Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 7°C

Mit dem TV Wallau gibt’s noch viel zu reden

Von Gisela Stang und Wolfgang Exner verteidigen gegenüber der IG Wallauer für Wallau die städtische Position zur Ländcheshalle. Horst Schneider schlägt oppositionelle Töne an.
Wallau. 

Keiner kann ernsthaft erwarten, dass sich eine Bürgermeisterin, ein Erster Stadtrat und ein Bürgermeisterkandidat zu einem wichtigen Thema anders äußern als die sie tragenden Parteien, schon gar nicht kurz vor der Wahl. Und weder Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) noch Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) können zur Ländcheshalle etwas anderes sagen als die Mehrheiten des schwarz-roten Bündnisses in Parlament und Magistrat. Denn dem Vorwurf, sich in Fraktion und Koalition nicht durchsetzen zu können, setzt sich kein Kandidat drei Monate vor einer Bürgermeisterwahl aus.

Die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau hatte trotzdem alle drei Bürgermeisterkandidaten um eine persönliche Stellungnahme zum Thema Ländcheshalle gebeten, kann aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Denn Stang und Exner stellen sich klar hinter die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung: Mehr als die Dreifeldhalle, so wünschenswert dies auch sein mag, gibt es nur, wenn sich der TV Wallau beteiligt.

Beide setzen aber nun gehörig einen drauf: Die jetzige Initiative komme um Jahre zu spät und sei mit der finanziellen Situation der Stadt und der Hofheimer Vereinsförderung nicht zu vereinbaren, so Exner. Viele Debatten und Ergebnisse habe er nicht verstanden, kommentiert Exner, "manchmal auch als Wallauer die Wallauer nicht." Und Stang macht noch deutlicher, dass die Wallauer sich die lange Debatte selbst zuzuschreiben haben: Ein Neubau im Wiesengrund sei von der Bevölkerung, eine Sanierung der alten Halle auch vom Ortsbeirat abgelehnt worden.

Ganz klar: Die Rathauschefin lässt die Kritik nicht gelten, Hofheim vernachlässige Wallau. Grünen-Kandidat Horst Schneider wirft dagegen die Frage auf, ob die Möglichkeit einer Sanierung wirklich untersucht worden sei – dabei ist dies an den Mehrheiten gescheitert, nicht an der Möglichkeit. Überhaupt: Schneider bewertet die bisherige Debatte nicht, insistiert auf eine Einbeziehung aller Beteiligten in die Entscheidungsprozesse und den Bau einer "angemessenen und zeitgemäßen Sporthalle."

Exner plädiert dafür, das jetzt sichtbar gewordene Engagement dafür zu nutzen, "die Lösung zu realisieren, die Wallau braucht." Stang hat sich dazu noch ein paar Gedanken gemacht: Es müsse, schon wegen des Trends zur Ganztagsschule, mehr Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen geben. Bedacht werden müsse, dass es künftig mehr Sportangebote für Senioren geben werde – das verlange eher kleinere Räume als eine Großsporthalle. Auch für viele Kulturveranstaltungen sei die ganz große Halle nicht die beste Lösung.

Es sei selbstverständlich, dies mit dem TV Wallau und den anderen Wallauer Vereinen zu klären, heißt es im Brief der Bürgermeisterin noch. Das meint auch Schneider, wenn er schreibt, dass "hier noch viele Gespräche mit allen Beteiligten zu führen sein werden." Exners Appell an die "starke Dorfgemeinschaft" macht den Dreiklang komplett – in dem Punkt sind sich die drei Kandidaten einig. Aber es wird auch ernsthaft keiner so kurz vor der Wahl die Wallauer wissen lassen, man wolle lieber ohne sie entscheiden. Wie ernst es gemeint ist, wird die Praxis zeigen.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse