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Fest in Schwalbach: Nachwuchslöscher zeigen beim zehnjährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr ihr Können

Von Ein echtes Spektakel bot sich den Besuchern der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr in Schwalbach. Die Nachwuchslöscher konnten sich bei einer Übung beweisen.
Gründungsmitglied Tobias Hollomotz war bei der Übung während der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr auf dem Parkplatz Continental natürlich dabei. Foto: Hans Nietner Gründungsmitglied Tobias Hollomotz war bei der Übung während der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr auf dem Parkplatz Continental natürlich dabei.
Schwalbach. 

Ein kleines Auto gerät am helllichten Samstagnachmittag auf dem Parkplatz des Unternehmens Continental neben der Albert-Einstein-Schule in Brand. Die Aufregung ist groß. „Ruft doch mal jemand die Feuerwehr“, schreit ein Mann. Seltsam ist, dass alle Anwesenden nur lachen. Recht bald ist jedoch das „Tatütata“ von Einsatzwagen zu hören. Es ist also ernst. Aber etwas ist noch sehr komisch: Nicht nur das brennende Auto auch die Feuerwehrleute sehen eigentlich kleiner aus als sonst.

Das Rätsel ist schnell gelöst: Die Freiwillige Feuerwehr Schwalbach hat das zehnjährige Bestehen ihrer Jugendfeuerwehr gefeiert und hat es dabei so richtig krachen lassen. Das zweitägige Fest war aufwendig und fulminant organisiert und hätte einem großen Feuerwehrjubiläum zur Ehre gereicht. Es war prall gefüllt mit Spektakulärem. Ein Herzstück war natürlich die Übung der Jugendfeuerwehr, die dabei ihr Können unter Beweis stellen konnte. Das Übungsobjekt sah für manche weiter weg Stehende – denn es war reichlich Publikum da – vielleicht nur wie ein schnöder Holzhaufen aus, aber es war ganz liebevoll aus Holzpaletten und sogar mit Rädern einem kleinen Auto nachgebildet.

Auch diese Übung war eindrucksvoller als so manche Übung von erwachsenen Feuerwehreinsatzabteilungen im Kreis. Die Kinder und Jugendlichen löschten nicht nur mit Wasser, sondern auch mit dem Schaumstrahlrohr. Die Einsatzleitung hatte der 15-jährige Sebastian Tosun, der den Einsatz wie ein alter Hase managte. „In der Jugendfeuerwehr, lernt man wirklich etwas für das Leben“, sagt Sebastian. „Technisch-handwerkliches wird vermittelt, der soziale Einsatz für Andere steht im Mittelpunkt und der Teamgeist, bei dem sich jeder auf den Anderen verlassen kann, ist ganz wichtig. All das kommt bei der Feuerwehrarbeit zusammen“, sagt er. Die 12-jährige Maggie Jungheim von der Jugendwehr sieht das ganz genauso und ergänzt: „Die Feuerwehr ist wie eine zweite Familie.“

Schnell angenommen

Der Mann, dem die Gründung der Schwalbacher Jugendfeuerwehr zu verdanken ist, heißt Tobias Hollomotz (35). Er hat es vor weit über zehn Jahren angeleiert, dass auch die Schwalbacher Wehr den eigenen Nachwuchs selbst ausbildet. „Ich musste als Kind in die Jugendfeuerwehr von Niederhöchststadt gehen und ich dachte das kann nicht so bleiben“, sagt er. Als er in die Schwalbacher Einsatzabteilung eintrat, forcierte er das Projekt „Jugendfeuerwehr“ und erhielt Unterstützung. Zur ersten Übung am 2. September 2008 kamen auf den Schlag 19 Bewerber. „Wir mussten dann zeitweise sogar einen Aufnahmestopp verhängen, weil man uns die Bude eingerannt hat“, sagt er. Besonders stolz ist Tobias Hollomotz, dass viele Jugendlichen der ersten Stunde in die Einsatzabteilung der Wehr übergewechselt sind.

Die Anfänge waren moderat: In den bekanntlich beengten Verhältnissen der Wehr in der Altstadt – die Frage eines neuen Standortes wird ja gerade heiß diskutiert und war natürlich auch Thema beim kleinen Festakt – musste auch noch die Jugendfeuerwehr untergebracht werden. Die Wehr hat vorwiegend in Eigenleistung dafür zusätzlichen Raum geschaffen.

„Wir mussten uns auch die Kleidung zunächst von anderen Feuerwehren leihen und die ersten Spinde waren umfunktionierte Aktenschränke“, erinnert sich der erste Jugendfeuerwehrwart Tobias Hollomotz. Inzwischen wurde die Leitung der Jugendwehr in die Hände von Florian Hoppe gelegt. 24 Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren werden dort derzeit ausgebildet, darunter auch immer mehr Mädchen. Tobias Hollomotz, Florian Hoppe, Steffen Jörg und Christopher Schöpp, die in der Jugendwehr groß wurden, sowie Thomas Scherer haben das Jubiläumsfest organisiert. Stadtbrandinspektor Marco Richter kann stolz auf seine Truppe sein.

Das Publikum erlebte an zwei Tagen etwa atemberaubende Darbietungen des Höhenrettungs-Teams des MTK, Musik mit zwei Livebands im Festzelt, Spielangebote und eine üppiges Speisenangebot. Und die Fahrzeugschau ist nicht zu vergessen. Dabei durfte der historische Einsatzwagen, „das Lottchen“ – ein Kleinod der Feuerwehr – natürlich nicht fehlen. Übrigens auch das alte Lottchen ist wie das Übungsobjekt fast nur aus Holz gebaut. Zum Verbrennen wäre es aber echt zu schade gewesen.

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