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Fitness-Parcours im Norden von Kriftel: Kritik am geplanten Trimm-Parcours zurückgewiesen: „Bewegung ist wichtiger als WLAN“

Von Sozialdemokraten und Liberalen in der Gemeindevertretung geht der Wechsel vom eisernen Sparen zum Geldausgeben ein bisschen zu schnell. Sie stimmten gegen die Einrichtung eines Fitness-Parcours im Norden der Gemeinde, die CDU und Grüne aber beschlossen haben.
Übungen im Freien: Trimm-dich-Pfade sind ideal, um Kraft und Ausdauer zu stärken. Im Norden von Kriftel soll ein Parcour entstehen. (Symbolbild) Übungen im Freien: Trimm-dich-Pfade sind ideal, um Kraft und Ausdauer zu stärken. Im Norden von Kriftel soll ein Parcour entstehen. (Symbolbild)
Kriftel. 

Das Freizeitangebot in der Obstbaugemeinde soll noch ein wenig reichhaltiger werden. Mit den 22 Stimmen von CDU und Grünen beschloss die Gemeindevertretung jetzt, die Idee eines Fitness-Parcours mit drei verschiedenen Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden weiter zu verfolgen. Die Grünen hatten den Antrag dazu gestellt, gedacht war ursprünglich an eine Verwirklichung im Ziegeleipark. Das Konzept, das das Krifteler Landschaftsarchitekturbüro Seeger dann vorgelegt hatte (wir berichteten), greift weit über den Park hinaus und soll die Sportler bis an die Bahnlinie und darüber hinaus bis an die Gemarkungsgrenze zu Zeilsheim führen. Einige Trimmgeräte, die die Gemeinde von einem Unternehmen geschenkt bekommen hat, sollen in den Parcours eingebaut werden.

Zu weit weg

Die Kosten für die Maßnahme werden auf rund 52 000 Euro geschätzt. Der SPD ist das zu viel. Bei den Haushaltsberatungen sei in den vergangenen Jahren viel gespart und gestrichen worden, bemängelte Claudia Titze. Was damals geschoben worden sei, solle erst wieder aufgenommen werden, bevor man neue Begehrlichkeiten erfülle. Die Sozialdemokraten bezweifeln zudem, dass der Parcours für Vereine interessant ist, die die Gemeinde mit ins Boot holen möchte, damit das Trimm-Angebot auch angenommen wird. Dazu sei er viel zu weit weg von Kriftels Sportstätten. Hauptsächlich werde er von Individualsportlern genutzt werden. Und insgesamt gehe so etwas sicher auch billiger.

Auch die FDP „kritisiert den Umfang dieser freiwilligen Leistung“, wie Fraktionschef Florian Conrad deutlich machte. Das Ganze wirke ein wenig „ins Blaue hinein“ geplant.

„Absolut vertretbar“

Daniel Fries (CDU) sieht für Kriftel dagegen einen „erheblichen Mehrgewinn“ und nannte den Mitteleinsatz „absolut vertretbar“. Vehementen Widerspruch gab es in Richtung der Kritiker von den Grünen. Karsten Vischer zeigte sich „schockiert“ über die Mutmaßung der SPD, Vereine würden so einem Parcours nicht nutzen und Trainer könnten damit nichts anfangen. Die Erfahrung mit solchen Einrichtungen zeige, dass diese eine Bereicherung seien. Er forderte die Kritiker auf, zumindest Ideen zu liefern, wie das Ganze kostengünstiger machbar wäre. Der Parcours solle auch für „Menschen mit kleinerem Portemonnaie“, die sich ein Fitness-Studio nicht leisten könnten, ein Angebot sein. Bewegung sei wichtig, nicht nur WLAN, hielt Vischer der FDP entgegen, die sich für dieses Thema stark macht.

Die Landschaftsarchitekten werden nun die Planung konkretisieren. Wenn die endgültigen Kosten feststehen, soll die Gemeindevertretung endgültig Ja oder Nein sagen.

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