Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 28°C

Spätberufene Autorin

Tagebuch hat Dorothee Sargon aus Sossenheim immer geführt. Doch richtige Bücher der Autorin wurden erst mit bald 70 Jahren daraus.
Stolz auf ihre Werke: Autorin Dorothee Sargon aus Sossenheim.	Foto: Semrau Stolz auf ihre Werke: Autorin Dorothee Sargon aus Sossenheim. Foto: Semrau
Sossenheim. 

Wer ist denn nun der Boss? Wenn man Dorothee Sargon fragt, ist es ihr Sohn. Marcel, geboren im Jahr 1970, hat der heute 69-Jährigen so einige Geschichten geliefert. "Es war ein täglicher Wettstreit, wer denn nun der Boss im Haus ist", berichtet die Rentnerin, die seit neun Jahren mit Ehemann Alexander entweder in einer Wohnung in Sossenheim oder auch in Spanien lebt.

Früher brachte Marcel Dorothee Sargon fast zur Verzweiflung, jetzt aber lieferte er die Inspirationen für das Buch. Ein Tagebuch, das sie wiedergefunden hatte, half. Aber ansonsten war viel Kreativität gefragt. Denn es sind nicht einfach Erzählungen, die Dorothee Sargon da heruntergeschrieben hat. Die Geschichten sind in Reimform zu lesen – und trotzdem verständlich und lustig. "Es ist ein Kinder-Reim-Buch", sagt die 69-Jährige.

"Hier bin ich der Boss, oder?", ist zwar erst im Februar dieses Jahres erschienen, aber trotzdem hat die Rentnerin schon zwei weitere Bücher veröffentlicht. Und ihren ersten großen Auftritt hatte die Spätberufene, die in Kassel geboren wurde und aufwuchs, am Wochenende auch. Gleich zwei Mal durfte sie am Samstag bei der Frankfurter Buchmesse lesen. "Es lief toll", berichtet Dorothee Sargon.

Und auch die neuen beiden Bücher, "Ein Leben ist für mich nicht genug" und Arbeitsleben ade! Rentnerleben okay?", sind biographischer Natur. Denn die Autorin hat viel erlebt, gerade im Berufsleben. 1962 kam sie, als frisch ausgebildete Sekretärin, nach Frankfurt. Doch auch die Mainmetropole war ihr noch nicht groß genug. So ging es in die USA, ein Jahr als Aupair-Mädchen. Wieder zurück in Frankfurt, genauer in Griesheim, folgte die Hochzeit mit Alexander. Nach der Geburt von Marcel ging es nach Nied, ehe die Familie in einem Reihenhaus an der Bolongarostraße für lange Jahre ihre Bleibe fand. Erst mit Rentenbeginn verkauften die Sargons das Haus und zogen nach Sossenheim.

Beruflich führte Dorothee Sargon ein Tankstelle ehe sie im eigenen Fahrradgeschäft arbeitete und später wieder in ihren gelernten Sekretärinnenjob zurück wechselte. In der Abendschule lernte sie zudem Kosmetikerin, richtete schließlich ein eigenes Studio im Dachgeschoss ein. "Das blieb aber mein Nebenjob", erzählt sie. Genug Stoff also für ihr zweites Buch. Das Rentendasein schließlich, vorwiegend unter der Sonne Spaniens, füllte ihr drittes Werk.

Und nun? Biographisch hat Dorothee Sargon ihren Stoff verarbeitet – auch wenn das nicht ganz einfach war. Schließlich musste sie als angehende Autorin für den Druck ihrer Bücher Geld zuschießen. Das aber hält die betagte Nachwuchsschriftstellerin nicht ab. Sie plant schon die nächsten Bücher, diesmal wieder für Kinder. "Brummi – der kleine Bär", soll die sechsbändige Reihe heißen.ses

Weitere Informationen sind unter www.autorin-dorotheesargon.de im Internet erhältlich.

(ses)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse