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Brand in Flörsheim-Wicker: Rauchwolke über der Deponie

Von Was löste den Brand gestern Mittag in Wicker aus? Ist eine Walze heiß gelaufen? Das müssen die Untersuchungen in den kommenden Tagen zeigen.
Rauchschwaden stehen über Wicker. Foto: Geise Rauchschwaden stehen über Wicker.
Wicker. 

Für die Mitarbeiter der Wertstoffsortieranlage endete die Woche schreckenerregend: Gestern Mittag stieg über den Hallen am Deponiepark dichter Rauch auf. Die dunklen Wolken quollen gegen 12.30 Uhr aus den Toren der Sortieranlage am Steinmühlenweg, der für den normalen Anliegerverkehr gesperrt werden musste. Ein großes Feuerwehraufgebot aus den umliegenden Ortschaften rückte zu den Löscharbeiten an. Einige gespannte Beobachter verfolgten das ungewöhnliche Schauspiel derweil vom Balkon des gegenüberliegenden Reiterhofes aus.

 

Technischer Fehler?

 

Die gute Nachricht zuerst: Durch den Brand in der Wertstoffsortieranlage wurden keine Personen verletzt. Alle Krankenwagen, die den Einsatz begleiteten, wurden nur als Vorsichtsmaßnahme angefordert. Auch der Sachschaden schien sich auf den ersten Blick in Grenzen zu halten. Das Feuer griff nicht auf die Anlagentechnik und das Gebäude über. Gegen 14 Uhr hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Brand bereits gelöscht. In den Hallen der Anlage triefte jedoch überall das Wasser. Wie hoch der Schaden letztlich ausfalle, müsse ein Gutachten klären, sagte Gerd Mehler, Geschäftsführer der Rhein-Main-Deponie-Gesellschaft (RMD). Das Feuer war auf einem Förderband ausgebrochen, das Abfälle vom nördlichen Teil des Gebäudes in die südliche Halle transportiert. Im ersten Abschnitt werde Sperrmüll und Gewerbeabfall geschreddert, bevor er über das Band in die Sortieranlage laufe, erläuterte Mehler auf Kreisblatt-Nachfrage. Sinn der Anlage sei es, wiederverwertbare Stoffe aus dem Müll herauszufiltern. Der Rest könne dann als Brennstoff verwendet werden. Die genaue Brandursache ist nicht geklärt.

Der RMD-Chef hat aber zwei Theorien zum Ausbruch des Feuers: Das Förderband sei erst vor kurzem gewechselt worden, berichtet Gerd Mehler. Es sei vorstellbar, dass es in diesem Zusammenhang zu einem technischen Fehler kam, durch den eine der Walzen heiß gelaufen ist. Als zweite denkbare Ursache zieht Mehler in Betracht, dass ein Metallteil im Müll beim Schreddern Funken geschlagen hat. Über das Förderband breiteten sich die Flammen in beide Hallen aus. Die Löscharbeiten wurden durch die Sprinkleranlage in der Sortieranlage begünstigt, die gleich nach dem Ausbruch des Brandes in Betrieb ging. Zum Löschen reiche das Sprinklerwasser zwar nicht aus, erklärte Christian Marienfeld, Pressesprecher der Flörsheimer Feuerwehr. Die Anlage habe aber zur Eindämmung des Brandes beigetragen. Den Feuerwehrleuten, die aufgrund des dichten Rauchs nur mit Atemschutzmasken löschen konnten, gelang es, den Brand zu stoppen, bevor das Feuer in den abgegrenzten Bereich der Anlagentechnik eindringen konnte.

Bilderstrecke Brennender Müllberg löst Großeinsatz der Feuerwehr aus
Brand in einer Recycling-Anlage: Als die Feuerwehr eintraf, hingen dichte Rauchschwaden über dem Gebäude. In Flörsheim-Wicker im Main-Taunus-Kreis stand am 20. März 2015 ein Müllberg in Flammen.In einer Halle zur Müllsortierung in einer Verwertungs-Anlage in Flörsheim-Wicker brach am 20. März 2015 Feuer aus. Ein gewaltiger Müllberg stand in Flammen.Feuerwehren aus mehreren umliegenden Gemeinden rückten aus, um den Brand zu löschen.

130 Einsatzkräfte

 

Während der Arbeiten wurde der Regenwasserabfluss auf dem Gelände geschlossen, damit das von Müllresten verunreinigte Löschwasser nicht in den Wickerbach fließen kann. Das verbliebene Wasser auf dem Hof der Sortieranlage soll abgesaugt werden.

Die Feuerwehren aus Flörsheim, Hochheim und Hattersheim waren im Steinmühlenweg mit insgesamt 130 Helfern im Einsatz. Ein Löschzug aus Bad Soden übernahm derweil die Alarmbereitschaft in der Flörsheimer Feuerwehrzentrale.

Die Brandschützer mussten gestern nicht zum ersten Mal zu Löschmaßnahmen an der Wertstoffsortieranlage des Betreibers KKM ausrücken: Bereits in den Jahren 2007 und 2008 hatten brennende Sortierreste im Hof der Anlage Großeinsätze im Steinmühlenweg ausgelöst.

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