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Leitung: Margot Fye hat in 23 Kindergarten-Jahren in der "Arche Noah" viel erlebt

Von Die langjährige Leiterin der Evangelischen Kita "Arche Noah", Margot Fye, geht in den Ruhestand. Offiziell verabschiedet wird sie am Sonntag, 16. September, beim Gemeindefest im Kindergarten an der Parkstraße.
Sie kommen immer gerne im Kita-Büro vorbei: Margot Fye zeigt ihrer Enkelin Luisa (links) sowie Alicia und Leyni (r.) Katzenbilder am PC. Foto: Knapp Sie kommen immer gerne im Kita-Büro vorbei: Margot Fye zeigt ihrer Enkelin Luisa (links) sowie Alicia und Leyni (r.) Katzenbilder am PC.
Kelkheim. 

„Du bist ja schon so lange im Kindergarten. Wann wirst du denn eingeschult?“ Bei dieser Frage eines Dreikäsehochs blieb Margot Fye für einen Moment die Spucke weg. Sie antwortete, dass sie als Erwachsene die Schule längst hinter sich habe. Und bald endet für die langjährige Leiterin der Evangelischen Kita „Arche Noah“ das nächste Kapitel: Margot Fye wird nach 23 Jahren in der Einrichtung und 17 Jahren als Chefin in den Ruhestand verabschiedet. Das soll am Sonntag, 16. September, ab 14 Uhr beim Fest der Paulusgemeinde mit Gottesdienst auf dem Kita-Gelände, Parkstraße, passieren. Ihren letzten Tag hat die 65-Jährige Ende Oktober.

Sie geht mit „einem weinenden und lachenden Auge“, wie sie dem Kreisblatt beim Besuch erzählt. „Es wird komisch sein.“ Sie sei einerseits zuversichtlich, „weil ich den Kindergarten in einem guten Zustand mit einem guten Team übergebe“. Andererseits gebe es schon Wehmut mit Blick auf eine bewegte Zeit: „Wir haben gemeinsam viel erreicht, hatten viel Spaß miteinander und viel gelacht.“ Die „Arche Noah“ ist mit 140 Kindern in sieben Gruppen die größte Kita in ganz Kelkheim.

Kinderheim und Uni-Kita

Als Fye dort anfing, waren es 100 Kinder in fünf Teams. Weil sie einen „guten Draht“ zu ihnen hatte, wollte sie schon immer etwas mit Kindern machen, erzählt die dreifache Mutter und Oma. In ihrer Heimat in Bochum absolvierte sie daher eine dreijährige Ausbildung zur Kinderpflegerin, die es damals noch gab. Kurz war sie in einem Kinderheim, dann gut zehn Jahre in der Kita der Ruhr-Universität. Um dies weiter zu festigen, studierte Fye Sozialpädagogik – bis die privaten Pläne Vorrang hatten. Beruflich zog es ihren Mann ins Rhein-Main-Gebiet, die Familie wurde in Kelkheim heimisch, die Kinder gingen nach und nach „sehr gerne“ in die schon 1963 gebaute Kita „Arche Noah“. In der Stadt angekommen, setzte sie das Studium in Frankfurt fort.

Vierer-Team abgelöst

Und startete die Karriere im Evangelischen Kindergarten. Zunächst auf Stundenbasis im Gruppendienst, dann als Berufspraktikantin, um die Anerkennung zur Diplom-Sozialpädagogin zu erhalten. Im Jahr 2000 löste sich dort das aus vier Personen bestehende Leitungsteam auf. Margot Fye bewarb sich für den Chefposten und erhielt den Zuschlag. Das habe sie keinen Moment bereut, auch wenn es neben vielen Höhen einige Tiefen gab. Doch „lösungsorientiert“ habe sie diese nie ganz so tiefen Gräben meist zuschütten können.

Dabei halfen ihr die zuvor gemachten Erfahrungen als Kita-Mutter sehr, betont sie. Der „Perspektivwechsel“ bot ihr die „Chance, aus jedem Blickwinkel auf die Anforderungen, Wünsche von allen zu schauen und diese besser zu verstehen“. Denn Herausforderungen gab und gibt es genug: Der Hessische Bildungsplan, die Integration von Kindern mit Behinderungen sind ihr wichtig, ebenso der „gut gelebte Alltag der Kinder“. Dass mehr aus anderen Kulturen kamen, empfindet sie als „Bereicherung“. Dass alle heute etwas schwieriger seien als vor 20 Jahren, kann sie nicht bestätigen. „Erst verändern sich Eltern und dann die Kinder“, weiß sie, dass es gestiegene Ansprüche der verstärkt berufstätigen Eltern gebe. Darauf habe die „Arche Noah“ reagiert, die beliebte Kita vergrößert, Öffnungszeiten bis 17 Uhr ausgebaut, auch das Areal um einen Anbau mit Mensa erweitert. Denn gesunde Ernährung der Kinder ist Margot Fye ebenfalls sehr wichtig.

Fast 30 Mitarbeiter

Bis zum Schluss führt sie ein kleines Unternehmen mit fast 30 Mitarbeitern. Stolz ist sie auf gleich drei männliche Erzieher-Kollegen, eine Seltenheit in den heutigen Kitas. Sehr zufrieden ist sie mit ihrer Nachfolge: Stellvertreterin Natascha Prade hat sich drei Jahre eingearbeitet und übernimmt Anfang November. Margot Fye wird ihre Enkelin Luisa (5) immer mal wieder in die Kita bringen und gerne helfen, wenn sie gebraucht wird. Aber sie möchte auch in einer pädagogischen Funktion noch ein bisschen arbeiten. Die neue Freizeit soll der großen Familie, die in der Region wohnt, Hund, Katze sowie dem Sport gehören. Ein bisschen erleichtert ist sie sicher, dass die nächsten Großprojekte von den jüngeren Kräften gemanagt werden: Die Betreuung für Kinder unter drei Jahren werde kommen, zudem sei eine Sanierung des Altbaus in wenigen Jahren fällig, weiß sie. Bei allen Rahmenbedingungen legte Margot Fye Wert darauf, die Kinder für ihren weiteren Weg „stark und selbstbewusst zu machen“.

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