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Gericht: Messerstecher-Prozess: Dauerhaft in die Psychiatrie

Von Ein Mann war in seiner Mittagspause von dem schizophrenen 20-Jährigen lebensgefährlich verletzt worden. Auf der Anklagebank stellte der Täter nun eine seltsame Forderung.
Die Statue der Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Foto: dpa Die Statue der Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Eschborn. 

Im Prozess um die Messerattacke auf einem Feldweg am Eschborner Gewerbegebiet gab der psychiatrische Sachverständige gestern vor dem Landgericht Frankfurt eine eindeutige Empfehlung: Die dauerhafte Unterbringung des 20 Jahre alten Messerstechers in der Psychiatrie ist dringend geboten.

„Der Beschuldigte ist hoch aggressiv und allgemeingefährlich. Es kann jeden treffen, der ihm begegne“, sagte der in der Anstalt Haina/Kloster tätige Facharzt. Am 10. März war das Opfer in der Eschborner Feldgemarkung ein 36-jähriger Spaziergänger, der sich mit seinen Kollegen in der Mittagspause die Füße vertrat, dem Beschuldigten dabei begegnete und von diesem infolge seiner schizophrenen Psychose als „Teufel“ angesehen wurde. Das büßte der arglose Mann mit lebensgefährlichen Verletzungen in der Herzgegend. Aufenthalte in zwei Kliniken in Bad Soden und Mainz und eine Notoperation schlossen sich an.

Es war nicht der erste Messerangriff des 20-Jährigen Cannabiskonsumenten. Schon früher einmal rammte er einem seiner Brüder ein Messer in den Bauch. Bei unterschiedlichen Aufenthalten im Jugendarrest sowie in psychiatrischen Einrichtungen war er so gut wie nicht therapierbar und lieferte sich immer wieder körperliche Auseinandersetzungen mit Mitpatienten. Erst mehrere Monate nach seiner Einweisung im Krankenhaus Haina sei es nach der Verordnung eines bestimmten Mittels besser geworden mit ihm – eine Entlassung und damit verbundener neuer Rauschgift und Alkoholkonsum würden ihn aber sofort wieder zurückwerfen und zur Gefahr werden lassen. Auch die Großmutter, bei der er in Steinbach zuweilen lebte, hatte er bereits mit Messer und Pistole bedroht.

Während der Gutachter für ihn eine damit äußerst ungünstige Prognose stellte, hatte der Mann auf der Anklagebank ganz andere Sorgen: „Ich möchte ein Halskettchen haben“, sagte er Verwandten im Zuschauerraum. Am 12. Dezember sollen die Schlussvorträge gehalten und die Entscheidung der Jugendstrafkammer über die dauerhafte Unterbringung fallen.

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