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Keine rekordverdächtigen Umsätze: Super-Sonne, aber kein Bade-Boom

Von Der Sommer lässt in diesem Jahr keine Wünsche offen. Doch hat das bisher zu überlaufenen Freibädern geführt? Nicht wirklich, wie unsere kleine Umfrage zeigt.
Für Luca ist das Wetter zweitrangig: Er verbringt seinen zwölften Geburtstag im Parkbad in Kriftel. Foto: Hans Nietner Für Luca ist das Wetter zweitrangig: Er verbringt seinen zwölften Geburtstag im Parkbad in Kriftel.
Main-Taunus. 

Der Sommer 2018 wird schon jetzt als „Jahrhundertsommer“ apostrophiert. Bereits der April brach alle Wärmerekorde, ebenso wie der Mai (beide eigentlich noch Frühlingsmonate) und der Juni, der im Schnitt zwei Grad wärmer war als im langjährigen Mittel. Im Juli ging’s gleich so weiter. Das müsste doch die Freibadkassen klingeln lassen, so die nahe liegende Vermutung. Doch ganz so groß ist der Jubel in den Bädern im Main-Taunus-Kreis über die Besucherzahlen bislang nicht.

„Es ist nicht so viel besser, wie man es erwarten würde“, sagt etwa Beate Brendel, Pressesprecherin der Stadt Eschborn . So wurden im Wiesenbad zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 41 637 Gäste gezählt, im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 40 860. Die Statistik differenziert nicht zwischen Besuchern, die im Freibad-Bereich schwimmen und solchen, die lieber den Hallenbad-Teil des Wiesenbads nutzen. Das relativiert ein wenig die Aussagekraft. Dennoch: Die nur geringe Steigerung der Gesamtzahl gegenüber dem Vorjahr überrascht. Über die Gründe lasse sich allerdings nur spekulieren, meint Beate Brendel. Sie könne lediglich die Tatsache feststellen, dass der Besuch trotz des Super-Sommers nur leicht besser sei als im Vorjahr.

Von einer „guten, aber durchaus normalen Saison“ spricht Tobias Guldner, in Kriftel zuständiger Rathausmitarbeiter fürs Parkbad. An neun Tagen wurden in diesem Sommer bisher mehr als 1500 Badegäste gezählt. Das sei identisch mit dem Vorjahr. Der stärkste Badetag war bislang der 3. Juni, an dem 1937 Menschen Abkühlung im Parkbad suchten. 2017 kamen am 11. Juni – dem Rekordtag – aber sogar 2043 Besucher.

Wettereinbruch 2017

Gut los ging es zunächst im Mai, der mit 16 190 Gästen 2419 mehr lockte als der Vergleichsmonat 2017. Doch der Juni schnitt sogar leicht schlechter ab, denn da kamen 361 Besucher weniger als 2017. Ob es an den diesmal schon so frühen Sommerferien lag oder die Lust aufs Freibad nach so viel Sonne schon wieder nachlässt? Das kann auch Tobias Guldner nicht sagen. Insgesamt wurden bis zum 10. Juli 47 034 Parkbad-Besucher gezählt – immerhin rund 3500 mehr als im gleichen Zeitraum 2017. Im Vorjahr brachte der Juli aber einen Wettereinbruch, die restliche Saison lief weniger rosig. Eine Erfahrung, die Tobias Guldner vorsichtig macht, was eine Prognose für die Gesamt-Saison 2018 angeht. Ein leichtes Plus beim Verkauf der Dauerkarten steht aber auf jeden Fall schon in der Statistik.

Gleiches kann die Stadt Kelkheim berichten. 439 Saisonkarten wurden für das Freibad verkauft, das sind 59 mehr als im Vorjahr, wie Rathaus-Mitarbeiterin Ines Albani mitteilt. Die Besucherzahl lag im Juni mit 18 600 sogar unter der im Juni 2017 (21 600). Rekord-Tage waren bislang der 3. bis 6. Juni und der 29. und 30. Juni mit jeweils mehr als 1500 Badegästen.

Bad Soden zufrieden

„Sehr zufrieden“ ist die Stadt Bad Soden nach Auskunft von Wolfgang Heidecke mit dem bisherigen Saisonverlauf. Für das Freibad im Altenhainer Tal konnten 710 Saisonkarten verkauft werden. Bis zum 11. Juli wurden insgesamt 46 032 Besucher gezählt. Das macht Hoffnung, dass die Saison aufs Ganze wieder besser läuft als im Vorjahr, das mit 70 762 Saisongästen um mehr als 10 000 Besucher schlechter abschloss als 2016. Rekordverdächtig ist aber auch in Bad Soden der Andrang im Freibad nicht.

Kai-Thorsten Lorenz, Geschäftsführer der Wasserversorgung Main-Taunus (WMT), die für die Stadt Schwalbach das Naturbad betreibt, spricht von einer „sehr guten Tendenz“ für die laufende Saison. Sowohl im Mai wie im Juni habe man „Top-Ergebnisse“ bei den Einnahmen erzielt. Allein in den ersten Juli-Tagen (bis zum 9. 7.) seien 6000 Besucher gezählt worden. Bisher stehe das Bad mit 21 700 Gästen für 2018 „sensationell“ gut da, lag doch der Besuch im Mittel der vergangenen Jahre bei 26 000 Personen. Das Interesse am Naturbad habe, so Lorenz, zuletzt noch ein Bericht in der Sendung „Alle Wetter“ des HR-Fernsehens spürbar angeheizt. Spitzentag in Schwalbach war bisher der 1. Juli mit 1700 Besuchern. Dagegen ist der Saisonkarten-Verkauf nicht rekordverdächtig, denn nur 100 solche Tickets wurden bisher abgesetzt.

In Hattersheim freut man sich über ein klares Plus bei den Saison-Karten. 946 konnten bislang abgegeben werden, 209 mehr als 2017. Die Stadt führt das auch auf den Umbau des Eingangs- und Kassenbereichs zurück, der nun kundenfreundlicher gestaltet ist. Die Besucherzahlen verzeichnen für den Mai im Vorjahresvergleich nur einen kleinen Zuwachs (14 117; 2017: 13 989), für den Juni sogar ein Minus (22 501; 2017: 23 046). Die ersten neun Juli-Tage waren aber, wie in Kriftel, vom Zuspruch her deutlich besser (10 497; 2017: 7488).

Alle Freibad-Betreiber hoffen nun, dass der Sommer weiter seinem Namen Ehre macht, damit am Ende wenn schon keine Jahrhundert-Einnahme, so doch zumindest eine gut gefüllte Kasse steht.

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