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Bäuerin steht närrischer Regentin zur Seite: Neue Ambett erweitert Hofstaat

Von Die Karnevalsgesellschaft stellte vorm Rathaus ihr neues Dreigestirn vor. Die 44 Jahre alte Ambett Nicol Stang geht nun mit einer Bäuerin sowie Bürger Thomas durch die närrische Zeit.
„Ambett XXIX Nicol, Fürstin von Hof Hausen vor der Sonne Gräfin von Show und Tanz“ zwischen „Bäuerin Michaela, Trägerin des närrischen Korbes“ und „Bürger Thomas, Hüter der Ambett und der Bäuerin“. Bilder > Foto: Knapp „Ambett XXIX Nicol, Fürstin von Hof Hausen vor der Sonne Gräfin von Show und Tanz“ zwischen „Bäuerin Michaela, Trägerin des närrischen Korbes“ und „Bürger Thomas, Hüter der Ambett und der Bäuerin“.
Hofheim. 

Echt närrisch: Seit Samstagmittag hat die Stadt zwei Regentinnen mit dem Namen Stang! Neben Gisela ist Nicol getreten. Doch während sich die eine nur schlicht Bürgermeisterin nennen kann, trägt die andere die überaus klangvolle Amtsbezeichnung „Ambett XXIX, Fürstin von Hof Hausen vor der Sonne und Gräfin von Show und Tanz.“

Wieder einmal war’s eine echte Überraschung, als die Karnevalsgesellschaft KG 1900 vor dem Rathaus während der Kampagnen-Eröffnung ihr neues Dreigestirn mit der Ambett an der Spitze präsentierte. Damit ja niemand vorzeitig draufkommen konnte, wer als neue Regentin über Hofheims närrisches Volk bald danach auftreten würde, musste Nicole Stang zunächst mit dem Damenkomitee auflaufen. Seit fünf Jahren gehört sie diesem an, für die Fastnacht schlägt ihr Herz aber schon deutlich länger.

Schon als Kind habe sie die fünfte Jahreszeit geliebt, sagt die aus Fischbach stammende Blondine mit dem frechen Haarschnitt. Beim AKK (Arbeitskreis Karneval der Kolpingsfamilie Hofheim war sie zunächst aktiv. Der Liebe wegen kam sie aber Hofheim, genauer gesagt auf den Hof Hausen vor der Sonne. „Aber auf den Bauernhof, nicht den Golfplatz“, erläutert sie lächelnd. „Wir haben den größten Hof mit verschiedensten Tierarten im Rhein-Main-Gebiet“, sagt Nicol Stang mit hörbarem Stolz.

Pfauen, Gänse, Hühner, Enten, Schweine, Pferde – erfordern jede Menge Arbeit. Zusätzlich wird von den Stangs auch noch Felderwirtschaft betrieben; allerdings im Nebenerwerb. Hauptberuflich ist die neue Ambett als Verkäuferin in Eschborn bei einer großen Drogerie-Kette tätig. Seit zwölf Jahren ist die dreifache Mutter bei der KG 1900 engagiert. Selbst hat sie bei den Flotten Fegern getanzt, ist 2. Vorsitzende des Tanzsportklubs der KG und betreut den tanzenden Nachwuchs. Zu dem gehören auch ihre Töchter (heute 17 und 18 Jahre alt), die mittlerweile beide zusätzlich als Trainerinnen aktiv sind.

Bei der Betreuung der jungen Tänzerinnen hat Nicol Stang auch Michaela Müller-Jäckel kennengelernt. Die hat schon Erfahrung als Ambett – und hat ihre Freundin bestärkt, dieses besondere Amt nun selbst zu übernehmen. „Irgendwann werde ich’s mal werden“, habe sie sich schon öfter gedacht, verrät Nicol Stang. Von ihrem Mann bekam sie grünes Licht. „Er ist kein Fastnachter, aber es ist einfach okay für ihn“, sagt sie lächelnd.

Den Bauern auch noch bei den Narren zu machen, dazu hatte der Gatte keine Ambitionen. Die Rolle übernimmt daher in diesem Jahr erstmals eine Frau: Michaela Müller-Jäckel ist als „Bäuerin Michaela, Trägerin des närrischen Korbes“ der eine Teil des Ambett-Gefolges. Ihr Ehemann Thomas Jäckel schlüpft in die Rolle von „Bürger Thomas, Hüter der Ambett und der Bäuerin“. Das spiegelt, dass die Fastnacht in Hofheim ganz besonders stark vom weiblichen Geschlecht getragen wird.

Das kann aber zu- und anpacken und ist keineswegs schwach, wofür die frisch inthronisierte Ambett sicher ein besonders gutes Beispiel ist. „Es ist alles eine Frage der Organisation“, ist Nicol Stang überzeugt, auch noch ihr neues Amt im immer straffen Zeitplan mit Beruf, Landwirtschaft und Familie gut unterzubringen.

Ihren ersten Auftritt im eigens für sie angefertigten weinroten Kleid mit von ihr selbst applizierten Swarovski-Steinen für das gewisse Etwas hat die Regentin der Hofheimer Narren jedenfalls am Samstag mit Bravour bewältigt. Und das närrische Volk, vor allem Abgesandte anderer närrischer Vereine, das auf dem Chinonplatz die Eröffnung der Kampagne mit Musik und Tanz feierte, huldigte Ambett Nicol XXIX. „Das ist so wie Familie, das ist so ein Zusammenhalt“, schwärmt die Regentin.

Um das noch deutlicher zu machen, hat Nicol Stang ihr Gefolge noch ein bisschen erweitert. Ihre Tanz-Kinder Lea Toprak (7) und Lilly Rose Rodriguez (8) sollen sie neben Bauer und Bürger so oft wie möglich begleiten. Das kam am Samstag schon bestens an, genauso wie die Tatsache, dass die neue Ambett in ihrem Korb nicht nur Rosen für die Großen sondern auch Süßigkeiten für die Kinder dabei hat. „Die Kinder sind mir wichtig“, sagt Nicol Stang. Eine gute Regentinnen-Botschaft, denn eines braucht die Fastnacht ganz sicher: Nachwuchs, der sich genauso vom närrischen Virus anstecken lässt, wie es Nicol Stang als Kind schon passiert ist.

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