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Prozess vor dem Amtsgericht: Straffälliger Ex-Eppsteiner: Mehrfach ohne Lappen erwischt

Von Wenn es wegen zweier Fahrten ohne Führerschein ein Jahr Haft gibt, muss vorher einiges passiert sein. Der 36-jährige Angeklagte erfüllte diese Bedingung, locker...
Symbolbild Symbolbild
Eppstein. 

Urkundenfälschung, Körperverletzung, Raub, Betrug, Nötigung, Hehlerei, Schusswaffenbesitz, Fahren ohne Fahrerlaubnis – der 36-jährige Ex-Eppsteiner kennt sich aus im Strafgesetzbuch und hat Teile dieses Wissens um Verbotenes bereits als Jugendlicher erworben. Weder Geldstrafen noch Arrest hatten ihn abhalten können, immer wieder straffällig zu werden. Jetzt stand der heute in Wiesbaden lebende Mann erneut vor dem Amtsgericht, mal wieder wegen des Fahrens ohne Führerschein. Es gab ein Jahr Haft auf Bewährung, 500 Arbeitsstunden und eine Sperre von eineinhalb Jahren. Vorher darf er keinen Führerschein machen.

Den hatte er, er weiß gar nicht mehr wann, abgenommen bekommen und ihn davor auch nicht lange gehabt, vertraute er nach dem Prozess dem Höchster Kreisblatt an. Wäre er mal in der Verhandlung so offen gewesen. War er aber nicht. So erzählte er dem Staatsanwalt, dass er am 1. April 2016 letztmalig „ohne“ unterwegs gewesen sei. Das war aber ein Aprilscherz, denn der Anklagevertreter, als hätte er es geahnt, zog eine Akte aus dem Stapel, wonach es am 10. Februar 2017 erneut zu einer Fahrt ohne Lappen gekommen sein soll. Der Mann setzte noch eins drauf und behauptete dreist, da liege eine Verwechslung vor, am Lenker des Mercedes habe aber ein anderer gesessen. Das war glatt gelogen, denn das Polizeiprotokoll ist eindeutig. Der Verteidigerin, die den Mandanten vor der Verhandlung „auf Ehr’ und Gewissen“ gefragt hatte, ob sie noch etwas wissen müsse, was er im Brustton der Überzeugung verneint hatte, entgleisten die Gesichtszüge.

„Papiere bitte!“

Überhaupt scheint es der Mann mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, eine Erfahrung, die am 1. April 2016 auch die Polizisten machen mussten. Sie hatten ihn gegen 4 Uhr in Eppstein in der Hauptstraße angehalten: „Papiere bitte!“ Er habe natürlich einen Führerschein, diesen aber leider gerade nicht dabei, log er die Beamten an. Die glaubten das zunächst und ließen ihn weiterfahren. Dass er keinen Führerschein hatte, kam erst später heraus. Da war er aber schon in Mühlheim/Ruhr.

Wie er dem Gericht zu erläutern versuchte, war es ein Notfall. Seine Frau habe ihn verlassen, was ihn völlig aus der Bahn geworfen habe. Er sei in seinem Kummer mit Sack und Pack bei einem Kumpel in Mühlheim eingezogen. Dann habe er bei einer ehemaligen Freundin in Eppstein wohnen können. Seine Sachen blieben zunächst in Mühl-heim. Als der Kumpel dann aber selbst umziehen musste und ihn aufforderte, doch endlich seine sieben Sachen abzuholen, ansonsten sie zum Sperrmüll kämen, habe er sich genötigt gefühlt, nach Mühlheim zu reisen. Unabwendbar sei der Ausflug gewesen, denn der Freund wollte auch den Computer entsorgen. Es pressierte also.

Soweit sah der Angeklagte ja auch ein, dass man Polizisten nicht anlügt und ohne Führerschein nicht fahren darf. Warum er aber zweier Fahrten schuldig sein soll, das erschloss sich ihm nicht. Der Staatsanwalt erklärte es ihm: Er sei bis zur Kontrolle unerlaubt gefahren und danach ebenso unerlaubt weitergefahren. Das seien, weil es nach der Kontrolle eines neuen Tatantriebs bedurft habe, zwei Taten. Eine Grauzone, bei der sich die Richter nicht so ganz einig seien, liege dann vor, wenn man ohne Führerschein an die Tankstelle fährt und nach dem Tanken weiterfährt, darin liege ein feiner Unterschied.

Der Mann hatte Glück und sich nach dem Plädoyer des Staatsanwaltes bereits mit einem Bein im Gefängnis gesehen. Der hatte, mangels positiver Sozialprognose, ein Jahr ohne Bewährung gefordert. Die Anwältin hingegen hat diese gesehen und die Richterin auch. Das Urteil ist rechtskräftig.

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