luftballon eine Alu-Dose in Bewegung setzen? Diesen und weiteren Fragen gehen die „Ferienforscher“ im gleichnamigen Projekt von Infraserv Höchst auf den Grund.
Anne Pätow von der Agentur „TigerTatze“ aus Kassel erklärt den „Ferienforschern“ das Experiment der springenden Flamme, bei dem sich wie von Geisterhand der Docht einer Kerze anzündet. Foto: Maik Reuß Anne Pätow von der Agentur „TigerTatze“ aus Kassel erklärt den „Ferienforschern“ das Experiment der springenden Flamme, bei dem sich wie von Geisterhand der Docht einer Kerze anzündet.
Höchst. 

In weiße Kittel gehüllt und mit Schutzbrille auf der Nase, tummeln sich elf Mädchen und Jungen in einem der Schulungs-Labore im Provadis-Empfangsgebäude B 845 am Industriepark. Die jungen Nachwuchswissenschaftler machen mit beim Projekt „Ferienforscher“ und tauchen ein in die Welt von naturwissenschaftlichen Phänomenen. 65 Kinder insgesamt sind in dieser Woche dabei, einige haben ihren Platz über eine Verlosung dieser Zeitung gewonnen.

Anne Pätow und Helena Tillert von der auf naturwissenschaftliche Kinderveranstaltungen spezialisierten Agentur „TigerTatze“ aus Kassel begleiten die Nachwuchswissenschaftler bei den insgesamt 18 Experimenten im Chemie-Labor. Sie erklären den Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis elf Jahren nicht nur, was sie zu tun haben, sondern vor allem auch, welches naturwissenschaftliche Phänomen hinter jedem Experiment steckt.

Streichholz und Kerze

Pätow zündet mit einem langen Streichholz den Docht einer weißen Kerze an. „Was brennt bei so einer Kerze eigentlich?“, fragt sie in die Runde. „Der Docht“, antwortet Robin (10). „Nur der Docht?“, sagt Pätow. „Auch das Wachs“, folgt prompt seine Antwort. „Damit die Kerze brennt, braucht man auch noch Sauerstoff“, weiß Robin außerdem. „Und wo gibt es Sauerstoff?“, möchte Pätow wissen. „Der ist in der Luft“, erklärt der Junge.

„Meint ihr, man kann eine Kerze anzünden, ohne dafür den Docht zu verwenden?“, fragt sie weiter. Jan meldet sich: „Ich habe schon mal davon gehört. Das geht durch den Rauch, der entsteht, wenn die Kerze ausgepustet wird.“ Ganz wie ein Naturwissenschaftler in der Forschung möchte Pätow diese Hypothese überprüfen. Die Kerzenflamme wird erstickt. Pätow zündet ein neues Streichholz an, das sie an den aufsteigenden Rauch hält. Nicht lange, und am Docht ploppt eine Flamme auf.

„Springende Flamme“ heißt das Experiment, das Pätow den jungen Nachwuchsforschern vorführt. Nick (6) ist der jüngste Teilnehmer in der Gruppe und ganz begeistert davon, dass die Flamme fast wie von Geisterhand wieder da ist. Die Erklärung hat etwas mit den Aggregatszuständen von Wachs zu tun. „Als Kerze ist der Wachs fest. Durch die Hitze der Flamme wird er zunächst flüssig und dann sogar gasförmig, er verdampft“, erläutert Pätow. Der Wachsdampf entzündet sich quasi an der Flamme des Streichholzes, die Flamme springt auf den Docht über.

Es ist nicht das erste Experiment, das die Kinder machen. Schon zuvor haben sie mit einem Luftballon, den sie über ihre Haare gerieben haben, eine Aludose in Bewegung gebracht. Außerdem haben sie sich mit wenigen Mitteln, die in jedem Haushalt zu finden sind, selbst Knete hergestellt – ganz ohne Chemie, unter anderem mit Mehl, Salz, Öl und Zitronensaft.

Mit Mehl ausgleichen

„Mir macht es viel Spaß. Ich experimentiere gerne jeden Tag“, sagt Justus (10). Ob die Knete austrocknen kann, möchte der Knirps von Helena Tillert wissen. „Das kann schon passieren. Dann nimmst du einfach ein paar Tropfen Wasser“, erklärt sie. „Und wenn du die Knete damit zu feucht gemacht hast, kannst du das wieder mit Mehl ausgleichen.“ Benjamin (11) möchte aus der Knete etwas Formen und seiner Oma schenken. „Sie freut sich immer über Sachen, die ich mache“, sagt der Junge.

Die Idee hinter dem Projekt, das 2012 initiiert wurde, ist, Kinder frühzeitig für Naturwissenschaften zu interessieren und sie spielerisch an das Thema heranzuführen. Die Kinder haben sichtlich Spaß und arbeiten konzentriert mit.

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