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Kein Schadenersatz: Mobbing gegen Dalianis? Gericht sagt Nein

Von Die Rathaus-Mitarbeiterin Sabine Dalianis bekommt von der Stadt weder Schadensersatz noch Schmerzensgeld. Das Arbeitsgericht sieht die Mobbing-Vorwürfe nicht als bewiesen an.
Sabine Dalianis Sabine Dalianis
Eschborn. 

Bürgermeister Mathias Geiger hat in den vergangenen Jahren aus den Gerichtssälen nur selten positive Nachrichten bekommen. Im Streit um Honorarzahlungen mit dem Kommunikationsberater Jürg Leipziger hat die Stadt den Kürzeren gezogen, im Konflikt mit Geigers früherer Sekretärin musste sich die Stadt auf einen Vergleich einlassen, und zwei laufende Strafverfahren gegen den Rathauschef sind zwangsläufig eine Belastung. Da kann es nur gut tun, vor Gericht auch einmal einen Sieg davon zu tragen.

Diesmal geht es um die Rathaus-Mitarbeiterin Sabine Dalianis. Die hat die Stadt auf die Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz wegen fortgesetzten Mobbings verklagt; der Streitwert des Verfahrens beträgt 103 000 Euro. Jetzt erging das Urteil – die Klage wurde abgewiesen. Die Urteilsbegründung liegt den Prozessbeteiligten aber noch nicht vor.

Vertreten wird Dalianis durch den Eschborner Rechtsanwalt Michael Bauer. Der erklärte gestern dem Kreisblatt gegenüber, die Abweisung der Klage sei, den kurzen Erläuterungen des Gerichts zufolge, aus Mangel an Beweisen erfolgt. Nachvollziehen kann er die Begründung nicht – er habe dem Gericht zahlreiche Dokumente vorgelegt, die die Vorwürfe beweisen könnten. Ob seine Mandantin in Berufung gehen werde, entscheide sich nach Lektüre der Urteilsbegründung, so Bauer. Wenn er aber der Meinung ist, dass es Beweise genug gebe, dann spricht dies dafür, dass es zu einer Berufungsverhandlung kommen wird.

Geiger kann nicht mehr tun, als dies abzuwarten. „Ich bin froh, dass das Gericht so geurteilt hat“, sagt er verständlicherweise. Viel zu viel habe er in der Verwaltung zu tun, etwa mit den vielen Bauvorhaben, um sich mit solchen Dingen beschäftigen zu können.

Nicht viel sagen will er daher auch zu einer zweiten Klage von Dalianis, mit der diese eine angemessene Beschäftigung in der Verwaltung durchsetzen möchte. Sie bekäme keine Aufträge, habe nichts zu tun, schildert Bauer die Situation. Dass der städtische Internetauftritt die Koordination bürgerschaftlichen Engagements als den Arbeitsbereich von Dalianis beschreibt, ändere daran nichts. Die Verhandlung soll im Oktober stattfinden.

Der Streit ist nicht isoliert zu sehen. Dalinias gilt als enge Vertraute des früheren Bürgermeisters Wilhelm Speckhardt. Geiger hatte die Vermutung geäußert, dass sie unmittelbar vor der Bürgermeisterwahl vertrauliche Unterlagen aus dem Rathaus über angebliches Sex-Mobbing Geigers gegenüber seiner früheren Sekretärin an die Presse gegeben habe – mit dem Ziel, Geigers Wahl zum Bürgermeister zu verhindern. Allerdings war er mit dem Versuch gescheitert, Dalianis per Kündigung loszuwerden.

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