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Pläne für Anbindung: MTZ-City braucht Anschluss

Von Viele Beobachter haben ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und von einem „Luftballon“ gesprochen, als der Direktor des Regionalverbandes, Thomas Horn, seine Idee von einer Wohnbebauung rund um das MTZ verkündete. Doch das jetzt vorgelegte Mobilitätskonzept zeigt: Der Verbandsdirektor meint es ernst, er will die Region gehörig umkrempeln.
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Frankfurt/Sulzbach. 

Thomas Horn ist sich seiner Sache sicher. Der 58-Jährige erinnert daran, dass er einst als Kelkheimer Bürgermeister gegen großen Widerstand die „neue Mitte“ durchgesetzt hat, die sich heute zu einem lebendigen, nicht mehr wegzudenkenden Zentrum entwickelt hat. So wie er das hingekriegt hat, will er auch seine Idee, auf einer Fläche von etwa 70 Hektar in U-Form um das Main-Taunus-Zentrum Wohnungen für 6000 Menschen zu errichten, umsetzen. „Dieser Vorschlag wird sich früher oder später durchsetzen“, sagte der CDU-Politiker gestern in Frankfurt, als er gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten des Verbandes, Rouven Kötter (SPD), und Städteplanern des Büros Albert Speer + Partner ein Verkehrskonzept vorstellte. Damit sollte den Kritikern der Wind aus den Segeln genommen werden, nach denen das Zukunftsprojekt allein wegen der Verkehrsproblematik zum Scheitern verurteilt sei.

„Wir werden dafür bezahlt, dass wir die Region voranbringen“, unterstrich Horn. Er wies darauf hin, dass 75 Prozent der Fläche des Regionalverbandes Wiesen, Felder, Wälder und Freiraum sind und verglich seine Vision vom „MTZ-Quartier mit den Wohnbau-Plänen der Stadt Frankfurt an der A 5: „Da ist nichts vorhanden. Im Main-Taunus-Zentrum sind 170 Geschäfte, Gastronomie, Ärzte, Unterhaltung, also alles, was eine Innenstadt ausmacht.“ Wenn dort ein Fremder mit dem Hubschrauber landen würde, wäre seine erste Frage: „Wo sind denn die Wohnungen?“

Moderates Update

Thomas Horn sprach von der Erfolgsgeschichte des Main-Taunus-Zentrums und lobte die Pionierarbeit und Weitsicht der Sulzbacher Kommunalpolitiker, die damals den Mut hatten, ein Einkaufszentrum auf die „grüne Wiese“ zu setzen. Jetzt sei aber die Zeit für ein moderates Update: „Die Innenstadt ist da. Was fehlt, das sind die Wohnungen.“ Das MTZ könnte jetzt ein Vorzeigeprojekt für urbanes Wohnen werden unter der Beibehaltung der attraktiven örtlichen Struktur der Gemeinde Sulzbach.

Das neue Quartier soll so wenig Verkehr wie möglich erzeugen

Die Schlagworte der Städteplaner des Büros Albert Speer + Partner zur Verkehrs-Erschließung eines neuen Wohngebietes am MTZ lauten mit dem Blick auf das Jahr 2030 „Autoarmer Stadtteil“, „Grüne Mobilität“,

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Doch bevor nach dem Sommer präsentiert wird, was städtebaulich möglich ist, wollen Horn und Kötter zuerst die Verkehrssituation in den Griff bekommen. Dazu legten die Planer des Büros Albert Speer + Partner erste Vorschläge mit einer kleinen und einer großen Variante auf den Tisch (siehe nebenstehender Text). Dabei wird eine Schwenkung der Bahnlinie Höchst – Bad Soden zu einem Haltepunkt im neuen MTZ-Wohnquartier ebenso in Erwägung gezogen wie die Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 über den Bahnhof Höchst in das geplante Wohngebiet, verbunden mit dem mehreren Haltepunkten als Teilsystem der gebietsinternen Erschließung.

Auf den Hinweis dieser Zeitung, dass erst vor wenigen Tagen bei einer Tagung des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung zur Regionaltangente West in Bad Homburg die „Beflügelung“ von Höchst nach Bad Soden als Ziel genannt, eine Anbindung an das MTZ aber abgelehnt wurde, sagte Rouven Kötter: „Wir werden dazu demnächst Gespräche führen. Wenn die nicht zustimmen, wird das nichts.“

„Bürgermeister-Gen“

Horn, der 20 Jahre in Kelkheim Bürgermeister war, und Kötter, der zehn Jahre in Wölfersheim dieses Amt inne hatte, betonen, dass sie das „Bürgermeister-Gen“ mit dem Wechsel zum Regionalverband nicht abgegeben haben. Horn: „Unsere Aufgabe ist es, die gesamträumliche Entwicklung der Region im Blick zu haben. „Es sei gerade die Vielfalt und Unterschiedlichkeit unserer Städte, die es zu bewahren gelte: „Es gilt, kommunale Selbstverwaltung und organisches Wachstum in Einklang zu bringen.“

Thomas Horn teilte mit, dass sich das Sulzbacher Gemeindeparlament einstimmig gegen das Projekt entschieden und dies dem Regionalverband mitgeteilt hat. „Wir werden demnächst antworten“, sagt Horn, der versucht mit seinem Kollegen Kötter Überzeugungsarbeit zu leisten: „Wir wollen eine Win-Win-Situation für Sulzbach schaffen.“ Horn will die verständlichen Ängste beseitigen: „Man sollte nicht gleich den Rollo runterlassen.“

Dagegen habe in seinem Tennisverein in Kelkheim schon eine Frau gefragt, wann die Wohnungen bezogen werden können. Horn erzählt, dass er Zehnkämpfer war und noch neun Disziplinen vor sich hat: „Wir können nur hohe Höhen meistern, wenn wir uns an hohen Höhen versuchen.“ Sein Kollege Kötter ist Segler: „Ich kann gut mit Gegenwind umgehen.“

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