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Abriss des alten „Vogelnest“-Gebäudes: Reihenhäuser auf altem Kita-Gelände

Auch die Stadt Hattersheim hat keine Einwände gegen die Pläne des Bauträgers. Die Bürgerinitiative für Umweltschutz spricht von einer Nacht- und Nebelaktion.
Das alte Gebäude des Kindergarten „Vogelnest“ wird wohl demnächst Reihenhäusern weichen müssen. Foto: Hans Nietner Das alte Gebäude des Kindergarten „Vogelnest“ wird wohl demnächst Reihenhäusern weichen müssen.
Eddersheim. 

Noch immer ist das Thema Kindergarten-Abriss für einige Eddersheimer ein brisantes Thema. So beispielsweise weiterhin für Frank Wolf von der Bürgerinitiative für Umweltschutz (BfU) Eddersheim. Die BfU hatte sich vehement für die Reaktivierung des maroden Kindergarten-Gebäudes eingesetzt, das sich im Eigentum der katholischen Pfarrgemeinde befunden hatte. Da in dem Stadtteil freie Kita-Plätze fehlen, hätte eine Instandsetzung des ehemaligen „Vogelnest“-Kindergartens an der Bahnhofstraße durchaus Sinn gemacht, meinten die Verantwortlichen der BfU. Daraus wurde aber nichts, da der Kindergarten nicht im städtischen Eigentum ist und zum anderen als baufällig eingestuft wurde. In der Zwischenzeit wurde zudem von der Stadt eine Übergangslösung realisiert und neue Kita-Plätze geschaffen.

Die BfU konnte aber immerhin einen Teilerfolg erzielen. Der Magistrat entschied sich nämlich, den benachbarten Lindenplatz nicht an den Bauträger zu verkaufen, der mehrere Reihenhäuser auf dem ehemaligen Kindergarten-Areal errichten möchte.

Doch rund um das Projekt Reihenhaus-Bebauung an der Bahnhofstraße geht der Ärger für einige Protagonisten weiter. So beschwerte sich BfU-Sprecher Frank Wolf beim neuen Ersten Stadtrat, Karl Heinz Spengler (FWG). Der BfU-Mann formulierte in einem Schreiben an den Stadtrat unter anderem: „Die Vollsperrung der Bahnhofstraße (an alter Kita) in der Zeit vom Freitag, 9. Juni, bis 13. Juni, wurde lediglich durch Schilder angekündigt!“ Die Nachricht über die Sperrung der Eddersheimer Ortsmitte sei durch den Magistrat weder in der Presse noch im Internet bekanntgegeben worden, moniert Frank Wolf. Doch damit ist die Kritik des BfU-Mannes noch nicht erschöpft. Eine „Löschübung“ der Feuerwehr lasse „böses erahnen“. Es sollten wohl damit vollendete Tatsachen geschaffen werden für den Abriss der ehemaligen katholischen Kita, sowie der historischen Mauer am Lindenplatz sowie für die „Fällung der alten Bäume des Kindergartenparks inmitten der Vegetationszeit“. Der alte Kindergarten an der Bahnhofstraße 1 sei mit dem Löschwassereinsatz endgültig ruiniert worden, spekuliert Frank Wolf. Dabei seien von den sechs geplanten Reihenhäusern laut Bauträger vier Gebäude verkauft, meint Frank Wolf aufgrund von Angaben des Unternehmens herausgefunden zu haben.

Nacht- und Nebelaktion

Dass die Sperrung der Bahnhofstraße sowie der Abriss des alten Kindergartens nicht angekündigt worden sei, erscheint Frank Wolf „wie eine Nacht- und Nebelaktion, ebenso die gestrige Fällung der alten Quitte auf der Löwenterrasse – Ecke Anker-/Probsteistraße.“

Die Stadt Hattersheim erklärte auf eine Anfrage des Kreisblatts, dass der neue Eigentümer des Grundstücks an der Bahnhofstraße für den geplanten Neubau von Reihenhäusern einen Abrissantrag gestellt habe: „Dieser ist nach Beteiligung aller erforderlichen Behörden vom Kreisbauamt des Main-Taunus-Kreises genehmigt worden. Auch seitens des Magistrates der Stadt Hattersheim bestanden und bestehen weder für einen Abriss der vorhandenen Bebauung noch für eine geplante Neubebauung irgendwelche bauplanungsrechtlichen Bedenken.“ Somit stünde einer Bebauung des alten Kita-Geländes nichts mehr im Wege. Für die Stadt Hattersheim sei „die Angelegenheit damit erledigt“.

(meh)
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