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Rosenberg schließt nicht

Von Wann endgültig Schluss ist, das hängt davon ab, wann der Hotelbesitzer das wertvolle Areal verkaufen kann.
Eigentlich sollte im Juni für immer Feierabend sein im Hotel am Rosenberg – Werner Hollender macht nun aber doch weiter. 	Foto: Knapp Eigentlich sollte im Juni für immer Feierabend sein im Hotel am Rosenberg – Werner Hollender macht nun aber doch weiter. Foto: Knapp
Hofheim. 

Das Hotel am Rosenberg, dessen Ende für Juni diesen Jahres vorgesehen war, bleibt – vorerst – weiter geöffnet. Die Leitung hat wieder Werner Hollender, der das Hotel am Waldrand oberhalb der Tennisplätze jahrelang führte. Völlig offen ist, wie lange dort noch Gäste aufgenommen werden. Das hängt auch von den Stadtverordneten ab.

Die haben vorige Woche im Ausschuss einen neuen Bebauungsplan (B-Plan) für Wohnbebauung auf dem Hotelgrundstück ins Rollen gebracht und eine Veränderungssperre beschlossen. Diese wiederum muss heute in der Stadtverordnetenversammlung (Beginn 18.30 Uhr im Obergeschoss der Stadthalle am Chinonplatz) endgültig beschlossen werden. Danach beginnt das übliche B-Plan-Verfahren, zu dem auch die Anhörung von Behörden, Verbänden und natürlich der betroffenen Bürger, also der Nachbarschaft gehört.

Vielen Stadtverordneten wäre es ganz lieb, wenn es einen städtebaulichen Wettbewerb für das Grundstück geben würde, und eine Diskussion, in die man auch die Bewohner des Rosenberg mit einbeziehen könnte. Das Grundstück liegt so prominent, dass die Bebauung erheblichen Einfluss auf das Stadtbild haben könnte. Eine Veränderungssperre gilt in der Regel zwei Jahre und kann unter Umständen um ein Jahr verlängert werden.

 

Doch kein Bordell

 

Bis dahin wird das Hotel erst einmal geöffnet bleiben. „Hans-Josef Vogler möchte nicht, dass das hier einfach leersteht und verfällt“, sagt Hollender. Hotelbesitzer Vogler wolle aber auch nicht, dass daraus ein Bordell oder ein Asylbewerberheim werde, sagt Hollender. Mit dieser Idee war Voglers Anwalt unter anderem in einer Versammlung der Anlieger hausieren gegangen, um den Boden für den Verkauf des Grundstücks an den holländischen Investor Wilma zu bereiten. In einem ersten Entwurf stellte Wilma eine enge Bebauung mit sieben mehrstöckigen Wohnhäusern vor. Das stieß nicht auf Zustimmung bei den Nachbarn.

Bis das Grundstück endgültig verkauft wird und eine neue Bebauung absehbar ist, wird das Hotel weiterbetrieben. „Ich bin gefragt worden, ob ich noch einmal kommen kann“, sagt Hollender, der in Bochum eine Beraterfirma betreibt und eigentlich die Füße schon als Rentner hochlegen könnte. Er habe das Hotel aber so viele Jahre als Geschäftsführer geleitet, dass vor allem sein Name damit engstens verbunden sei.

Gäste, die dem Haus jahrelang die Treue gehalten hätten, wolle er auch bis zum Ende in einem gut geführten Haus willkommen heißen. Das Haus wird aber auf „Sparflamme“ betrieben. Langfristige Buchungen für spätere Messen und andere Veranstaltungen könne er nicht entgegennehmen. „Es geht nur, so lange es geht; ich weiß nicht, wie lang das ist“, sagt er.

 

Sonntagsbrunch

 

Hotelgäste werden natürlich aus der Hotelküche verpflegt, aber nur im Lobby-Bistro und im Sonnenstübchen. Auch Kaffeebar und Sonnenterrasse sind geöffnet, die Hauptrestaurants sind jedoch normalerweise geschlossen. Nur sonntags, zum Brunch, oder für Veranstaltungen, Seminare oder Familienfeiern werden sie geöffnet. Nach Absprache.

Bei den Stadtverordneten spielt das Hotel Rosenberg nicht wegen des B-Plans eine Rolle, sondern wegen des Riesenreibachs, den Hotelbesitzer Vogler durch die Umwandlung des Grundstücks in teuren Baugrund macht. Ein Akteneinsichtsausschuss soll beispielsweise klären, wieso eine Million, die Vogler als Ausgleich für seine Gewinne an die Stadt abtreten sollte, aus dem Kaufvertrag entfernt wurden. Der Ausschuss sollte auch, wie bei Ausschüssen vorgeschrieben, öffentlich tagen. Das hat man sich aber nicht getraut. Bleibt die Frage: Ist das nur, wie aus Stadtverordnetenkreisen zu hören ist „dumme Wichtigtuerei“, oder hat da jemand doch etwas zu verbergen und wenig Interesse daran, die Öffentlichkeit wissen zu lassen, was mit dem Geld der Bürger geschieht?

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