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Erfolgreiches Mentoren-Projekt an der Heinrich-Kleist-Schule: Sie nehmen die Fünftklässler an die Hand

Ein Wechsel von der Grundschule auf die weiterführende Schule ist für die Kinder nicht leicht. Damit die Integration nicht schwer so fällt, engagieren sich die älteren Schüler freiwillig.
Die Mentoren Simon Kruske (links) und Helena Bauer (rechts) mit ihren Schützlingen Marius Roth und Die Mentoren Simon Kruske (links) und Helena Bauer (rechts) mit ihren Schützlingen Marius Roth und
Eschborn. 

Da hat man sich gerade eben erst so richtig eingelebt, die Menschen um einen herum und auch die Räumlichkeiten kennengelernt, und schon wird man wieder aus dem gewohnten Umfeld gerissen und an einen neuen, fremden Ort verfrachtet. So oder so ähnlich geht es seit dieser Woche knapp 54 000 Schülern in Hessen, die von der Grundschule aus an weiterführende Einrichtungen wechselten. „Es ist total komisch“, erklärt Marius Roth (10), „vor den Sommerferien war ich der Älteste, jetzt bin ich plötzlich der Jüngste.“ Gut für den frisch gebackenen Fünftklässler, dass er nun auf die Heinrich-von-Kleist-Schule (HKS) geht, denn dort erleichtert man den Neuen seit Jahren den Schulanfang mit einem bewährten Mentoren-System.

Das Prinzip dahinter ist einfach erklärt: Ältere Jahrgänge stehen in der ersten Woche den Fünftklässlern mit Rat und Tat zur Seite – Schüler helfen Schülern. Die Idee etablierte Christiane Firsching vor mittlerweile neun Jahren an der HKS. „Damals war etwas ähnliches bereits als Projekt-AG für eine Handvoll Schüler gemacht worden, aber nur sehr rudimentär“, berichtet die Lehrerin, „ich fand das Konzept gut und dachte, man könne es ausbauen.“

Lange Wartelisten

Wichtig bei der Umsetzung: Alle älteren Jahrgänge mussten sich freiwillig für den Mentoren-Dienst melden. „Wir haben regelmäßig mehr Freiwillige, als wir im Projekt aufnehmen können und entsprechend lange Wartelisten“, sagt Heinz-Theo-Krönker, der Firsching unterstützt. Momentan stehen 26 Neunt- und Zehntklässler den 180 neuen Mitschüler zur Seite.

Was aber treibt die Mentoren an, auf Teile des Unterrichts zu verzichten, um die Jüngeren an die Hand zu nehmen? „Ich habe einfach Spaß daran, mich sozial zu engagieren und die neuen Kinder gemeinsam mit den Lehrern zu betreuen“, erklärt Mentorin Helena Bauer (13) aus G9a. Dass man sich gerade in den ersten Wochen an einer neuen Schule durchaus mal eingeschüchtert fühlen kann, kennt sie aus eigener Erfahrung. „Da hilft es extrem, wenn man direkt Ansprechpartner neben den Klassenlehrern hat“, sagt Helena.

„Mir war am Ende der Sommerferien schon mulmig zumute, auch weil meine Freundin nicht in meine Klasse kam“, gesteht Fünftklässlerin Mara. Dank der Mentoren wurde ihr aber schnell das Unbehagen genommen. Im Zuge der „Schul-Rally“ gab es Infos zu den Räumen sowie zum Snackautomaten, dem Vertretungsplan oder auch der schuleigenen Smartphone-App. Zwischendrin gingen die Mentoren auch mit in die Klassen, um dort spielerisch die ersten Unterrichtsstunden aufzulockern. „Das Ganze wäre schon für uns allein nicht mit vergleichbar ruhigem Puls zu bewerkstelligen“, sagt Klassenlehrerin Carina Kemper.

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