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Höchster Kamingespräche: Neues Notaufnahme-Modell wird ausgeweitet

Von Seit knapp einem Jahr läuft an der Höchster Klinik ein Modellversuch in der Notfallversorgung. Wie Dr. Eckhard Starke von der Kassenärztlichen Vereinigung bekanntgab, wird es auf andere Kliniken ausgeweitet.
Beim 16. Höchster Kamingespräch, einer Reihe des Klinikums Höchst, des Höchster Kreisblatts, der Frankfurter Volksbank und des Lindner Congress Hotels, diskutierten Stadtrat Stefan Majer, Dr. Tobias Gehrke, Moderator Klaus Reichert, Dr. Eckhard Starke und Chefarzt Dr. Peter-Friedrich Petersen (v. l.). Foto: Maik Reuß Beim 16. Höchster Kamingespräch, einer Reihe des Klinikums Höchst, des Höchster Kreisblatts, der Frankfurter Volksbank und des Lindner Congress Hotels, diskutierten Stadtrat Stefan Majer, Dr. Tobias Gehrke, Moderator Klaus Reichert, Dr. Eckhard Starke und Chefarzt Dr. Peter-Friedrich Petersen (v. l.).
Höchst. 

Es gab früher oft Ärger in der Notaufnahme des Klinikums Höchst: Patienten, die lange warteten und immer wieder beobachteten, wie andere vorgezogen wurden, machten ihrem Frust lautstark Luft. „Wichtig ist, dass der Krawall auf den Fluren weg ist“, sagt nun Dr. Peter-Friedrich Petersen, der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme.

Patienten werden gelenkt

Seit 1. Oktober 2017, also nun knapp ein Jahr lang, läuft ein Modellversuch in Höchst: Am Schalter der Notaufnahme dividieren geschulte Pfleger die Hilfesuchenden in zwei Gruppen. Ein Teil kommt tatsächlich zu den Ärzten der Notaufnahme, ein anderer Teil wird dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zugeführt, der Räume neben der Notaufnahme gemietet hat. Und es klappt: Die Wartezeit ist auf höchstens zwei Stunden reduziert – früher waren es auch mal fünf –, und jeder wird dort versorgt, wo er mit seinen Beschwerden hingehört. Das Problem war gewesen: Zu viele Menschen mit Krankheiten, die nicht in die Notaufnahme gehören, hatten den Betrieb behindert: der berühmte Männerschnupfen, der Patient, der seit vier Wochen Knieschmerzen hat, es aber just nachts um drei nicht mehr aushält. „Die Leute wissen mit ihren Beschwerden nicht mehr umzugehen“, konstatierte jetzt beim 16. Höchster Kamingespräch im Lindner Congress Hotel Dr. Eckhard Starke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Hessen. Petersen stimmte zu: „Fragen Sie heute mal jemanden, wie man Fieber senkt. Die Antwort ist: Geh’ zum Arzt.“

Seit die Räume des ÄBD direkt neben der Notaufnahme liegen und die Patienten sortiert werden, klappt es deutlich besser. Rund 50 000 Patienten haben die Ärzte der Höchster Notaufnahme vor dieser Regelung im Jahr behandeln müssen; die Zahl war binnen weniger Jahre von 30 000 auf diesen Wert angestiegen. Das, so Petersen, habe auch damit zu tun, dass viele Ausländer das deutsche Hausarztsystem nicht kennen: In ihren Herkunftsländern geht man ins Krankenhaus, wenn man etwas hat.

Blaupause für andere

Das neue Höchster System, das auch vom Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer und dem Obmann des ÄBD Frankfurt, Dr. Tobias Gehrke, befürwortet wird, soll nun zur Blaupause für andere Kliniken werden, in denen Notaufnahme und ÄBD zwar zum Teil schon nebeneinanderliegen, dem Patient aber noch die Wahl überlassen wird: „Ich bin schon im Gespräch mit anderen Krankenhäusern“, so KV-Mann Gehrke.

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