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Leibniz-Schüler hätten SPD gewählt

Acht Schulstunden lang dauerte der Wahlkampf von Gregor Amann (SPD) und Matthias Zimmer (CDU). Noch in der letzten Woche vor der Bundestagswahl hatten die Kandidaten für den Frankfurter Westen
Gregor
Amann Bilder > Gregor Amann
Höchst. 

Acht Schulstunden lang dauerte der Wahlkampf von Gregor Amann (SPD) und Matthias Zimmer (CDU). Noch in der letzten Woche vor der Bundestagswahl hatten die Kandidaten für den Frankfurter Westen (Wahlkreis 183) 110 Neuntklässlern der Leibnizschule in Höchst Rede und Antwort gestanden. Das Ziel der Schüler: echte Politiker das fragen, was sie schon immer von ihnen wissen wollten. Oder zu erfahren, was die Politiker zum militärischen Eingreifen in Syrien, zu G 8, zu ihrer ursprünglichen Entscheidung für ihre Partei sagen. Das Ziel der Politiker: sondieren, was die Wähler der nächsten Wahlen interessieren könnte. Oder sie für Politik überhaupt interessieren.

Mal witzig, aber meist ernsthaft und sachorientiert, dabei schülernah und authentisch gingen die beiden Kandidaten von CDU und SPD auf die Fragen der Jugendlichen ein: „Wie finden Sie Angela Merkel?“ - „Wenn es die Grünen in Ihrer Jugend schon gegeben hätte, wären Sie Grüner geworden?“ - „Welche Charaktereigenschaften braucht man als erfolgreicher Politiker?“ - „Was hat Ihre Steuerpolitik mit uns Jugendlichen zu tun?“ Oder: „Würden Sie Edward Snowden Asyl gewähren?“ Die Antworten waren nicht immer leicht.

Doch bei der Befragung allein blieb es nicht: Kurz vor der realen Bundestagswahl gaben dann die Nachwuchswähler der Leibnizschule ihre Stimme ab. Ihr Forum war die „Juniorwahl“, welche die Bundeszentrale für politische Bildung an 2000 Schulen bundesweit mit mehr als 500 000 Schülern organisiert hat. In Höchst ließ dabei der Sozialdemokrat Gregor Amann mit 51 Prozent der Erststimmen den Christdemokraten Matthias Zimmer von der CDU deutlich hinter sich. Zimmer gewann jedoch auch stolze 41 Prozent der Jugendlichen für sich.

Das ergebnis erstaunt: Damit drehen die 14- und 15-Jährigen aus dem multikulturell geprägten Frankfurter Westen das bundesweite Wahlergebnis der erwachsenen Wähler mit 41,5 Prozent für die CDU und 25,7 Prozent für die SPD um. Den Kommentaren der Schüler nach zu urteilen, fiel die Wahlentscheidung jedoch stärker nach persönlicher Sympathie als nach Wahlprogramm aus. Die Schüler hat beeindruckt, dass beide Direktkandidaten ihre Fragen ernst genommen und häufig auch unkonventionell geantwortet haben. Das angeschlossene Friedrich-Dessauer-Oberstufengymnasium (FDG) im Bikuz gab Amann übrigens 30,3 Prozent der Erststimmen und Zimmer 24,3 Prozent.

Die Grünen hätten sich über die Ergebnisse an beiden Schulen gefreut: 21,8 Prozent (Leibniz) und 16,97 (FDG). Die FDP hätte es an beiden Schulen in den deutschen Bundestag geschafft, die AfD spielte am Leibnizgymnasium gar keine Rolle, zog aber 4,32 Prozent der Oberstufenschüler an. Fazit des Politik- und Wirtschaftslehrers Claude Goerner, der die Realpolitikrunde organisiert hatte: „Die Schüler haben sich für Politik begeistert, das hält hoffentlich nachhaltig an - und auch sie haben Fragen und Anliegen, die es zu beachten gilt.“

(hk)
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