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Stadt kontrolliert Anflüge

Das digitale Präzisionsgerät ist auf die Anfluggrundlinie ausgerichtet und zeigt Abweichungen anfliegender Jets von der Ideallinie auf. Dafür gab die Stadt viel Geld aus.
Die Kamera wurde an der Weilbacher Straße installiert und befindet sich in sechs Metern Höhe. Die Kamera wurde an der Weilbacher Straße installiert und befindet sich in sechs Metern Höhe.
Flörsheim. 

Seit die Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen eröffnet wurde, bestehen in der Stadt Zweifel an der Genauigkeit der Überflüge. Im Kreisblatt berichteten Flörsheimer, dass Maschinen über ihre Häuser donnerten, die eigentlich am Feldrand fliegen sollten. Ab sofort kann jeder Internetnutzer die Piloten selbst kontrollieren.

Die Stadt hat eine Kamera eingerichtet, die die Einflugschneise über dem Flörsheimer Norden überwacht. Das Gerät wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fluglärmdienst auf einem sechs Meter hohen Mast an der Ecke Weilbacher Straße/Eddersheimer Straße installiert. Die Kamera ist so ausgerichtet, dass sich die Anfluggrundlinie in der Bildmitte befindet, wo sie von einer grünen Linie markiert wird. Alle Flieger, die sich rechts oder links von der Line entfernen, weichen von der vorgegebenen Flugroute ab. Die Position der Kamera wird in einer Höhe von rund 275 Metern überflogen.

"Wir wollen wissen, wie genau die Flugzeuge über der Anfluggrundlinie fliegen", erläutert Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD). Auch er zweifele manchmal an der Richtigkeit der Flugrouten. Die Möglichkeit, die Überflüge zu überprüfen, sei eine Beruhigung für die Bürger und trage zur Versachlichung der Diskussion bei.

Vier Testwochen

Seit rund vier Wochen befindet sich die Kamera im Probebetrieb. In dieser Zeit seien die Flugzeuge rund zweieinhalb Tage lang über dem Flörsheimer Norden gelandet, erklärt Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst. Aussagekräftige Statistiken lassen sich aus diesem kurzen Zeitraum nicht gewinnen – dazu seien Daten aus drei bis vier Wochen Flugbetrieb über Flörsheim notwendig. Bisher seien die meisten Überflüge im Rahmen, es falle jedoch auf, dass alle Abweichungen in Richtung der Flörsheimer Wohnbebauung tendieren. Dies liege daran, dass an dieser Stelle der Nordwind vorherrsche, vermutete Verwaltungschef Antenbrink. "Es wird spannend, wenn sich herausstellt, dass wir einen statistischen Versatz von 50 Metern haben", so der Flörsheimer Bürgermeister. Bei solch regelmäßigen Abweichungen müsse man mit dem, Flughafenbetreiber Fraport über eine Anpassung des Casa-Programms reden.

Ab sofort kann jeder über die Internetseite des Deutschen Fluglärmdienstes auf die Aufnahmen zugreifen. Dazu muss die Website www.dfld.de aufgerufen und der Menüpunkt Messwerte gewählt werden. Auf der folgenden Deutschlandkarte reicht ein Klick auf die Rhein-Main-Region, um zum Auswahlbildschirm zu gelangen, auf dem die Kamera angewählt werden kann. Nutzer können zwischen dem aktuellen Live-Bild und früheren Aufnahmen. Sie bleiben sieben Tage lang im Internet abrufbar. Die Stadt speichert Aufnahmen länger, damit sie im Beschwerdefall auf die Daten zurückgreifen kann.

Komplexe Technik

Der Verein "Für Flörsheim" hatte parallel zu den Bemühungen der Stadt versucht, eine Kamera-Überwachung einzurichten, war jedoch an den komplexen technischen Anforderungen gescheitert. Die Stadt hat 10 000 Euro für die Installation der Präzisionskamera investiert. Zu den Kosten zählen auch die Stromversorgung und die Anbindung ans Internet. Derzeit wird die Kamera noch mit Akkus betrieben, die einmal in der Woche vom Bauhof gewechselt werden. In einem halben Jahr wird entschieden, ob die Kamera bleibt. sas

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