E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Hundebesitzer beunruhigt: Staupe: Kein Grund zur Panik

Von Der Fund eines toten Fuchses, der an Staupe erkrankt war, beunruhigt viele Hundebesitzer. Die Hattersheimer Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies erklärt, worauf es beim Impfschutz ankommt.
Dr. Kirsten Tönnies und ihre Assistentin Ariane Drossart (links) untersuchen Cockerspaniel Roy. Foto: Maik Reuß Dr. Kirsten Tönnies und ihre Assistentin Ariane Drossart (links) untersuchen Cockerspaniel Roy.
Hattersheim. 

Die Tierärzte im Main-Taunus können sich derzeit vor Anfragen von besorgten Hundehaltern kaum retten. Seit in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass ein toter Fuchs, der an der Bundesstraße 40 zwischen Wicker und Weilbach gefunden worden war, mit Staupe infiziert war (wir berichteten), sind die Wartezimmer der Veterinäre überfüllt. Die hochansteckende Viruserkrankung betrifft vor allem Füchse, Waschbären, Marder oder Wiesel, kann aber auch auf Hunde übertragen werden (siehe nebenstehende Infobox). Grund zur Panik ist indes nicht angesagt: „Die Impfung gegen Staupe gehört zur Grundimmunisierung und hält nach Angaben der Pharmahersteller mindestens drei Jahre an“, sagt die Hattersheimer Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies. Meist genügt ein Blick in den Impfpass. Es sind in erster Linie junge Hunde im Wachstum, die für die Staupe empfänglich sind. „Deshalb werden Welpen im ersten Lebensjahr zwei Mal pro Jahr geimpft, dann wird die Impfung noch einmal wiederholt – danach steht ein dreijähriger Impf-Rhythmus an. „Je älter die Hunde, desto länger hält der Impfschutz“, sagt die Veterinärin. Wenn ein erwachsener Hunde vor vier Jahren geimpft wurde, müsse man keinesfalls in Panik ausbrechen. „Die meisten Hunde sind ohnehin überimpft“, weiß sie aus Erfahrung.

Anders indes sieht es bei den Billigwelpen aus Osteuropa aus, die – derzeit vor allem aus Russland – angeboten werden. „Diese Tiere sind bestenfalls gegen Tollwut geimpft, nicht aber gegen Staupe, Leptospirose oder Husten. Genau dies sind die wichtigsten Impfungen.“ Gegen Husten und Leptospirose muss jährlich geimpft werden. Besonders die Staupe, die bis vor einigen Jahren eher selten vorkam, wird ebenso wie die Parvovirose, eine ebenfalls hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Billigimporte aus Osteuropa eingeschleppt wird. „Diese Krankheiten sind richtige Hundekiller.“

Auf Menschen und Katzen ist das Staupe-Virus nicht übertragbar. Entwarnung also auch für die Halter von Freigängerkatzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Freigängerkatze, die mit einem Hund zusammenlebt, das Virus auf diesen überträgt, „ist höchst unwahrscheinlich, da das Staupe-Virus sehr instabil ist und außerhalb des Körpers schnell abstirbt“, meint Kirsten Tönnies, die selbst in den vergangenen 10 Jahren keinen Staupefall behandeln musste.

Auch die Gefahr, dass sich ein Hund beim Spazierengehen infiziert, ist eher gering. „Dann müsste er mit Sekreten und Exkrementen in Kontakt kommen, die ein Fuchs oder ein anderes Wildtier gerade zuvor abgesetzt hat“, schildert die Tierärztin. Außer Hunden sind Frettchen die einzigen Haustiere, die an Staupe erkranken können – doch auch dies ist eher unwahrscheinlich, da sie normalerweise in der Wohnung gehalten werden.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen