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Manche finden diese Kunst viel zu günstig

Beim Weihnachtsbasar präsentiert sich wie schon im vergangenen Jahr die Kelkheimer Künstlerszene – und freut sich über den Zuspruch.
Doris Brunner bringt an ihren Werken Preisschilder an. Foto: Nietner Doris Brunner bringt an ihren Werken Preisschilder an. Foto: Nietner
Kelkheim. 

Für Auri Neuroth geht es gut los. Der erste Besucher, der am späten Samstagvormittag die Räume vom Kelkheimer Künstlerkreis in der Breslauer Strasse betritt, ist gleich Neuroths erster Kunde. Überrascht zeigt sie sich nicht: "Ich verkaufe eigentlich immer."

Auch Doris Brunner hat sich schon von einem ihrer Stücke trennen müssen. Eins ihrer Werke aus der Hand zu geben, "Nee, mir fällt das nicht schwer, weil ich ja ganz viele habe", erklärt sie. Obwohl es "schon Bilder gibt, an denen ich mehr hänge", so die in Kelkheim beheimatete Künstlerin. Sie arbeitet "hauptsächlich figürlich", bildet also Menschen ab. Eine Serie von Bildern könne auch mal an einem Abend entstehen, "wenn man gut drauf ist". Dabei nutze sie dann eben jenen "Schwung", der bei und mit der Arbeit komme. Thematisch inspirieren lasse sie sich natürlich auch, wenn sie mit anderen Künstlern zusammenkommt.

Eine ihrer Kolleginnen ist Marlies Pufahl, die ihre Skulpturen aus Keramik zur Schau stellt. Am Anfang sei es ihr schon schwer gefallen, sich von ihrer Arbeit zu trennen. Mittlerweile aber kommt beim Verkauf der Kunst keine Wehmut mehr auf: "Dafür mache ich das zu lange." Außerdem scheint ihr die Alternative wenig reizvoll: "Mein Keller würde bersten." Und schließlich empfinde sie jeden Kauf natürlich als eine persönliche Bestätigung.

Das sieht auch Christa Steinmetz so, die sich ein paar Schritte weiter mit dem Thema "Haus und Boot" in Keramikform auseinandergesetzt hat. Sie findet den Gedanken reizvoll, dass ihre Werke im Haus des Käufers als Einzelstücke zur Geltung kommen. "Da geht es denen viel besser als bei mir", lacht die Kelkheimerin. In ihrer Werkstatt, unter all den anderen Artefakten, fänden sie doch eher wenig Beachtung. Und schließlich sei ein Verkauf immer auch "eine Motivation weiterzumachen".

Eine dieser möglichen Motivationshilfen ist Jutta Schmidt, die aus Glashütten kommt. Die Künstlergruppe habe "durchweg fantastische Arbeiten" findet sie und fügt an, dass diese hier "zu einem Preis, der eigentlich viel zu niedrig ist", zum Kauf angeboten werden. Noch schaut sie sich um und ist unentschlossen, ob sie sich für ein Kunstwerk entscheiden kann. Bereits "zugeschlagen" hat eine Besucherin aus Bad Soden. Hannelore Grodensky hat es eine Aquarellmalerei von Doris Brunner angetan, die sie nun mit nach Hause nehmen wird.

Beim Basar mit von der Partie ist auch ein Gründungsmitglied des Künstlerkreises: Uta Franck. Sie hat Gedichtbände, Romane, Märchenbücher und eine Autobiographie im Gepäck. Ihre "Kelkheimer Märchen und Sagen" stehen kurz vor dem Ausverkauf. Von ursprünglich 2400 Exemplaren sind aktuell nur noch 30 verfügbar. Wer Interesse hat, muss sich also beeilen. Am kommenden Wochenende (15. und 16. Dezember) geht es übrigens weiter. Der Künstlerkreis hat sich entschieden, den Weihnachtsbasar zu verlängern. mob

(mob)
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