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Societätsverlag: Neues Buch: Wie die "Rodgau Monotones" Geschichte schrieben

Von Sie sind Kult, auch nach 40 Jahren Bandgeschichte: Der Hofheimer Oliver Zils hat einen Blick hinter die Kulissen der "Rodgau Monotones" um Sänger Peter Osterwold geworfen. Sein Buch "Wollt ihr Musik, oder was?" ist frisch erschienen. FNP-Reporter Mathias Geiß hat sich mit dem Autor unterhalten.
Oliver Zils war Redakteur beim Kreisblatt. Seit 2009 ist er Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur Oliver Zils war Redakteur beim Kreisblatt. Seit 2009 ist er Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur
Hofheim. 

Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über die Monotones zu machen?

OLIVER ZILS: Es war gar nicht meine Idee. Der Societätsverlag, bei dem ich 2016 das Buch „Alex Schur.24“ veröffentlicht habe, sprach mich an. Anlässlich ihres 40-jährigen Bühnenjubiläums sollten die Monotones porträtiert werden. Ich musste nicht lange überlegen – wie bei Schur handelt es sich auch bei der Band eindeutig um eine hessische Ikone.

Sind die 40 Jahre nicht so voller Anekdoten und schöner Geschichten, dass es schwerfällt, die richtigen auszusuchen?

ZILS: Mich hat von Anfang an eher die Entwicklung der Band interessiert. Erst völlig unbekannt, dann Geheimtipp, plötzlich national berühmt. Dann die Fast-Trennung, Neustart mit Frau. Und heute nach 40 Jahren machen die immer noch Hallen voll. Was passiert da innen drin? Anekdotenjagd war Nebensache, dennoch kommen natürlich viele lustige und kuriose Begebenheiten vor.

Oliver Zils war Redakteur bei der FNP. Seit 2009 ist er Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur. Bild-Zoom
Oliver Zils war Redakteur bei der FNP. Seit 2009 ist er Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur.

Kannten Sie die Bandmitglieder schon vor der Arbeit für das Buch persönlich? Wie haben sie reagiert?

ZILS: Nein, ich kannte keinen persönlich und sie mich auch nicht. Alle waren sehr aufgeschlossen, interessiert und letztlich dankbar, dass jemand ihre komplexe Geschichte aufgeschrieben hat. Es sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, jede hat auf ihre Weise zum Buch beigetragen.

Gab es denn Geschichten, über die Sie nicht schreiben durften?

ZILS: Sagen wir so: Es gibt Geschichten, über die ich nicht geschrieben habe. Weil sie zu heikel oder nicht eindeutig zu rekonstruieren waren. Der Rückblick von sieben Personen auf Geschehnisse, die fast ein halbes Jahrhundert zurückliegen, fällt erstaunlich unterschiedlich aus. Ich durfte nahezu alles schreiben.

Und welche ist Ihre Lieblingsanekdote?

ZILS: Ich kann da kein Ranking erstellen. Fest steht: Die Band hat reichlich davon erlebt und produziert. Das Besondere ist, dass sie irgendwie immer Kindsköpfe geblieben sind, die nicht irgendwas wegen eines Images gemacht haben. Okay, meine Lieblingsgeschichte ist, dass sie sehr lange backstage das Kinderbrettspiel „Tempo, kleine Schnecke“ gespielt haben. Natürlich um Geld.

Die ganze Geschichte der Rodgau Monotones. Bild-Zoom
Die ganze Geschichte der Rodgau Monotones.

Sie sind selbst Musiker, haben Sie jemals mit Ihrer Band Stücke der Monotones gespielt?

ZILS: Nein. Ich glaube auch, dass das sehr schwer ist, weil die Band so einen typischen Sound hat, der kaum kopierbar ist.

Warum sollte man auch nach 40 Jahren noch zu Auftritten der Rodgau Monotones gehen?

ZILS: Weil man eine unglaublich dynamische, spielfreudige und homogene Band zu hören und sehen bekommt. Musiker können ja im Gegensatz zu Sportlern auch im Alter noch Topleistung bringen oder tun das sogar erst dann. Ich würde immer lieber zu den Monotones gehen als zu einem Kick von ehemaligen Fußballstars.

Wie lange haben Sie am Buch gearbeitet, was sagt die Band über das Buch?

ZILS: Zu 1: von April 2017 bis Juli 2018. Zum Feedback: Es haben sich noch nicht alle gemeldet. Aber die ersten Reaktionen sind sehr positiv. Das ist mir auch ein wichtiges Anliegen, dass die Band selbst das Buch mag. Sänger Peter Osterwold hat mir vergangene Woche gesagt, dass er erstaunt ist, was er bei der Lektüre noch alles erfahren hat.

Ihr letztes Buch drehte sich um den Eintracht-Kicker Alex Schur. War das einfacher als mit einer chaotischen Truppe?

ZILS: Kann man so nicht sagen. Die Ausgangspositionen waren auf jeden Fall unterschiedlich, und entsprechend anders bin ich herangegangen. Bei Schur war es eher kreatives Ghostwriting, also ein Beschreiben der Karriere aus seiner Perspektive. Ich musste mich sehr seiner Denkweise und Sprache anpassen. Für das Monotones-Buch hatte ich viel mehr Perspektiven – unter anderem meine eigene. Das war aufwendiger, aber ich hatte auch mehr Freiheiten. Die Truppe war in der Zusammenarbeit meistens sehr diszipliniert.

Die ganze Geschichte der Rodgau Monotones.
Bandgeschichte Rodgau Monotones: Kurioses und Gänsehaut-Momente

clearing

Wie viele Konzerte der Monotones haben Sie selbst schon besucht?

ZILS: In den Achtzigern drei oder vier. Während der Buchrecherche zwei, und ich finde sie nicht nur aus Nostalgiegründen klasse, sondern bin nach wie vor begeistert von ihrer Power und Musikalität.

Was ist Ihr persönliches Lieblingslied?

ZILS: Ein Lieblingslied habe ich nicht. Ich habe während des Entstehungsprozesses alle veröffentlichten Songs gehört und dabei viele entdeckt beziehungsweise wiederentdeckt. Ich mag von den alten besonders gern „Weltraumautomat“ und von den neuen „Genial“.

Gibt es Pläne für ein weiteres Buch?

ZILS: Ja, sogar für mehrere. Aber da ich hauptberuflich Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur in Hofheim bin, muss ich sehen, wie ich das zeitlich hinbekomme. Nicht ausgeschlossen, dass ich in die Fiktion einsteige.

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Frankfurter Mädel und Chartstürmerin: Die deutsch-marrokanische Sängerin <b>Namika</b> (bürgerlicher Name: Hän Violett) hatte mit ihrem "Lieblingsmensch" einen Hit, den mittlerweile ganz Deutschland kennt. Dabei ist sie nur ein Name in einer langen Reihe hessischer Musikstars unterschiedlichster Genres – unsere Bilderstrecke zeigt die bekanntesten Künstler unseres Bundeslandes.Ebenfalls aus Frankfurt, wenn auch definitiv von der härteren Fraktion: Der 40-jährige <b>Daniel Wirtz</b> erlangte bundesweite Bekanntheit durch die TV-Show „Sing meinen Song“ bundesweit bekannt geworden. Auch für zwei Echos ist er nominiert worden.In Frankfurt liegen auch die Wurzeln der Skandalband <b>Böhse Onkelz</b>: Indizierte Alben, Vorwürfe von Gewaltverherrlichung und Rechtsradikalismus pflasterten ihren Weg.
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