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Manipulierte Köder: Suche nach Tierhassern: Gefahr in der Fleischwurst

Eschborn. Hattersheim. Oberhöchstadt. Praunheim. Münster. Heimtücke gegenüber Tieren kennt keine Stadt-, Gemeinde- und Kreis-Grenzen. Wer Hunde oder Katzen quält oder tötet, kann sogar eine Haftstrafe aufgebrummt bekommen. Wie ist die Lage im Main-Taunus-Kreis?
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Eschborn/Main-Taunus. 

Die Schlagzeilen gleichen sich.

Vergiftete Köder am Sportplatz gefunden “ (Praunheim).

Tierhasser versetzt Wurst mit Nägeln “ (Eschborn).

Wurst mit Nägeln: Wieder präparierte Tierköder entdeckt “ (Münster).

Tierköder mit Glassplittern “ (Eschborn).

Giftköder? Polizei bittet um Hinweise “ (Oberhöchstadt).

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Wer das Höchster Kreisblatt und seine Schwester-Zeitungen studiert, stößt seit Jahresbeginn ein ums andere Mal auf Berichte mit ähnlich lautenden Überschriften. In Eschborn und in der Nachbarschaft der MTK-Kleinstadt entdeckten Tierliebhaber zuletzt mehrfach manipulierte Köder. Wenn Hunde oder Katzen auf Nägel oder Glassplitter beißen und sie hinunter schlucken, können sie sich schwer verletzen und sterben.

Daniel Kalus-Nitzbon ist ein Polizeibeamter, der von Berufs wegen mit Kriminalfällen zu tun hat. Er ist einiges gewohnt, gerade wenn es um Menschen geht, die Opfer von Straftaten werden. Aber auch die Schicksale von Tieren lassen ihn nicht kalt. Jedes Mal, wenn Hundehasser oder Tier-Sadisten zuschlagen, rege er sich auf, erzählt der MTK-Polizeisprecher.

Streit unter Nachbarn?

Kalus-Nitzbon ist zwar aufgefallen, dass die Vorfälle mit gefährlichen Tierködern sich wiederholen. Aber zumindest für den Main-Taunus-Kreis sehen er und die Ermittler zurzeit „keine Häufung“. Doch ein Blick über die Kreis-Grenzen zeigt: Selten sind die Vorfälle nicht. In Köppern haben Anwohner ein Stück gekochtes Fleisch mit einer Rasierklinge gefunden. Im Frankfurter Stadtteil Praunheim, der an die Eschborner Gemarkung grenzt, wunderte sich ein Spaziergänger neulich über Fleischreste, die auf Zeitungspapier offen ausgelegt waren. Nach Einschätzung der Polizei handelte es sich um Giftköder.

Das sagt das Gesetz

Das Tierschutzgesetz Deutschland regelt unter Paragraf 17, wie Verstöße geahndet werden. „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit

clearing

Doch egal, wo Tierhasser ihr Unwesen treiben: Die Ermittlungen seien schwierig, bedauert Daniel Kalus-Nitzbon. Es gebe selten Zeugen, die etwas sehen. Meist würden die Unbekannten die Köder nachts auslegen. Dies lasse sich „extrem unauffällig“ und in Sekundenschnelle erledigen. Oft verwenden die Täter Fleisch. Aber bei „allem, was fettig ist“, sei es schwierig, Spuren sicherzustellen. Apropos Täter. Mit dem Wort ist Vorsicht geboten. „Solange kein Tier verletzt wird, liegt keine Straftat vor“, erläutert der Polizeisprecher. Im Übrigen erfasse die Polizei solche Vorfälle nicht separat. Für 2015 registrierte die MTK-Polizei 20 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Dazu zählt zum Beispiel, wenn jemand Tiere tötet (siehe auch „Info“). Die Hundeliebhaber sind inzwischen sensibilisiert für die Gefahren. Sie passen besser auf, wenn sie mit ihren Lieblingen Gassi gehen. Außerdem sind sie gut miteinander vernetzt und warnen sich über soziale Netzwerke, wenn irgendwo Tierköder ausliegen.

Ein Fall aus der Bremer Straße in Eschborn könnte indes geklärt sein. Dort landete eine mit Nägeln präparierte Fleischwurst auf dem Balkon einer Hundebesitzerin. Das war Ende Juni, Anfang Juli (wir berichteten). Kalus-Nitzbon sagt, dem liege allem Anschein nach ein langanhaltender Nachbarschaftsstreit zugrunde. (ask)

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