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Köpfe, Köpfe und nochmals Köpfe

Von Von schreckerregenden Medusenhäuptern zu träumischerischen Fotocollagen der Wanderer – die Facetten sind bei der Schau groß. Vier Wochen sind die Werke in der Galerie des Vereins zu sehen.
Bilder >
Kelkheim. 

Manchmal bekommt es Franz Neudeck mit der Angst zu tun, wenn er seine Bilder anschaut. Er hat es so gewollt: Medusa, der er seine "Bilder aus Ionien" gewidmet hat, ist eben keine nette freundliche Dame, sondern eine rachsüchtige Gorgone, eine hasserfüllte Meeresgottheit mit glühenden Augen und einem Haupt, auf dem Schlangen wachsen. Eine Reise nach Didyma, zur berühmten antiken Orakelstätte im Westen der Türkei, hat ihn dazu inspiriert. Für den Künstler, der seinen Brotberuf Architekt ist und sein Arbeit mit der Malerei und Fotografie verquickt, ein Glücksfall. Passen seine schreckerregenden Medusenhäupter doch kongenial zum Thema "Köpfe", das die Mitglieder des Kelkheimer Künstlerkreises sich für ihre aktuelle Schau ausgesucht haben, die am Sonntag eröffnet wird (siehe "Info").

"Bereits vor einem Jahr haben wir mit den Vorbereitungen für diese Ausstellung begonnen und uns für diesen Schwerpunkt entschieden", schildert Barbara Heier-Rainer, die Künstlerische Leiterin des Vereins. "Köpfe" ist ein vielschichtiges und eben vielfältig interpretierbares Thema: "Es geht nicht um Kopfbild und Porträt im kunstgeschichtlichen, historischen Sinn, sondern um das Menschenbild in der Kunst unserer Zeit", sagt sie über die Arbeiten der 14 Künstler. Ein höchst inspirierendes Sujet, wie der Betrachter beim Rundgang durch die Werkschau schnell bemerkt.

Mit der Romantik setzt sich Lara Mouvée in ihren stimmungsvoll-träumerischen Fotocollagen auseinander. Der "romantische Schleier" der die ausgestellten Arbeiten ins Licht rückt, ist ein Stilmittel, das die Hofheimer Künstlerin gekonnt und akzentuiert einsetzt. "Wanderer" hat sie die Serie genannt. Darin greift sie ein beliebtes Thema der Romantik auf und interpretiert es neu, indem sie die berühmte Perspektive aus Caspar David Friedrichs Werk "Über dem Nebelmeer" zum Ausgangspunkt ihrer Bilder macht.

Geheimnisvolles und Phantastisches verquickt Lara Mouvée in ihren ästhetischen Fotografien. "Die Bilder sind alle in der Region entstanden. Ich habe die passenden Orte ausgesucht und dann manchmal stundenlang ausgeharrt, um das ideale Licht oder Modell zu finden", beschreibt die Künstlerin die Entstehungsgeschichte der Arbeiten.

Menschen indes sind der Schwerpunkt von Doris Brunners Kunst. Das klassische Porträt interpretiert die Kelkheimerin mit eigenen Techniken: Fotografien sind der Ausgangspunkt, die sie durch das Auftragen von Farbe und mehrerer Schichten Transparentpapier verfremdet.

Klassische Porträts, die die "komplexe Beziehung von Leinwand, Farbe, dem Akt des Malens und des Modellierens in Ton repräsentieren", umreißt Herta Werlitz ihre Arbeiten, bei denen sie eine neuartige, transparente Transfertechnik ausprobiert. Barbara Heier-Rainer steuert Bleistiftzeichnungen sowie Gemälde bei, in deren Mittelpunkt Charakterstudien mit extremer Ausdruckskraft stehen.

Christa Steinmetz zeigt eine Serie von Fotocollagen, in deren Zentrum sie die Büste von Prinzessin Elisabeths, der Frau des deutschen Erbprinzen Friedrich von Hessen-Homburg, rückt. Mit Frottage-Techniken hat sie die Fotografien bearbeitet und verfremdet. Zudem stellt sie Keramikplastiken aus.

Farbenfroh und fröhlich kommen die Gute-Laune-Bilder von Sibylle Möller daher. Kleine Details machen den Charme ihrer farbintensiven Arbeiten aus: Eine schwarz-rot-goldene Haarsträhne hat Möller zum Beispiel an das Porträt eines jungen Fußballfans geheftet.

Voilà: Ein kleiner Ausschnitt nur aus der Vielzahl der Arbeiten, mit denen der Künstlerkreis in den Kunst-Frühling startet. Mit von der Partie sind noch Uta Franck, Hans-Uwe Hoffmann, Franz Neudeck, Auri Neuroth, Marlies Pufahl, Matascha Scheremetjewa und Utz Schoris.

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