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Seniorenresidenz unter Beobachtung

Von Die Rechtsabteilung des Hauses hat Ingeborg Hager, die das Heim öffentlich an den Pranger stellt, Hausverbot erteilt.
Hattersheim. 

Seit vor einigen Wochen Missstände in der Seniorenresidenz im Mühlenviertel bekannt wurden, wird die Altenpflegeeinrichtung engmaschig alle 14 Tage von der Heimaufsicht überprüft. Am Dienstag dieser Woche waren wieder Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde in Hattersheim und haben die Einrichtung unter die Lupe genommen, erklärte gestern die stellvertretende Pressesprecherin des zuständigen Regierungspräsidium Gießen, Ina Velte.

Weiter Aufnahmestopp

Die Überprüfung habe ergeben, dass sich die Lage in dem Haus stabilisiert hat. „Es gibt keine akuten pflegerischen Probleme“, fasst Velte mit wenigen Worten den Bericht der Prüfer zusammen. Hatte die Heimaufsicht vor einigen Wochen noch einen Mangel an Fachkräften beklagt, so sei nun festgestellt worden, dass die Personalabdeckung den Vorgaben des Versorgungsamtes entspreche. Der Aufnahmestopp, dem sich die Seniorenresidenz vor Wochen freiwillig unterzogen hatte, bestehe allerdings weiter, so Velte. Die Belegung des Hauses sei derzeit auf 80 Bewohner (statt 118) beschränkt. Das Versorgungsamt werde entscheiden, wann der Aufnahmestopp aufgehoben wird.

Der Main-Taunus-Kreis hatte als Reaktion auf die Beschwerden von Angehörigen über die Zustände in Hattersheim aber auch über Probleme im Martha-Else-Haus in Hofheim die Einrichtung einer Ombudsstelle angeregt, die in Konfliktfällen „unabhängig und unbürokratisch“ zwischen den Betroffenen und den Heimleitungen vermitteln soll. Die Einrichtung dieser Stelle, die ehrenamtlich besetzt werden soll, sei in Planung, erklärte der Pressesprecher des Kreises, Johannes Latsch, gestern zum aktuellen Stand der Dinge.

Eine solche Ombudsstelle könnte möglicherweise helfen zu verhindern, dass Konfliktfälle wie in Hattersheim ausarten. Weil sie sich nicht anders Gehör verschaffen konnten und bei der Heimleitung der Seniorenresidenz mit ihren Klagen und Beobachtungen von Missständen nicht weiter kamen, hatten Ingeborg Hager und weitere Angehörige von Bewohnern ihre Beschwerden öffentlich gemacht (wir berichteten). Ingeborg Hager, deren Mutter bis zu ihrem Tod vor einigen Wochen in der Einrichtung lebte, gibt ihre schlechten Erfahrungen derzeit in den sozialen Netzwerken weiter. Dort veröffentlicht sie unter anderem Dokumente aus der Krankenakte ihrer Mutter, die belegen sollen, dass Medikamente falsch verabreicht worden sein sollen.

Hausverbot erteilt

Auf derlei Aktivitäten hat die Geschäftsführung der Mediko-Gruppe, zu der das Altenheim gehört, reagiert und der Hattersheimerin Hausverbot in der Seniorenresidenz erteilt. Dies, obwohl zwei Frauen der Heimleitung schriftlich mitgeteilt haben, dass sie sich wünschen, dass Ingeborg Hager ihre Mütter besucht. Eine Begründung für das Hausverbot wurde der Anwältin von Ingeborg Hager nicht genannt.

Gegenüber dem Kreisblatt nennt Susanne Thon von der Geschäftsleitung der Mediko-Gruppe nach Rücksprache mit der juristischen Abteilung dafür zwei Gründe: Mitarbeiter der Seniorenresidenz hätten mit Kündigung gedroht, falls Ingeborg Hager weiter ins Haus käme. Außerdem hätten Angehörige Wert darauf gelegt, dass nach den zurückliegenden aufregenden Wochen nun endlich Ruhe einkehre. Störfeuer sind nicht erwünscht.

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