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Es wird mobil gemacht: Natürschützer und Anwohner wollen Bebauung verhindern

Von Der Widerstand gegen die weitere Bebauung des Sinai-Geländes formiert sich. Wie weit gehen die Gegner?
Der Blick ins Grüne: Den wollen Stephan Baumann und seine Mitstreiter am Sinai-Gelände erhalten. Foto: Hans Nietner Der Blick ins Grüne: Den wollen Stephan Baumann und seine Mitstreiter am Sinai-Gelände erhalten.
Bad Soden. 

In Sulzbach wird diskutiert, ob es nicht noch eine Chance gibt, das Kosmetikunternehmen Cosnova im Ort zu halten. Im Gespräch war das Gelände des ehemaligen Autokinos, aber es wurde deutlich, dass die Chancen dafür nicht gut sind (wir berichteten). So ganz aufgegeben hat man die Hoffnung im Sulzbacher Rathaus aber nicht.

Das gilt auch für die Sodener Bürger, die von den Plänen der Stadt gar nichts halten. Vorgesehen ist, zwischen Otfried-Preussler-Schule Cosnova anzusiedeln und ein Baugebiet zu entwickeln. Das stört vor allem Sodener, die in den Seitenstraßen der Schubertstraße wohnen. Vor allem die Anwohner der Robert-Stolz-Straße und des Hübenbusch fürchten, dass es vorbei ist mit dem Blick aufs Grüne.

Die Mahnwache

Auch aus Sicht des Naturschutzes gibt es reichlich Bedenken. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) will es aber nicht dabei belassen, im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Kritik vorzubringen. Vorstandsmitglied Stephan Baumann mobilisiert den Widerstand gegen das Baugebiet. Wie weit das organisatorisch gehen soll, steht noch nicht fest.

Am Sonntag, 18. Juni, soll es um 15 Uhr auf dem Gelände selbst ein Treffen aller geben, die den Plänen skeptisch gegenüber stehen. Baumann hat die Veranstaltung als Mahnwache angekündigt, aber es nicht seine Absicht, etwa der dort verloren gehenden Natur zu gedenken. Vielmehr sollen alle, die das Baugebiet ablehnen, sich gemeinsam ein Bild verschaffen.

Wie geht es weiter?

Außerdem soll über die weitere Vorgehensweise beraten werden. Baumann fände es prima, wenn genug Leute sich bereit fänden, an der Gründung einer Bürgerinitiative mitzuwirken. Nach Baumanns Vorstellung soll die sich dann zusammensetzen und über die weitere Vorgehensweise beraten. Massivere Schritte wie etwa ein Bürgerbegehren oder eine Klage vor Gericht sind nicht ausgeschlossen, stehen aber momentan nicht ganz oben auf der Tagesordnung. Eine Bürgerversammlung, das kann sich der BUND gut vorstellen. Eine juristische Beratung könne auch nicht schaden.

Eine Bürgerversammlung wäre aus Baumanns Sicht auch angebracht, weil viele Sodener über die Pläne gar nicht informiert seien. Manche Anwohner seien aus allen Wolken gefallen, als sie von den Plänen hörten. Manchen Käufern am Hübenbusch sei vor dem Notartermin erzählt worden, nach Süden hin werde nie gebaut, weiß Baumann.

Natürlich kennt der BUND-Mann den Hinweis auf den Wohnungsmangel. Aber erstens glaubt er nicht, dass ausgerechnet dort preiswerte Wohnungen entstehen – die am dringendsten gebraucht werden. Und zweitens gebe es in Bad Soden auch noch jede Menge andere Flächen, auf denen Wohnungen gebaut werden könnten. Deshalb würde auch die Zusage, preiswerte Wohnungen auf dem Sinai-Gelände zu bauen, nichts am Widerstand ändern, so Baumann.

Ein weiteres Thema ist der Verkehr. Die Befürworter argumentieren, dass die Mitarbeiter von Cosnova vor allem über die Limesspange kommen. Zwar ist noch offen, ob an der Limesspange ein Kreisel oder eine ampelgeregelte Kreuzung gebaut werden muss, aber ob das einen Einfluss auf die Verkehrsströme hat, ist sehr die Frage. Die Kritiker befürchten, dass eben ein Teil der Mitarbeiter sehr wohl durch die Innenstadt zum Firmengelände fährt. Erst recht gilt das natürlich für die Bewohner der neuen Häuser. „Die Limesspange ist im Berufsverkehr doch jetzt schon dicht“, nennt Baumann einen Grund dafür, warum manche Autofahrer einen anderen Weg wählen könnten.

So weit ist es freilich noch lange nicht. Zunächst einmal muss ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden, in diesem Rahmen werden auch die Verkehrsströme und die Auswirkungen des Baugebietes auf die Natur untersucht. Man werde das Verfahren intensiv beobachten, kündigt Baumann an.

Infoveranstaltung

Die Stadt lädt zum Thema „Sinai II und III“ ein: Mittwoch, 21. Juni, 18 Uhr, Bürgerhaus Neuenhain (Hauptstraße 45). Außerdem: die Sanierung in der Schubert- und Gluckstraße.

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