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Tierheim Hattersheim: Mehr Helligkeit fürs Hundehaus

Von Decken, Fliesen, Mauern und Wärmedämmung des Tierheims müssen erneuert werden – das kostet den Tierschutzverein viel Geld. Deshalb sind Spender gefragt.
Hattersheim. 

In der Sonne liegen und faulenzen? Das kommt für Christian Reiter nicht in Frage. Wenn der junge Hattersheimer Urlaub hat, greift er zu Hammer, Spachtel oder Pinsel und packt mit an bei der Renovierung des Tierheims. Seit Oktober vergangenen Jahres ist Reiter Vorsitzender des Hattersheimer Tierschutzvereins. Er verbringt fast jede freie Minute im Tierheim. Dort muss einiges auf Vordermann gebracht werden: „Das Tierheim ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Die Decken im Hundehaus müssen erneuert werden – vor allem eine gute energetische Dämmung ist nötig, damit es im Sommer nicht mehr so heiß und im Winter nicht so kalt wird und außerdem die Dämmung den Brandschutzvorschriften entspricht“, nennt der Vereinschef eine wichtige Maßnahme. „Außerdem sieht alles etwas trist aus, deshalb streichen wir die Wände und die Gitter der Zwinger, damit es heller und freundlich wirkt“, sagt Reiter. Zudem müssen Fliesen geklebt werden. „Auf dem Gelände, auf dem das Tierheim gebaut wurde, befand sich früher eine Mülldeponie, die nur verfüllt wurde, deshalb setzt sich der Boden ständig, was zur Folge hat, dass sich Risse in den Mauern des Tierheimgebäudes bilden. Die müssen wir immer wieder reparieren, weil sonst die Gefahr besteht, dass die Wand umkippt“, erläutert Reiter.

Info: Das Tierheim feiert

Wer das Tierheim in aller Ruhe kennenlernen möchte, hat am Samstag, 6., und Sonntag 7. Juni, bei den Tagen der offenen Tür dazu Gelegenheit. An beiden Tagen ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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Versteht sich, dass all dies Geld kostet. Für den kleinen Verein eine Herkulesaufgabe. „Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen“, sagt Christian Reiter, der mit seinen Mitstreitern eine nette Idee entwickelt hat: „Wer 150 Euro oder mehr spendet, erhält eine Tafel im Tierheim, auf der er namentlich genannt wird.“

Die Kosten für die Renovierung sind nicht die einzigen, die die ohnehin knappe Vereinskasse belasten. Die Tierschützer bekommen auch die Einführung des Mindestlohns zu spüren – immerhin gibt es vier sogenannte geringfügig Beschäftigte, die unerlässlich sind, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Die Einführung des Mindestlohns ist richtig und wichtig – aber für einen kleinen Verein wie unseren eben auch eine finanzielle Belastung. Deshalb haben wir die Tierarztfahrten in den Nachmittag verlegt, weil sie dann von den Ehrenamtlichen erledigt werden können.“

Hinzugekommen sind noch die neuen Auflagen der Unfallkasse, die den Tierschutzverein 38 000 Euro zusätzlich kosten. Die Spendenbereitschaft indes hat ebenso abgenommen wie die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Es gibt zwar immer wieder Leute, die sich engagieren wollen. Die kommen dann vielleicht ein paar Mal und dann nie wieder – es fehlt einfach die Kontinuität“, schildert der Vereinschef, der sich seit seiner Jugend im Tierschutzverein engagiert, das Problem. Zugenommen hat indessen das Tierelend: „Es kommt immer häufiger vor, dass Leute Katzen oder Kaninchen bei Nacht und Nebel einfach vor dem Tierheim abstellen.“ Einen extremen Fall erlebten die Tierheim-Mitarbeiter in der Vorwoche, als ein Hund einfach aus einem fahrenden Auto geworfen wurde. „Das Tier war dermaßen verängstigt, dass es panisch wegrannte und sich nicht mehr einfangen ließ“, schildert Reiter, der aber auch Positives zu berichten hat: Jay-Joe, ein Staffordshire-Bullterrier, der fast neun Jahre lang im Tierheim auf ein neues Zuhause wartete, konnte jetzt vermittelt werden.

Wer das Tierheim unterstützen möchte, kann Spenden auf folgendes Konto überweisen: IBAN: DE 2951 2500 0000 0340 9651. Bitte das Stichwort „Renovierung“ sowie die Adresse für die Spendenbescheinigung nicht vergessen.

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