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Kliniken des Main-Taunus-Kreises: Mehr Patienten, endlich Gewinn: Klinik-Chef freut sich über Überschuss

Von Die Kliniken des Main-Taunus-Kreises sind aus den roten Zahlen. Und die Patientenzahlen erreichten im vergangenen Jahr Rekordwerte.
Behandlungen in den Kliniken des Main-Taunus-Kreises sind inzwischen auch finanziell gewinnbringend. 	Archivfoto: Reuß Foto: Maik Reuß Behandlungen in den Kliniken des Main-Taunus-Kreises sind inzwischen auch finanziell gewinnbringend. Archivfoto: Reuß
Main-Taunus-Kreis. 

In gewisser Weise zählt das Jahr 2015 nicht. Damals hatte der Main-Taunus-Kreis die Süwag-Aktien übernommen, die den Main-Taunus-Kliniken gehörten. Das führte dazu, dass die Kliniken erstmals seit Jahren zu einem ausgeglichenen Ergebnis kommen konnten. 2016 gab es einen solchen Sondereffekt nicht – und trotzdem gelang es, schwarze Zahlen zu erwirtschaften. Noch 2012 hatte das Defizit im zweistelligen Millionenbereich gelegen.

Tobias Kaltenbach Bild-Zoom Foto: matthias knapp
Tobias Kaltenbach

Der Sprecher der Geschäftsführung, Tobias Kaltenbach, kann sich zwar nur auf Hochrechnungen berufen – noch sitzen die Wirtschaftsprüfer über dem endgültigen Jahresabschluss. An dem positiven Gesamtergebnis gebe es aber keinen Zweifel mehr, hat er auch den Aufsichtsrat des kreiseigenen Unternehmens wissen lassen. Er erwartet nun einen Überschuss in fünf-, eventuell auch sechsstelliger Höhe. Noch vor vier Jahren haben sich die Kliniken in einer existenzbedrohenden Situation befunden, erinnert der Krankenhaus-Chef.

Wie wurde diese Wende geschafft? Der Main-Taunus-Kreis hat die Altschulden übernommen, was die Kliniken natürlich von den Zins- und Tilgungszahlen entlastet. Dies habe die Hälfte des Defizits ausgemacht, unterstreicht Kaltenbach die Bedeutung dieses Schrittes. Der war Bestandteil eines Sanierungsprogrammes, das der Kreis vor vier Jahren beschlossen hatte und das nun, wie es auch in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, spürbare Früchte trägt.

Dazu kommen steigende Patientenzahlen. Zwar ist es nicht zwingend so, dass mehr Patienten mehr Einnahmen bedeuten und mehr Einnahmen auch mehr Gewinn. Aber der Trend geht schon in diese Richtung, denn auf der Ausgabenseite stehen viele Fixkosten, etwa fürs Personal und die Gebäude, die eben nicht steigen, wenn mehr Patienten gezählt werden. Und dieser Effekt macht sich bemerkbar. Die Zahl der stationär behandelten Patienten stieg vergangenes Jahr um zwei Prozent, die der ambulanten Fälle sogar um zwölf Prozent. Zusammen summierte sich dies auf über 73 000 Fälle; ebenfalls ein neuer Rekordwert.

Beim Personal wurde aber nicht gespart, betont Kaltenbach. Aber es wurde verschoben: hin zu Berufsgruppen, die direkt für die medizinische Versorgung der Patienten zuständig sind. Die Einsparungen summieren sich aus vielen kleineren und größeren Maßnahmen, mit denen Abläufe verbessert und mehr Effektivität erreicht wurde.

Zu den größeren Maßnahmen gehört die Modernisierung der Energieversorgung, was zwar Investitionen verlangt hat, nun aber dauerhaft zu Einsparungen führt, von den positiven ökologischen Auswirkungen einmal ganz abgesehen. Als wirtschaftlich interessant hat sich auch die Einrichtung einer Sturzklinik in der Geriatrie herausgestellt. Angesichts einer alternden Bevölkerung dürfte das ein Geschäftsfeld mit Wachstumsperspektiven sein.

Auf dem bislang Erreichten ausruhen will sich Kaltenbach aber nicht. Denn die Kosten steigen weiter, und die Erlöse halten da nicht automatisch mit. Dazu komme, dass die Kliniken jährlich fünf Millionen Euro investieren müssen, um die Ausstattung auf aktuellem Stand zu halten. Das ist noch nicht erreicht, es gibt also noch zu tun.

Es bleibe auch beim Kampf gegen sich verschlechternde Rahmenbedingungen: Von den Krankenkassen bekommen die Kliniken 2,7 Prozent mehr Geld. Kaltenbach: „Das bleibt hinter der Kostensteigerung zurück, die Folge ist die finanzielle Auszehrung der Krankenhäuser.“

Deutschland sei reich genug, um die Gesundheitsversorgung angemessen zu finanzieren, aber für andere Dinge vom Auto bis zum Urlaub, werde bereitwilliger Geld ausgegeben. Da dies so ist, müssten die Main-Taunus-Kliniken weiter Anstrengungen unternehmen, wirtschaftlich zu arbeiten. Kaltenbach hat für die nächste Zeit einiges an Ideen und Projekten im Kopf – sie sind aber noch nicht so weit gediehen, als dass darüber schon mehr gesagt werden könnte. „Weniger Reglementierungen“ – auf diese Weise könnte die Politik dazu beitragen, die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, so der Klinikchef.

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