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Mehr Schulwegsicherheit oder programmiertes Chaos?: Neuregelung des Parkens in der Hofheimer Ostendstraße sorgt für Kritik

Von Im Ostend darf jetzt auf dem ehemaligen Radweg geparkt werden. Radler sollen die Straße nutzen. Die Stadt will so für mehr Sicherheit sorgen. Anwohner sind da skeptisch.
In der Ostendstraße darf jetzt auf dem ehemaligen Radweg geparkt werden, statt wie bisher auf der anderen Straßenseite. Foto: Knapp In der Ostendstraße darf jetzt auf dem ehemaligen Radweg geparkt werden, statt wie bisher auf der anderen Straßenseite.
Hofheim. 

In der Ostendstraße rumort es. Grund ist die Neuregelung für das Parken. Autos dürfen früher als angekündigt (geplant war der 14. August als Startpunkt) nicht mehr am rechten Fahrbahnrand der stark abschüssigen Einbahnstraße abgestellt werden. Vielmehr hat sich die Stadt überlegt, dass dafür der ehemalige Fahrradweg zu den Schulen in den Brühlwiesen, die am Ende der Straße liegen, genutzt werden soll.

Auslöser sind zum einen Klagen von Schülern im Kinder und im Jugend-Parlament, dass es hier gefährlich zugehe. Zum anderen hat der Umbau der Kreuzung Ostendstraße/Neugasse dazu geführt, dass der Radweg nun abrupt dort vor einer Ausbuchtung des Gehwegs endet. Damit sei er als Radweg, der er ohnehin nie wirklich gewesen sei, gar nicht mehr nutzbar, hat Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) als zuständiger Verkehrsdezernent im Ortsbeirat Kernstadt erläutert. Radfahrer sollen hier nun die Straße nutzen, die Schüler bevorzugt den Fußweg auf der von der Zeilsheimer Straße aus gesehen rechten Seite, an dem dann nicht mehr geparkt werden darf. Mit der Änderung entfielen künftig die Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern, nennt Exner als weiteren Vorteil der Regelung. Zudem bleibe die Zahl der Stellplätze in der Straße gleich. Die Stadt sieht als Ziel der Neuordnung, die bis Ende Dezember getestet werden soll, „die Verbesserung der Schulwegsicherheit“.

Anwohner nicht gefragt

Einige Anwohner sahen die Maßnahme schon vor ihrer Umsetzung kritisch, wie entsprechende Facebook-Kommentare zeigten. „Halleluja. Wer hat sich das nun wieder ausgedacht?“, fragte eine Bürgerin und empörte sich: „Eine Ortsbegehung hat es gegeben, nur die Anwohner wurden nicht gefragt!“ Sie sah „das Chaos vorprogrammiert“. Schon jetzt sei es häufig schwierig, aus Ausfahrten von Privatgrundstücken herauszukommen. Das werde künftig sicher noch mehr zum Problem. Dass Radfahrer die Straße auch gegen die Einbahnrichtung nutzen dürfen, wie es bisher auf dem rot gepflasterten Streifen das Schild „Radweg mit Gegenverkehr“ erlaubte, macht sie ebenfalls besorgt. Das sei wegen der engen, steilen Straße gefährlich und verleitete möglicherweise auch Autofahrer, die Gegenrichtung zu nutzen. Die Stadt glaubt dagegen, das Fahren gegen die Einbahnstraße werde künftig Radfahrern einfacher gelingen.

„Die, die das entscheiden, sollten mal hier wohnen und Kinder haben, die diesen Weg täglich zur Schule gehen“, kommentierte ein Vater, der direkt um die Ecke wohnt, gestern. Er fürchtet, dass die Autos durch die dank der Neuregelung wieder breiter werdende Fahrbahn „die Ostendstraße wieder runter heizen“. Für die Radfahrer verschlechtere sich die Situation, weil sie keinen eigenen Radweg mehr hätten. Wegen der Baustelle in der Gartenstraße beobachte man zudem immer wieder Autofahrer, die schon jetzt die Ostendstraße von der Neugasse Richtung Zeilsheimer Straße, also gegen die Einbahnstraße, nutzten. Anwohner, aber auch Schüler fragten sich, wie in einer Straße ohne Radweg die Schulwegsicherheit zunehmen solle, meint der Hofheimer. Ein weiterer Kommentar lautet schlicht: „Einfach unglaublich!“

Erfahrungen weitergeben

Die Testphase bis Ende des Jahres wird übrigens im Rahmen des Projekts Soziale Stadt durchgeführt. So, wie es auch schon mit dem Umbau der Kreuzung Ostendstraße/Neugasse gehandhabt wurde. Damit erhält die Stadt für die Maßnahme Fördergelder von Bund und Land. Jan Thielmann vom Quartiersmanagement der NH ProjektStadt und Schüler der Pestalozzischule sollen die Testphase begleiten. Es können aber auch alle anderen Nutzer der Straße und die Anwohner ihre Erfahrungen mitteilen. Das geht per E-Mail. Adressat ist Bernhard Schulz von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt (bschulz@hofheim.de).

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