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Mit Greifzange gegen den Müll

Bei der hessenweiten Aktion „sauberhafter Schulweg“ sammelten Schüler der Ludwig-Weber-Schule in Sindlingen gestern Abfall im Stadtteil. Die Aktion soll den Umgang der Mädchen und Jungen mit Müll sensibilisieren.
Lehrerin Birgit Haase gibt leuchtend gelbe Warnwesten an die teilnehmenden Schüler aus.	Foto: Maik Reuß Lehrerin Birgit Haase gibt leuchtend gelbe Warnwesten an die teilnehmenden Schüler aus. Foto: Maik Reuß
Sindlingen. 

Vorsichtig hebt Sila (10) die lange Greifzange und hält ein rot-weißes Schokoladenpapier hoch. Dann lässt sie den Abfall in den weißen Müllsack fallen und geht weiter. „Hier ist noch was!“, ruft Ilayda (9) und hebt einen Deckel einer Trauerkerze vom Boden auf. Auch er landet in dem Müllsack, den die Schülerinnen der Ludwig-Weber-Schule fleißig mit Abfall füllen.

Die Schüler der Grundschule in Sindlingen nahmen gestern an der hessenweiten Aktion „Sauberhafter Schulweg“ teil. Auf Fußwegen, Wiesen und Spielplätzen sammelten sie Müll, Abfall und anderen Unrat im Stadtteil. Alle Klassen beteiligten sich an der Aktion, die das umweltbewusste Handeln schulen will.

Konsumverhalten schulen

25 000 Schüler nahmen hessenweit an der Aktion, die vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz initiiert wurde, teil. Mit der Aktion soll auch das Konsumverhalten geschult werden. Rund um die Schulen der Kinder und Jugendlichen wird der Müll gesammelt; die Aktion fand in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal statt. Im vergangenen Jahr wurden hessenweit rund 17,5 Tonnen Abfall gesammelt.

Schüler sensibilisieren

„Müll ist auch im Unterricht ein wichtiges Thema“, erklärt Martin Stojan, stellvertretender Leiter der Schule am Paul-Kirchhof-Platz. „Es ist uns wichtig, dass unsere Schüler früh im Umgang mit Müll sensibilisiert werden und ein Interesse an diesen Themen entwickeln.“

Die Ludwig-Weber-Schule nimmt bereits seit einigen Jahren an der Aktion teil. Ausgestattet mit Handschuhen, Greifzangen und Müllsäcken laufen die Kinder durch den Stadtteil. Melis (9) und Yassine (9) haben einige Zigarettenstummel, Plastikpapiere und Kronkorken gesammelt. „Wir haben auch schon einen kaputten Tennisball gefunden“, sagt Melis stolz. Yassine hält eine Plastikfigur mit der Greifzange fest. „Das Müllsammeln macht schon Spaß“, sagt der Neunjährige selbstbewusst.

Auf dem Spielplatz und auf der Wiese zwischen Hermann-Küster-Straße und Albert-Blank-Straße entdeckten die Kinder auch viele Glasscherben und zerbrochene Flaschen. „Das sollen die Kinder aber nicht einsammeln“, sagt Birgit Haase. „Das ist zu gefährlich.“ Die Klassenlehrerin an der Ludwig-Weber-Schule half den Schülern beim Sammeln. „Einige Schüler brauchen noch ein bisschen Hilfe beim Sammeln“, sagt sie. „Aber das ist eine sehr gute Übung, um den Blick der Kinder für Müll zu schulen.“

Auf dem Spielplatz finden die Kinder auch einige Scherben und Zigarettenstummel. „Was für uns Erwachsene selbstverständlich ist, erkennen die Schüler oft nicht als Müll“, sagt Haase. Viele Kinder störe der herumliegenden Müll meist gar nicht. „Die Aktion ist eine sinnvolle Sache und sollte öfter gemacht werden“, sagt Haase.

75 Kilo Müll

Auf dem Schulhof steht eine kleine Waage. Die Kinder haben ihre Müllsäcke übereinander gestapelt und warten, dass der Müll gewogen wird. „Jetzt wird es spannend“, sagt Martin Stojan. Dann steht es fest: Die Sindlinger Schüler sammelten rund 75 Kilogramm Müll und Abfall.

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