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Tarek Al-Wazir in Bad Soden: Mit dem Minister durch den Kreis

Von Eppstein über Kelkheim nach Bad Soden führte am Samstag die Radtour der Kreis-Grünen mit dem hessischen Verkehrsminister.
Tarek Al Wazir auf dem Liegerad, begleitet von Harald Fischer (links), Albrecht  Kündiger (rechts hinter dem Minister) und zahlreichen Grünen-Sympathisanten in Bad Soden. Foto: Hans Nietner Tarek Al Wazir auf dem Liegerad, begleitet von Harald Fischer (links), Albrecht Kündiger (rechts hinter dem Minister) und zahlreichen Grünen-Sympathisanten in Bad Soden.
Bad Soden. 

Als die Anwohner am Quellenpark vor die Tür treten, staunen sie nicht schlecht. Hessen Verkehrs- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) läuft über das Pflaster und lässt sich vom grünen Bürgermeisterkandidaten Harald Fischer und Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) das Hundertwasserhaus und die Stolpersteine zeigen.

Der Grund des Ministerbesuchs: Bad Soden war Zielpunkt einer Radtour, die die Kreis-Grünen für Samstag angesetzt hatten. Vor drei Jahren war bei den Grünen die Idee aufgekommen, im Sommer gemeinsam durch den Kreis zu radeln – mit einem prominenten Gast in der Mitte. Vor zwei Jahren hatte sich Renate Künast auf die Reise in den Main-Taunus-Kreis begeben, vergangenes Jahr war Bundesvorsitzender Anton Hofreiter zu Gast, diesmal Landespolitiker Al-Wazir. „Wenn wir in Hessen schon einen grünen Minister für den Verkehr haben, sollten wir das auch nutzen“, sagt Kreisverbandsvorsitzende Gianina Zimmermann, die die Tour gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Philipp organisiert hat.

Vor dem offiziellen Tourstart am Eppsteiner Bahnhof um 15 Uhr habe man – gemeinsam mit dem Minister – das Werk des Fahrradherstellers HP Velotour in Kriftel besichtigt. Das Unternehmen liefert seine Drei- und Liegeräder inzwischen in alle Welt. Für die Radtour stellten die beiden Unternehmer Trikes und Elektroräder leihweise zur Verfügung. „Ich hatte mich für ein Elektrorad entschieden und bin völlig begeistert“, sagt Daniel Philipp. Er könne sich gut vorstellen, damit zur Arbeit zu fahren und die Autofahrt zu sparen.

 

Zu wenig Geld

 

Das Fahrrad zum alternativen Fortbewegungsmittel zu machen, hat sich auch Minister Al-Wazir auf die Fahnen geschrieben. So genieße der Ausbau des Radwegenetzes zusammen mit der Straßensanierung oberste Priorität – vor dem Straßenneubau. Das gehe natürlich langsamer voran, als manchem lieb sei. Grund: die Finanzierung. „Wir haben in Hessen 7200 Kilometer Landstraße, 20 Prozent davon sind in sehr schlechtem Zustand“, sagt Al-Wazir. Nur elf Prozent seien mit Radwegen versehen. „Das ist die Verkehrsstruktur der letzten 70 Jahre . . .“ Er habe jüngst eine Liste mit anstehenden Projekten veröffentlicht. „Aber auch ich kann leider keine wundersame Geldvermehrung vornehmen . . .“

In einem Tross von 50 Fahrern geht es in Richtung Kelkheim. Ein Anhänger mit dem Konterfei des Ministers markiert das Ende der Gruppe und dient als sichtbares Zeichen für die Autofahrer. Ein großer Teil der Strecke ist mit Radwegen ausgestattet, richtig eng wird es nur auf der kurvenreichen Strecke von Lorsbach nach Hofheim, einem Stück, das schon lange im Visier ist für einen Ausbau.

Erster Halt: Gimbacher Hof. Dort gibt’s schmackhaften Apfelsaft aus eigenem Anbau. Auf dem Hof und an den anderen Haltepunkten nutzen Bürger immer wieder die Gelegenheit, mit dem Minister ins Gespräch zu kommen. In Kelkheim-Mitte wurde der Tross von Landrat Michael Cyriax (CDU), aber auch vom frisch gewählten Grünen-Bürgermeister Albrecht Kündiger begrüßt. „Bei Planung der Tour wussten wir nicht, wie die Bürgermeisterwahl ausgehen würde“, so die Tour-Planer. Umso größer die Freude, dass Kündiger nun als Rathauschef mitradelte.

 

Ein anderes Fahrgefühl

 

Vor der Weiterfahrt ins Schmiehbachtal Richtung Bad Soden erhalten die Radler noch Informationen über die Landschaft mit ihren Streuobstwiesen. Dann verabschiedet sich die Hälfte der Gruppe und radelt zurück nach Eppstein. 25 fahren weiter nach Bad Soden, wo sie den Abend an der Kulturscheune mit Grillwurst und kalten Getränken ausklingen lassen.

Für den Minister selbst ist die Fahrt eine Premiere der besonderen Art. Er hatte das Angebot der Fahrradfirma in Anspruch genommen und erstmals ein Liegerad ausprobiert. Er sei vorher immer skeptisch gewesen, sagte er. „Aber das habe richtig Spaß gemacht. Es ist ein ganz anderes Fahrgefühl, sehr entspannt, sehr bequem.“ Er habe auf der Fahrt sogar drei Mal das Modell gewechselt.

(juwi)
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