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Müll-Aktion: Mehr als 150 Teilnehmer beim "sauberhaften Kindertag"

Über 150 Jungen und Mädchen beteiligen sich in der Möbelstadt an der Initiative des Landes Hessen.
Die fleißigen Helfer der Max-von-Gagern- Schule beim sauberhaften Kindertag: Carlotta, Nele, Chelsea und Daria (v. l.) sammeln an der Skateranlage Müll auf. Foto: Hans Nietner Die fleißigen Helfer der Max-von-Gagern- Schule beim sauberhaften Kindertag: Carlotta, Nele, Chelsea und Daria (v. l.) sammeln an der Skateranlage Müll auf.
Kelkheim. 

Sie haben das Schulgelände noch nicht mal verlassen, da schwärmen die Mädchen und Jungen von der Betreuung der Max-von-Gagern-Schule schon aus. „Ich habe einen Roller gefunden“, ruft ein Junge. Der gehört bestimmt einem Schulkameraden. Rund um den Container am Eingang wandert bereits allerhand Müll mit den Greifzangen in die Eimer. An der Rotebergstraße haben die fleißigen Heinzelmännchen von Passanten Bonbons bekommen. „Schau mal“, rufen sie Bürgermeister Albrecht Kündiger zu, der die Gruppe ein Stück beim Müllsammeln begleitet, jubelnd zu. „Ihr wisst ja, wo das Papier hin kommt“, kommt die klare Antwort ihrer Betreuerin Heike Philipp-Schmitt prompt.

„Ein gutes Signal“

Weit mehr als 30 Kinder der Betreuung an der Gagern-Schule sind es, die sich am „sauberhaften Kindertag“, einer Initiative des Landes Hessen, beteiligt haben. Und die ganze Möbelstadt legt sich in diesen Stunden ins Zeug. Insgesamt haben sich mehr als 150 Kinder von der Kita Eppenhain, dem Waldkindergarten der „Rosa Raupe“ sowie den Betreuungen der Albert-von-Reinach-Schule, der Grundschule „In den Sindlinger Wiesen“ und der Pestalozzi-Schule engagiert und viele Kilogramm Müll von Straße, Feld und Flur eingesammelt. Der Bürgermeister findet das wichtig: „Das ist ein gutes Signal, den eigenen Müll richtig in die Mülleimer zu entsorgen.“ Die Stadt werbe in den Einrichtungen jedes Jahr für eine starke Beteiligung.

Er selbst hält mit den Gagern-Schülern kurz Ausschau nach Unrat. „Kommt mal mit der Zange her“, ruft Kündiger. Und Christopher hat sich den Müll schon geschnappt. Der Zehnjährige macht mit, „weil ich Kelkheim sauber machen will“. Ihm gefalle es vor allem nicht, „wenn überall Zigaretten herumliegen“. Die Kippen seien tatsächlich „eine Plage“, bestätigt der Bürgermeister aus Erfahrungen an anderen Orten.

Selbst hier am Feldrand in Hornau haben die Kinder einiges zu tun. An der Skateranlage ist ein Sack schon halbvoll – mit einem alten Schaumstoffball, Flaschen, Pappbechern. Hundehaufen indes sammeln sie nicht auf. „Aber da seht ihr mal, was man nicht machen soll“, betont Heike Philipp-Schmitt mit Blick auf die nicht entsorgte „Tretmine“. Mit ihrer Kollegin Andrea Gehrein will sie bei diesem Spaziergang für das Dauerthema sensibilisieren – „in der Hoffnung, dass die Kinder ein bisschen was lernen und nicht selbst ihren Müll überall hinwerfen“.

Bei Nele, Daria, Carlotta, Chelsea und Cecilia muss sie sich keine Sorgen machen. Den Neunjährigen macht die Aktion Spaß. „Weil ich es wichtig finde, dass es sauber ist“, begründet Carlotta ihr Engagement. Das ist „gut gegen Umweltverschmutzung“, schickt Chelsea hinterher. Johanna (8) kommt hinzu, hat gerade Müll im Liederbach gefunden. Leonie (6) hat an der Fuchshöhle sogar ein Feuerzeug und eine alte Gardinenstange eingesammelt. „Der Wald ist kein Platz, wo man so etwas entsorgt“, mahnt Heike Philipp-Schmitt die Kinder, die kleine Pausen aber gerne zum Toben am Bachhang nutzen.

Tüte mit Nacktschnecken

Dass sie ganze Arbeit geleistet haben, zeigt sich wenige Minuten später. Denn da kommt die zweite Gruppe der Schulbetreuung an der Skateranlage an. Die Säcke sind schon voll, aber hier auf dem Platz werden sie nicht mehr fündig. „Die waren ganz schön fleißig“, loben die Betreuerinnen Patricia Swoboda und Marion Iglesias ihr Team. Am Bahnhof sei sogar ein ganzer Sack Müll zusammengekommen. „Das macht den Kindern unheimlich Spaß. Sie waren aber auch ziemlich entsetzt über das Müllerverhalten, vor allem die vielen Zigaretten.“ Die Schüler erzählen von ihren Funden: eine Spritze, eine einzelne Socke, einige Pfandflaschen, mehr als ein Euro an Kleingeld und eine Einkaufstüte mit lauter Nacktschnecken drin.

(wein)

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