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Strohballen in Flammen: Schwieriger Löscheinsatz

Von Ob es tatsächlich sogenannte „Himmelslaternen“ waren, die für den Brand von 1500 Strohballen verantwortlich sind, wird derzeit untersucht.
Um einer Ausdehnung des Brandes vorzubeugen, wässerten Feuerwehrleute den Bereich rund um die in Flammen stehenden Strohballen auf einem Acker zwischen Weilbach und Wicker. Foto: Maik Reuß Um einer Ausdehnung des Brandes vorzubeugen, wässerten Feuerwehrleute den Bereich rund um die in Flammen stehenden Strohballen auf einem Acker zwischen Weilbach und Wicker.
Wicker. 

Die Rauchsäule und das Flackern der Flammen waren noch auf der Opel-Brücke aus Richtung Rüsselsheim erkennbar. Im Flörsheimer Stadtgebiet konnten Nachtschwärmer das Feuer fast von überall sehen. Rund 1500 Strohballen und etwa 200 Holzpaletten brannten in der Nacht von Freitag auf Samstag am Wickerer Ortsrand. Gegen 22 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Anwohner hatten das Feuer gemeldet. Als die Brandschützer aus dem Stadtgebiet und den umliegenden Kommunen eintrafen, brannte das Strohlager im Feld bereits lichterloh.

Bilderstrecke Flörsheim-Wicker: 1500 Strohballen in Flammen
Ein riesiges Feuer brannte am Freitag Abend auf einem Feld zwischen Weilbach und Wicker. Der Feuerschein und der Rauch waren über Kilometer zu sehen. 1500 Strohballen standen dort auf über 150m Länge in Flammen.Ein riesiges Feuer brannte am Freitag Abend auf einem Feld zwischen Weilbach und Wicker. Der Feuerschein und der Rauch waren über Kilometer zu sehen. 1500 Strohballen standen dort auf über 150m Länge in Flammen.Ein riesiges Feuer brannte am Freitag Abend auf einem Feld zwischen Weilbach und Wicker. Der Feuerschein und der Rauch waren über Kilometer zu sehen. 1500 Strohballen standen dort auf über 150m Länge in Flammen.

Auf die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr warteten langwierige Löscharbeiten: Über zwölf Stunden dauerten die Brandbekämpfung und die anschließende Aufsicht an der Einsatzstelle. Die enorme Rauchentwicklung beeinträchtigte, nach Auskunft der Polizei, sowohl den Verkehr auf den Straßen, als auch den Luftverkehr. Feuerwehren aus dem Flörsheimer Stadtgebiet, aus Hochheim, Hattersheim, Hofheim und Bad Soden waren im Einsatz. Das DRK Flörsheim übernahm die Verpflegung der Einsatzkräfte.

 

Von außen nach innen

 

Was zunächst weniger aufwendig klingt, als beispielsweise ein Hausbrand, ist für die Feuerwehrleute eine echte Herausforderung: Brennende Strohballen seien äußerst schwer zu löschen, erläutert der stellvertretende Stadtbrandinspektor Peer-Eric Neugebauer. Das Problem liege darin, dass das Stroh sehr dicht gepresst sei. Das Feuer brenne sich von außen nach innen und sei dann für die Löschangriffe schwer zu erreichen. Das Wasser treffe nur auf die Außenseite der Heuballen und laufe wie an einem Strohdach herunter, beschreibt Neugebauer die ungewöhnliche Situation. Der Brand habe sich trotzdem relativ schnell gelegt, weil das betroffene Stroh frisch war und schnell verbrannte. Der Feuerwehrmann erinnert sich in diesem Zusammenhang an einen anderen Fall aus dem vergangenen Jahr, als ein Misthaufen zwischen Weilbach und Hofheim eine Woche lang brannte.

Menschen oder Wohnhäuser waren von dem Feuer in der Feldgemarkung nicht bedroht. Lediglich Fahrzeuge des betroffenen landwirtschaftlichen Unternehmens und weitere Strohballen seien gefährdet gewesen, erklärt Peer-Eric Neugebauer. Die Polizei schätzt den Schaden auf insgesamt 80 000 Euro. Am Sonntag war die Feuerwehr zum letzten Mal gemeinsam mit der Polizei vor Ort. Ein Anwohner habe gemeldet, dass das Stroh wieder entflammt sei, sagt Neugebauer. Diese Meldung habe sich aber als Irrtum herausgestellt.

Die Kriminalpolizei Hofheim hat die Ermittlungen aufgenommen. Aufgrund der lange andauernden Löscharbeiten konnten die Experten erst gestern mit der Untersuchung der Brandursachen beginnen. Die Polizei hat Zeugenaussagen erhalten, wonach in der Brandnacht leuchtende Objekte aus dem Himmel an der Brandstelle niedergingen. Die Beamten gehen davon aus, dass es sich um sogenannte „Himmelslaternen“ handelte – fliegende Leuchtkörper aus Papier, die aufsteigen, weil die Luft mit einer offenen Flamme erhitzt wird. In Hessen ist die Verwendung von „Himmelslaternen“ verboten. Die Polizei ermittelt derzeit aber auch noch wegen einer vorsätzlichen Brandstiftung. Es werden Zeugen gesucht, die Hinweise zu verdächtigen Vorkommnissen oder zum Ausgangspunkt der „Himmelslaternen“ machen können. Die Beamten der Kripo in Hofheim nehmen sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer (0 61 92) 2 07 90 entgegen.

Bereits vor einigen Wochen brannten Strohballen an zwei Stellen zwischen Kriftel und Hofheim-Marxheim. Die Polizei ermittelt derzeit gegen zwei Personen. Dass es sich in Wicker um dieselben Täter handeln könnte, hält Polizeisprecher Daniel Kalus für eher unwahrscheinlich.

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