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Engelsruhe: Nassauische Heimstätte feiert Richtfest für 35 neue Wohnungen

Von In der Engelsruhe waren nicht alle darüber glücklich, dass die Nassauische Heimstätte auch ihr letztes Grundstück mit Wohnungen bebaut. Die Wohnungsbaugesellschaft hat insgesamt mehr als 35 Millionen Euro in das Quartier investiert.
An der Stelle, wo die beiden Neubauten entstehen, wurden im Herbst 2015 alte, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr modernisierbare Mietshäuser abgerissen. Rechts geht es zum Bewohnertreff des Nachbarschaftsvereins, vor dem gestern die Nassauische Heimstätte feierte. Foto: Leonhard-Hamerski An der Stelle, wo die beiden Neubauten entstehen, wurden im Herbst 2015 alte, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr modernisierbare Mietshäuser abgerissen. Rechts geht es zum Bewohnertreff des Nachbarschaftsvereins, vor dem gestern die Nassauische Heimstätte feierte.
Unterliederbach. 

Früher hatte die Engelsruhe nicht gerade den besten Ruf. Wer dort wohnte, scheute sich, darüber zu reden. Eine Jugendgang, die „Chicagos“, sorgte für Unruhe; viele Wohnungen waren alt und heruntergekommen; zur A 66 hin stand die „Papageiensiedlung“ für den Versuch, Menschen direkt an der Autobahn anzusiedeln.

Doch viele wohnen gern dort in dem bunten, langgezogenen Haus, und die Engelsruhe hat sich gemacht, seit dort 1999 das Projekt „Soziale Stadt“ begann. Einen großen Anteil hat daran auch die Nassauische Heimstätte (NH), die seit 2013 in die energetische Ertüchtigung und den Wohnkomfort ihrer zum Teil schon ab 1930 gebauten Mietshäuser investiert und bis 2021 dafür insgesamt 27 Millionen Euro ausgegeben haben will.

Zwei Mietshäuser

Weitere 7,5 Millionen steckt die Nassauische Heimstätte in den Neubau von 35 Wohnungen in zwei Mietshäusern am Alemannenweg, nur einen Steinwurf vom Autobahn-Wohnriegel entfernt. Eines dieser Häuser wurde direkt vor den Bewohnertreff des Nachbarschaftsvereins Unterliederbach gebaut, der sich für das soziale Gleichgewicht in der Siedlung engagiert. Gestern wurde Richtfest gefeiert.

„Es sind insgesamt 35 Millionen Euro, die wir im Quartier investieren“, sagte NH-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) lobte das Engagement der NH, Wohnungen im unteren Preisniveau anzubieten. Das, so Fontaine-Kretschmer, sei nur möglich, weil die Wohnungsbaugesellschaft am Alemannenweg eigene Grundstücke bebauen konnte und keinen teuren Baugrund finanzieren musste. Die weitere Verdichtung der Engelsruhe stößt allerdings bei vielen „alten“ Mietern auf Kritik.

Der Mietpreis in den beiden Neubauten soll ungefördert unter 10 Euro pro Quadratmeter liegen. Wer Förderung bekommt, zahlt sogar noch weniger. Gebaut werden 20 Zwei-Zimmer-Wohnungen mit etwas über 50 Quadratmetern Wohnraum, neun Drei- und sechs Vier-Zimmer-Wohnungen bis 102 Quadratmeter. Zumindest die Wohnungen im Erdgeschoss sollen barrierefrei sein, „um vielleicht auch älteren Menschen aus dem Quartier, die nicht in ihrer angestammten Wohnung bleiben können, eine Alternative zu bieten“, sagte Monika Fontaine-Kretschmer.

Zu wenig Parkplätze

Besonders attraktiv geschnitten sind acht Maisonette-Wohnungen zwischen 92 und 99 Quadratmetern. Alle Wohnungen haben Gartenzugang, Terrasse, Balkon oder Dachterrasse; unter einem Gebäude wurde eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen angelegt. Außerdem, so betonte Fontaine-Kretschmer, würden 32 Fahrradabstellplätze geschaffen, und das Quartier sei im Car-Sharing engagiert. Hintergrund dieser Detail-Information ist, dass auch in der Engelsruhe – wie in den meisten Siedlungen – kaum ein Parkplatz zu finden ist.

Der Nassauischen Heimstätte wurde bereits vorgeworfen, diese Situation mit der Verdichtung noch zu verschärfen. Die Mieter hätten, so Fontaine-Kretschmer, auch die Möglichkeit, Stellplätze im Parkhaus der Nassauischen Heimstätte am Cheruskerweg anzumieten. Das ist jedoch recht illusorisch: Überall, wo fürs Parken Geld genommen wird, stehen Parkdecks leer, und auf den Straßen wird jede verfügbare Ecke zugestellt.

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