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Nachbarn sind gegen West V

Erneut hat sich auch Markus Ochs gegen die Ansiedlung von Logistik-Unternehmen ausgesprochen. Diese Ackerflächen neben der Landstraße von Flörsheim nach Hochheim sollen so lange wie möglich als landwirtschaftliche Flächen genutzt werden, fordern Naturschützer. Viele Bewohner des Ortsteils Keramag-Falkenberg hoffen dies ebenfalls. Foto: Hans Nietner Diese Ackerflächen neben der Landstraße von Flörsheim nach Hochheim sollen so lange wie möglich als landwirtschaftliche Flächen genutzt werden, fordern Naturschützer. Viele Bewohner des Ortsteils Keramag-Falkenberg hoffen dies ebenfalls. Foto: Hans Nietner

Keramag-Falkenberg. 

Die Bewohner des Ortsteils Keramag-Falkenberg befürchten erhebliche Nachteile für ihren Wohnort, wenn das neue Gewerbegebiet West V an der Landstraße nach Hochheim besiedelt wird. Sie rechnen mit einer zunehmenden Verkehrsbelastung durch die Ansiedlung weiterer Logistikunternehmen und Speditionen, für die mehrere bis zu 20 Meter hohe Hallen vorgesehen sind. Eine derartige massive Bebauung lehnen sie ab, und sie fordern einen möglichst großen Abstand zwischen dem Gewerbegebiet und der Wohnbebauung durch eine dicht bewachsene Grünzone. Diese Forderungen sind für den Flörsheimer Ersten Stadtrat und CDU-Bürgermeisterkandidaten Markus Ochs die wichtigsten Erkenntnisse, die er bei seinen Hausbesuchen und Gesprächen mit den Bewohnern des Ortsteils gewonnen hat.

Idee nicht ausgereift

Markus Ochs geht in seiner Mitteilung auf die Argumente der Bewohner von Keramag-Falkenberg ein. Er nehme diese Bedenken sehr ernst, er teile die Besorgnisse über die Auswirkungen von West V. Aber er habe den Eindruck, dass die derzeitigen Überlegungen für die Entwicklung dieses Gewerbegebiets, das die Flörsheimer CDU schon vor Jahren in die Wege geleitet hatte um die Finanzen der Stadt nachhaltig zu verbessern, noch nicht ausgereift sind. Vor einigen Wochen schon hatte sich der CDU-Bürgermeisterkandidat des Themas angenommen. Für ihn sei klar, dass dort wegen der drohenden Verkehrsbelastungen keine Ansiedlung von Logistik- oder Speditionsfirmen erfolgen dürfe.

Keine Hallen

In einer denkwürdigen Stadtverordnetenversammlung vor einigen Wochen war ein heftiger Streit zwischen Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD), der Grünen Alternativen Liste Flörsheim (Galf) sowie der CDU, FDP und den Freien Bürger ausgebrochen. Es ging um die künftige Bebauung und Besiedlung des Gewerbegebietes an der Hafenstraße beziehungsweise an der Landstraße nach Hochheim.

Markus Ochs möchte gemeinsam mit den städtischen Gremien das Gewerbegebiet "systematisch und mit Blick auf eine sinnvolle Ansiedlung weiterentwickeln". Allerdings möchte er sich dabei nicht nur auf ein externes Unternehmen stützen, das in dem Gebiet dann dominiere. "Wir wollen keine überdimensionierten Hallen, sondern Büros und Werkstätten", fordert er. "Für mich als Bürgermeister wäre die Vermarktung dieses Gewerbegebiets absolute Chefsache."

Wie man es richtig machen könne, sei vor einigen Jahren bei der erfolgreichen Vermarktung des Gewerbegebiets auf der Ostseite der Hafenstraße gezeigt worden. Daran solle man sich aktuell ein Beispiel nehmen. Mit einer solchen Verfahrensweise könne sicherlich den Bedenken der Bewohner aus dem Stadtteil Keramag-Falkenberg Rechnung getragen werden. Vor allem müsse genügend Abstand zum Abenteuerspielplatz und zur Wohnbebauung gelassen werden, meinte Markus Ochs. Natürlich erfordere die Entwicklung dieses wichtigen und hoch interessanten Gewerbegebiets unter städtischer Regie erheblich mehr Zeit- und Arbeitsaufwand.

"Ich möchte dort Dienstleister ansiedeln, mittelständische Unternehmen, die sich erweitern möchten oder auch Firmen des neuen Markts, die prosperieren und wenig Fläche benötigen. Transport- und Logistik-Unternehmen sind, wie sich gezeigt hat, hier fehl am Platz. Logistiker haben einen hohen Flächenverbrauch, zahlen vergleichsweise aber wenig Gewerbesteuer, bringen weniger Arbeitsplätze, aber dafür viel Verkehr", wiederholt Markus Ochs seine Argumente gegen das derzeitige Ansiedlungskonzept. Die in den Vorjahren erfolgte Ansiedlung von zwei Logistikfirmen an der Weilbacher Straße seien große Fehler gewesen und hätten durch das enorme zusätzliche Verkehrsaufkommen eine unverantwortliche Mehrbelastung vor allem für Weilbach gebracht. Die CDU habe bisher und hätte auch diesmal solche Firmen nie in die Gewerbegebiete hereingelassen.

Mehr Lkw-Kontrollen

Im Übrigen weist der Bürgermeisterkandidat auf die Tatsache hin, dass die vierspurige B 43 auf der anderen Mainseite, über die zurzeit der Schwerlastverkehr aus Richtung Hochheim zur A 3 umgeleitet wird, seit Kurzem für Lkw mautpflichtig ist. Dadurch bestünde die Gefahr, dass immer mehr versucht werde, die vor vielen Jahren erfolgte Sperrung der Wohnbereiche für den Schwerlast-Durchgangsverkehr nicht zu befolgen. Eine Verbotsbeschilderung nütze jedoch nur wenig, wenn sie nicht genügend kontrolliert werde. "Als Bürgermeister werde ich mich intensiv für Lkw-Kontrollen im gesamten Stadtgebiet einsetzen. Die wirksamste Verhinderung ist aber, Transport- und Logistikfirmen erst gar nicht nach Flörsheim zu holen", bekräftigte Markus Ochs. hk

(hk)
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